Leser-Rezensionen zu „Zweiunddieselbe” von Mary E. Pearson
Rezension verfasst vor 2 Wochen (6)
Als Jenna nach über einem Jahr aus dem Koma erwacht, wohnt sie plötzlich mit ihrer Mutter und Großmutter in Kalifornien. An ihr Leben vorher kann sie sich kaum erinnern. Ihre Eltern hatten ihr Leben fast komplett auf DVD aufgezeichnet und so sieht sich Jenna aufwachsen und fragt sich, wer dieses Mädchen eigentlich ist – und wer ist sie jetzt? Ihr Wissen über sich selbst wächst zunehmend, genau wie das Gefühl, dass ihre Familie ihr etwas verschweigt. Was ist nur passiert?
„Zweiunddieselbe“ wird von Jenna erzählt, sodass wir einen guten Einblick in ihre Gedankenwelt bekommen. Dabei wechseln sich erzählende Passagen mit kurzen, fast gedichtartigen Abschnitten ab, die nicht nur wunderbar poetisch zu lesen sind, sondern umso einprägsamer beschreiben, was Jenna fühlt und fürchtet. Die Frage nach ihrer Persönlichkeit und Identität ist im Jugendalter sehr wichtig und für Jenna besonders, die beides verloren glaubt. Mary Pearson gelingt es, einfühlsam und überzeugend zu schildern, wie ihre junge Protagonistin mit diesen Fragen umgeht. Mehr als einmal wurde ich angeregt, darüber nachzudenken, wie ich bin und sein möchte und was mich persönlich ausmacht. Zwar behandelt auch Robin Wasserman in „Skinned“ diese Thematik und das Szenario ist ähnlich, dennoch lohnt es sich, „Zweiunddieselbe“ zu lesen, weil diese Fragen in Pearsons Buch auf einer anderen Ebene gestellt und beantwortet werden – sie wirken essentieller und eindringlicher. Neben dem medizinisch-ethischen Aspekts spielen auch viele 'typische Probleme' Jugendlicher eine Rolle. Jenna kämpft darum, sie selbst sein zu dürfen ohne immer die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen zu müssen; sie muss neue Freunde finden, mit Ablehnung umgehen und sieht sich mit der ersten Liebe konfrontiert. Dadurch bietet sie für viele Leser an einigen Stellen Identifikationsmöglichkeiten und wirkt sehr sympathisch, da sie nicht nur durch die Ereignisse, die zum Koma führten, definiert wird.
Bei „Zweiunddieselbe“ handelt es sich um keine ausgefeilte Zukunftsvision, sondern der Fokus wird klar auf medizinischen Fortschritt gelegt. Da das Thema so weitläufig ist, bietet es genug Stoff für die Handlung und zum Nachdenken, sodass ich weitere Einblicke in die Welt, wie sie sein könnte, nicht vermisst habe.
Mary Pearson kommt mit relativ wenigen Figuren aus, die dafür aber gut ausgearbeitet sind und glaubwürdig wirken. Eine Ausnahme bildet Dane, aus dem man nicht recht schlau wird – leider wird auch nicht aufgelöst, warum er sich auf seine Art verhält. Im Mittelpunkt steht Jennas Familie und ihre Beziehungen untereinander. Durch die DVDs, die Jenna sich ansieht, und ihre zunehmend wiederkehrenden Erinnerungen wird viel von der Hintergrundgeschichte enthüllt, die ihre Familienmitglieder charakterisiert und so manches Verhalten erklärt. Vielleicht mag die Autoren an einigen Stellen übertreiben oder Klischees verwenden – das kann ich schwer beurteilen -, überdeutlich ist aber die unbeschreibliche Liebe der Eltern zu ihrer Tochter, die es mir warm ums Herz werden lässt und die man sich für jedes Kind wünscht. Obwohl „Zweiunddieselbe“ ein Jugendbuch ist, bietet es auch für Erwachsene viele interessante Fragen, wie „Was hätte ich getan?“ oder „Wie weit würde ich für die gehen, die ich liebe?“
Das ansprechend gestaltete Buch macht nachdenklich, weiß aber auch zu unterhalten. Pearson baut einen Spannungsbogen auf, der bis zum Ende hält und hat ein ausgewogenes Verhältnis von Beschreibungen, Dialogen, Gedankenwelt und Aktionen, die die Handlung voran treiben. Die Geschichte um Jenna macht neugierig, wie es weitergeht und liest sich flüssig und schnell.
„Zweiunddieselbe“ ist ein Jugendbuch mit spannender Thematik, das interessant geschrieben ist, mit einer guten Geschichte aufwartet und dazu anregt, sich mit sich selbst auseinander zu setzen – unbedingte Leseempfehlung!
Rezension verfasst vor 3 Wochen (9)
Jenna erwacht nach einem tödlichen Unfall wieder aus dem Koma. Sie ist körperlich unversehrt, jedoch hat sie keinerlei Erinnerungen mehr. Denn was von ihr noch übrig war, waren nur 10% ihres Gehirns. Reichen die 10% für eine Person, für eine Persönlichkeit aus? Jenna weiß es nicht, sie ist sich selbst fremd. Und während sie auf der Suche nach sich ist, deckt sie immer mehr Geheimnisse um sich auf ...
Es ist stockdunkel.
Ich hab keine Augen, keinen Mund. Keine Wörter.
Ich kann nicht schreien, weil ich nicht atme. Die Stelle lastet so schwer auf mir, dass ich am liebsten tot wäre.
Doch ich sterbe nicht.
Dunkelheit und Stille dehnen sich ins Unendliche aus.
Ich träume nicht.
Allgemein
Das Cover ist wundervoll. Zuerst fand ich es total unpassend - aber im Nachhinein ist es perfekt, der Schmetterling, die Hand, der Titel ...
Und genauso ist auch das Buch. Am Anfang fand ich es etwas langweilig. Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig, man wusste noch kaum was über den Inhalt an sich - aber mit der Zeit wurde es immer besser. Nach und nach fand Jenna immer mehr über sich heraus, es wurde immer interessanter, spannender, aufregender ... Wow. Als ich das Buch zuklappte - das Ende war übrigens grandios - fehlte mir der Atem und war echt begeistert.
Das war keine 0815-Dystopie, nein, so etwas habe ich glaube noch nie gelesen.
Aber ich muss auch sagen, dass es glaube nicht für jeden etwas ist. Es ist ein schwieriges Thema, nichts für Leute ohne Anspruch. Mag jetzt bestimmt gemein klingen, aber es ist so.
Für mich war es jedenfalls genau das richtige - weshalb ich es jetzt auch nicht noch unnötig in die Länge ziehen will.
Charaktere
Jenna ist super nett, finde ich. Es ist äußerst schwer, sich in ihre Situation hineinzuversetzen, aber ich würde mich bestimmt genauso aufführen wie sie es tut. Ganz besonders toll ist ihre Entwicklung, wie sie nach und nach lernt, selbst Entscheidungen zu treffen, wie sie sich gegen die Sachen wehrt, wie sie mit allem klar kommt ... Das treibt einem schon mal die Tränen in die Augen!
Schreibstil
Am Anfang war er gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Besonders toll fand ich immer wieder die Gedicht-artigen Zwischeneinwürfe. Die waren so ... Schlicht, toll, zum Nachdenken anregend ... Wow.
Die waren einfach nur wunderschön.
Der erste Satz
Früher war ich jemand namens Jenna.
Fazit
"Zweiunddieselbe" ist nicht für jeden etwas. Aber für welche, die auch mal anspruchsvolle Lektüre zur Hand nehmen und nicht nur die 0815-Dinger wollen ... Die werden es bestimmt genauso lieben, wie ich es tue. Auch, wenn der Anfang erst mal gewöhnungsbedürftig ist.
Rezension verfasst vor 3 Wochen (3)
Eigene Meinung:
Klappen- bzw. Rückentext:
Der Rückentext erklärt zwar kaum worum es geht, dafür klingt er aber interessant und spannend. Die Fragen, die sich Jenna stellt, stimmen nicht ganz. Manche stellt sie sich erst sehr spät und ihre Eltern verhalten sich nicht sonderbar. Höchstens ihre Mutter, da ihr Vater kaum da ist. Der Klappentext ist informativ, so dass man grob weiß, worum es geht und der Rückentext ist spannend. Es ergänzt sich perfekt.
Aussehen und Titel:
Der Schmetterling ist sehr hübsch und es wird sogar im Buch erwähnt, was er bedeutet und passt zu der Hand, die auch im Buch vorkommt. Das Cover gefällt mir von weitem gar nicht. Je näher man kommt, desto besser wird es, aber selbst dann gefällt es mir nicht. Der Titel ist okay.
Inhalt:
Rücken- und Klappentext sind aus der Sicht eines Erzählers geschrieben, das Buch aber aus der Sicht von Jenna. Die Hauptfigur Jenna ist emotionslos, zu mindest am Anfang des Buches, und deswegen ist der Anfang nicht so schön. Es wird dann immer besser. Ihre Geschichte, was alles passiert ist, erfährt man immer in Bruchstücken, aber das Wichtigste kommt erst recht spät und so bleibt es recht spannend. Leider ist die Spannung beim zweiten Mal lesen (um diese Rezension zu schreiben) weg, es ist langatmig, und ich verlor immer mehr die Lust weiterzulesen. Das Ende des Buches finde ich wirklich unrealistisch und es hat mir nicht gefallen.
Da es aber, als ich es zum ersten Mal gelesen habe, ziemlich in Ordnung war, gebe ich 2,5 Punkte.
Rezension verfasst vor 1 Monat (9)
Meine Meinung
ZWEIUNDDIESELBE ist ein Roman, der in der Zukunft des 21. Jahrhunderts spielt der ein sehr interessantes Thema enthält und viel zum Nachdenken gibt.
Jenna lebt in einer Zeit, in der die Krankenversicherung einem Punktesystem gewichen ist. Jeder Mensch hat 100 Punkte mit denen er sich, wenn von Nöten, neue Organe oder medizinische Behandlungen „erkaufen“ kann. Jedoch darf die Punktezahl nicht überschritten werden. Auch gibt es ein wundersames Bio-Gel, das zum Beispiel ein geschädigtes Gehirn rekonstruieren kann. Jedoch sind die Grenzen gesetzlich eingeschränkt. Das Bio-Gel darf nur 49 % des Gehirns ersetzen.
Als Jenna nun aufwacht ist sie 17 Jahre alt und muss von Grund auf alles neu erlernen. Die Bedeutung von Wörtern, das Sprechen, Gehen und Verstehen. Wobei ihre Eltern ihr keine große Hilfe dabei sind, die Fragen, die Jenna über ihr altes Leben, den Unfall und ihren Körper hat, zu beantworten. Auch bei ihrer Großmutter Lily stößt sie auf Ablehnung und ihr bleiben nur einzelne Puzzleteile aus Erinnerungen, die ihr Gehirn von Zeit zu Zeit ausspuckt.
Das Buch wird aus der Sicht von Jenna erzählt, sodass man sich von Anfang an gut in ihre Lage hineinversetzen kann. Immer wieder werden nachgeschlagene Wörter aufgezeigt, nach denen Jenna sucht und deren Bedeutung sie herausfinden will. Ich finde das eine sehr gute Idee von der Autorin.
Hätte ich das Buch nicht in einer Woche gelesen, in der ich ziemlich viele Arbeiten geschrieben hätte, dann hätte ich es wahrscheinlich an einem Tag durchgelesen gehabt weil es einfach nie langweilig oder übertrieben gewirkt hat. Jenna hatte ein Geheimnis um sich selbst und ihre Vergangenheit aufgedeckt da wird ihr bereits wieder der Boden unter den Füßen weggezogen und ich konnte mir manchmal selbst nicht genau vorstellen was denn noch alles mit ihr passiert ist. Trotzdem wirkte das Buch keinesfalls überfüllt sondern einfach genau richtig.
Besonders gefallen hat mir das Thema. Es regt zum Nachdenken an, darüber ob die massiven Fortschritte heutzutage nicht irgendwann einmal verehrende Folgen haben könnten und ob es so etwas wie das Bio-Gel bei uns auch bald geben könnte. Auch das Punktesystem, was eine Art der Krankenversicherung darstellen soll, hat mich nicht losgelassen. Heutzutage haben wir viele Probleme mit unseren sozialen Versicherungen, wäre so ein Punktesystem die Lösung? Ich hoffe doch nicht, denn richtig kranke Menschen hätten schnell ihre Punkte aufgebraucht und würden somit auch keinen Anspruch auf Weiterbehandlung bekommen. So etwas kann man doch nicht einfach so verantworten. Ein Mensch kann doch nicht auf Punkte reduziert und mit ihnen seine Lebenszeit bestimmt werden. Wir haben alle ein Recht auf Leben und auf Hilfe wann und wo immer wir sie brauchen. Ich hoffe in dieser Hinsicht, dass es bei uns nie dazu kommen wird.
Wenn man das Buch liest merkt man, dass dafür nicht einfach irgendein beliebiges, hübsches Cover ausgesucht wurde sondern, dass sich die Hand und der Schmetterling in dem Buch wiederfinden und wichtig für die Geschichte sind. Das fand ich sehr schön, denn ich mag es, wenn ein Cover etwas zu bedeuten hat und nicht einfach nur hübsch ist um es oft zu verkaufen. Und hier gefällt mir das deutsche Cover um einiges besser als das englische, was bei mir selten vorkommt. Aber dieses Mädchen passt so gar nicht mit meiner Vorstellung von Jenna überein.
Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass ich unbedingt mehr von der Autorin lesen werde! Das Buch hat alles, was ein sehr gutes Buch für mich braucht. Es fesselt einen von der ersten Seite bis zu letzten, baut immer wieder Spannung auf, wirkt aber nie überfüllt oder unrealistisch und hat eine richtig gute Botschaft über die man sich noch lange Gedanken macht.
Rezension verfasst vor 1 Monat (8)
Inhalt:
Ích bin alles, was möglich ist
Als Jenna Fox nach über einem Jahr aus dem Koma erwacht, weiß sie nicht, wer sie ist. Warum meldet sich kein einziger Freund bei ihr? Warum verhalten sich ihre Eltern so sonderbar? Was ist eigentlich passiert?
Pearson steigert die Spannung auf unnachahmliche Weise bis zur letzten Seite.
Meinung:
Schon nach den ersten paar Karpiteln war ich gefesselt von dem Romas. Obwohl ich nicht immer einer Meinung war mit der Protagonistin, konnte ich mich immer gut in sie hineinversetzen und es war mehr als spannend gemeinsam mit ihr dem Geheimnis um ihre wunderähnliche Heilung auf den Grund zu gehen. Viele Dinge die sie dabei herausgefunden hat haben mich schockiert, manche erheitert und andere einfach nur zum Nachdenken gebracht und ich finde genau solche Reaktionen machen ein gutes Buch aus. Was mir ganz besonders an dem Buch gefallen hat, waren die moralischen Fragen, die in diesem Buch gestellt werden. Ich habe mich selbst Wochen später noch gefragt, wie ich wohl gehandelt hätte, was wohl richtig gewesen wäre.
Fazit:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich hab es innerhalb einer Nacht durch gelesen. Es ist leicht sich in die Hauptperson hineinzuversetzen und der Schreibstil ist auch einfach aber trotzdem überraschend anspruchsvoll für ein Jugendbuch. Für Fans von Sci-Fi-Büchern in denen es nicht um Aliens geht, kann ich diesen Roman nur empfehlen.
Rezension verfasst vor 6 Monaten (8)
»Hass = Leidenschaftliche Abneigung«
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ZWEIUNDDIESELBE ist ein Roman, der in der Zukunft des 21. Jahrhunderts spielt der ein sehr interessantes Thema enthält und viel zum Nachdenken gibt.
Jenna lebt in einer Zeit, in der die Krankenversicherung einem Punktesystem gewichen ist. Jeder Mensch hat 100 Punkte mit denen er sich, wenn von Nöten, neue Organe oder medizinische Behandlungen „erkaufen“ kann. Jedoch darf die Punktezahl nicht überschritten werden. Auch gibt es ein wundersames Bio-Gel, das zum Beispiel ein geschädigtes Gehirn rekonstruieren kann. Jedoch sind die Grenzen gesetzlich eingeschränkt. Das Bio-Gel darf nur 49 % des Gehirns ersetzen.
Als Jenna nun aufwacht ist sie 17 Jahre alt und muss von Grund auf alles neu erlernen. Die Bedeutung von Wörtern, das Sprechen, Gehen und Verstehen. Wobei ihre Eltern ihr keine große Hilfe dabei sind, die Fragen, die Jenna über ihr altes Leben, den Unfall und ihren Körper hat, zu beantworten. Auch bei ihrer Großmutter Lily stößt sie auf Ablehnung und ihr bleiben nur einzelne Puzzleteile aus Erinnerungen, die ihr Gehirn von Zeit zu Zeit ausspuckt.
Das Buch wird aus der Sicht von Jenna erzählt, sodass man sich von Anfang an gut in ihre Lage hineinversetzen kann. Immer wieder werden nachgeschlagene Wörter aufgezeigt, nach denen Jenna sucht und deren Bedeutung sie herausfinden will. Ich finde das eine sehr gute Idee von der Autorin.
Hätte ich das Buch nicht in einer Woche gelesen, in der ich ziemlich viele Arbeiten geschrieben hätte, dann hätte ich es wahrscheinlich an einem Tag durchgelesen gehabt weil es einfach nie langweilig oder übertrieben gewirkt hat. Jenna hatte ein Geheimnis um sich selbst und ihre Vergangenheit aufgedeckt da wird ihr bereits wieder der Boden unter den Füßen weggezogen und ich konnte mir manchmal selbst nicht genau vorstellen was denn noch alles mit ihr passiert ist. Trotzdem wirkte das Buch keinesfalls überfüllt sondern einfach genau richtig.
Besonders gefallen hat mir das Thema. Es regt zum Nachdenken an, darüber ob die massiven Fortschritte heutzutage nicht irgendwann einmal verehrende Folgen haben könnten und ob es so etwas wie das Bio-Gel bei uns auch bald geben könnte. Auch das Punktesystem, was eine Art der Krankenversicherung darstellen soll, hat mich nicht losgelassen. Heutzutage haben wir viele Probleme mit unseren sozialen Versicherungen, wäre so ein Punktesystem die Lösung? Ich hoffe doch nicht, denn richtig kranke Menschen hätten schnell ihre Punkte aufgebraucht und würden somit auch keinen Anspruch auf Weiterbehandlung bekommen. So etwas kann man doch nicht einfach so verantworten. Ein Mensch kann doch nicht auf Punkte reduziert und mit ihnen seine Lebenszeit bestimmt werden. Wir haben alle ein Recht auf Leben und auf Hilfe wann und wo immer wir sie brauchen. Ich hoffe in dieser Hinsicht, dass es bei uns nie dazu kommen wird.
Wenn man das Buch liest merkt man, dass dafür nicht einfach irgendein beliebiges, hübsches Cover ausgesucht wurde sondern, dass sich die Hand und der Schmetterling in dem Buch wiederfinden und wichtig für die Geschichte sind. Das fand ich sehr schön, denn ich mag es, wenn ein Cover etwas zu bedeuten hat und nicht einfach nur hübsch ist um es oft zu verkaufen. Und hier gefällt mir das deutsche Cover um einiges besser als das englische, was bei mir selten vorkommt. Aber dieses Mädchen passt so gar nicht mit meiner Vorstellung von Jenna überein.
Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass ich unbedingt mehr von der Autorin lesen werde! Das Buch hat alles, was ein sehr gutes Buch für mich braucht. Es fesselt einen von der ersten Seite bis zu letzten, baut immer wieder Spannung auf, wirkt aber nie überfüllt oder unrealistisch und hat eine richtig gute Botschaft über die man sich noch lange Gedanken macht.
Rezension verfasst vor 8 Monaten (7)
Jenna Fox erwacht nach fast eineinhalb Jahren aus dem Koma. Sie kann sich an nichts erinnern. Wer sie ist, wer die fremden Menschen sind, die sich als Mum und Dad vorstellen.
Mithilfe von privaten Filmaufnahmen soll Jenna sich langsam wieder an alles erinnern. Denn ihre Eltern haben ihr Leben seit jeher filmisch dokumentiert. Doch anfangs kommen ihr die Szenen kaum bekannt vor, aber Jenna kann sich an manche Sachen bruchstückhaft erinnern, an die sie sich eigentlich gar nicht erinnern können sollte. Zum Beispiel an ihre Taufe oder als sie im Alter von zwei Jahren beinahe ertrunken wäre...
Und dann sind da immer wieder die Stimmen ihrer Freunde - Kara und Locke. Los, Jenna!, schreien sie ihr zu. Langsam, ganz langsam setzt sich ein Puzzleteil ans nächste und Jenna kommt ihren Eltern und ihren Erinnerungen auf die Spur.
Es gibt keine Kapitel im herkömmlichen Sinn. Das Buch ist vielmehr in Schlagworte unterteilt und erzählt so nach und nach Jennas Geschichte, ihr Leben. Erzählt wird aus Jenna Sicht in der dritten Person. Aber es gibt auch kleine Absätze, die beinahe wie Gedichte aussehen, in denen Jenna dem Leser ihre Gefühle und Gedanken mitteilt.
Pearson schreibt sehr bewegend und spannend. Immer wieder werden kleine Details erwähnt, die erst später zum "Großen Ganzen" zusammengefügt werden. Schritt für Schritt. Sprachlich flüßig und auf eine fast gruselige Weise vereinnahmend erzählt die Autorin ihre Geschichte über ein junges Mädchen ohne Gedächtnis.
Anfangs erinnert es an Skinned von Robin Wasserman. Aber es geht so viel tiefer und baut, meiner Meinung nach, auch viel mehr Spannung auf.
Eigentlich mag man das Buch, einmal angefangen, auch gar nicht mehr aus der Hand legen. Denn Jenna ist ein "leerer Charakter". Irgendwie. Aber Stück für Stück erlangt Jenna ihre Persönlichkeit wieder, bzw. entwickelt eine eigene. Es gilt nicht nur Jennas Entwicklung zu verfolgen, sondern auch die ihrer Freunde und Eltern, wenn auch nur am Rande.
Die Charaktere, neben Jenna, haben alle ihre Ecken und Kanten, was sie persönlicher und realistischer macht. Beim Lesen kommt man fast nicht umhin dieselben Gefühle wie Jenna gegenüber den anderen Protagonisten zu entwickeln: Skepsis und beinahe Misstrauen gegenüber den Eltern, aber auch die kindliche Liebe. Eine bedingungslose Liebe und Enttäuschung, Bedauern gegenüber Lily, der Großmutter. Ein Kribbeln und ein tiefes Gefühl der Freundschaft gegenüber Ethan und Allys.
Einziges, klitzekleines Manko ist, dass man über einen Charakter nicht die volle Wahrheit erfährt, was ich etwas schade fand. Denn um ihn wurde im Buch auch ein kleines-großes Geheimnis gemacht.
Kurz: Eine Zukunftsvision, die mehr als nur ein bisschen zum Nachdenken anregt. Die die menschliche Natur aufzeigt - und ihre Folgen. Und nicht zuletzt eine spannende Geschichte über ein Mädchen, ein Wunderkind, das doch eigentlich nur ganz normal sein möchte.
Rezension verfasst vor 9 Monaten (5)
Inhalt:
Nach einem schweren Unfall erwacht die siebzehnjährige Jenna Fox aus einem langen Koma. Ohne Erinnerung. Sie weiß nicht wer sie ist, sie hat sogar einiges an Wortschatz und grundlegende Abläufe, zum Beispiel, wie man lächelt oder wie man Mimik entschlüsselt, vergessen.
Während sie versucht, mit ihrem Leben zurecht zukommen und in die Normalität zurückzufinden, erinnert sie sich langsam an Bruchstücke ihres Lebens und wirft immer mehr Fragen auf. Warum sind wir umgezogen? Warum hat mich keiner meiner Freunde im Krankenhaus besucht? Hatte ich überhaupt Freunde? Was verschweigen mir meine Eltern und warum ist meiner Großmutter so abweisend und reserviert mir gegenüber?
Meine Meinung:
Dieses Buch ist eines der wenigen, bei denen ich den deutschen Titel treffender und schöner finde als das Orginal, auch wenn der Untertitel "Wieviel von mir bin ich" meiner Meinung nach schon etwas viel verrät.
Das englischsprachige "The adoration of Jenna Fox" ( übersetzt in etwa "Die Anbetung/Verehrung der Jenna Fox") ist auch passend, zielt aber auf eine ganz andere Facette des Buches ab, die persönlich ich für weniger essentiell halte.
Anfangs macht das Buch erst nicht den Anschein, eine Dystopie zu sein, weil sich die Zeit in der die Handlung spielt kaum von unserer Gegenwart zu unterscheiden scheint. Aber nach und nach werden Kleinigkeiten eingestreut, die dem Leser klar machen, dass dieses Werk in der Zukunft nach einer großen Epidemie spielt und dass es doch einen Unterschied gibt, nämlich neue medizinische Technologie und der Umgang damit.
Die Tatsache, dass es keine allzu ferne gegenwartsferne Zeit ist und viele Ähnlichkeiten bestehen, hat mir gefallen, denn so habe ich schnell Zugang zu diesem Buch gefunden und konnte einfach mit der Protagonistin und ihrem Umfeld mitfühlen.
Geschrieben ist es in Ich-Perspektive aus Jennas Sicht, deswegen weiß man als Leser nur soviel, wie die Protagonistin weiß und ist auf das nächste "Puzzelteil" angewiesen, dass sie findet. Gerade diese anfängliche Ungewissheit fand ich sehr spannend, obwohl ich mir an einigen Stellen viel zusammenreimen konnte und mir schon in etwa gedacht habe, was mit Jenna los ist, als sie noch im Halbdunkeln tappte.
Die Handlung wird durchbrochen von inneren Monologen, die teilweise mehr aus Bruchstücken als aus ganzen Sätzen bestehen. Gerade diese Stellen fand ich sehr emotional und mitreißend, weil sie mehr Einblicke in Jennas Gedankenwelt offenbaren als die restlichen Stellen.
Außerdem werden die Worte, über die das Mädchen nachdenkt und die sie vergessen hat, wörterbuchähnlich eingebettet.
Die Nebenfiguren des Buches bleiben leider inhaltslos und oberflächlich, obwohl einige echtes Potential hätten und am Anfang sehr interessant wirkten. Selbst Jennas Eltern wirken sehr flach und klischeebehaftet, obwohl sie in der Geschichte eine große Rolle spielen. Einzig ihre Großmutter hat meiner Meinung nach einen etwas vielschichtigeren Charakter und scheint durchdachter.
Fazit:
Diese relativ realitätsnahe biomedizinische Dystopie überzeugt durch eine Protagonistin, in die man sich hineinversetzen und mit der man mitleiden kann. Da mir das Ende aber überhaupt nicht gefallen hat und es mich gestört hat, dass ein sehr interessanter Nebencharakter eingeführt, aber dann nicht näher beleuchtet wurde, ziehe ich einen Punkt von der Gesamtwertung ab.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (20)
Inhalt
Jenna Fox hatte ein schlimmen Autounfall, bei dem sie lebensbedrohlich verletzt wurde. Als sie nach über einem Jahr aus dem Koma erwacht, ist nichts mehr wie zuvor. Körperlich ist sie zwar wieder völlig hergestellt, aber sie hat vieles vergessen. Außerdem verhalten sich ihre Eltern total komisch und ihre Oma, welche sie früher nur Nana genannt hat, ist kalt und abweisend. Und was ist überhaupt mit ihren alten Freunden? Warum meldet sich keiner mehr bei ihr? Jenna ist verwirrt und hat immer mehr das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Dieses Gefühl verstärkt sich noch, als nach und nach Erinnerungen zurückkehren, an die sie sich eigentlich garnicht mehr erinnern sollte...aber was ist nur passiert und wieso hat sie das Gefühl, dass ihre Eltern sie verstecken wollen?
Viel mehr will ich zum Inhalt garnicht verraten, weil ich es besser finde den Roman ohne viel Vorwissen zu lesen.
Meine Meinung
Erstmal direkt etwas, was ich als positiv empfunden habe: Der Roman ist in ziemlich kurze Kapitel eingeteilt, die von einer bis zu etwa 6,7 Seiten gehen. Daher lässt dich das Buch schnell durchlesen, weil man sich immer denkt "ach, ein Kapitel geht noch".
Es wird aus Jennas Sicht erzählt, sodass man zunächst genauso unwissend ist, wie sie. Und es war interessant alle Teilchen zusammenzusetzen, wie bei einem Puzzle, sodass das Geheimnis um Jenna nach und nach gelöst wurde.
Der Sprache war ziemlich einfach und schlicht, und daher sehr passend, da Jenna nach ihrem Unfall vieles vergessen hat, darunter auch viele Wörter und deren Bedeutung. Trotzdem konnte man die Unsicherheit, Angst, Wut und alle anderen Gefühle gut nachvollziehen.
Abgesehen von Jenna und ihrer Familie wurden noch einige andere Charaktere eingeführt. Besonders zu einer dieser Personen, und zwar Dane, hätte ich gerne mehr erfahren. Denn irgendetwas hat mir ihm nicht gestimmt, aber leider konnte ich nicht genau erfahren, was ihm fehlt.
Die Thematik des Buches hat mir sehr gut gefallen. Und ich habe noch kaum Bücher gelesen, die sich mit dieser Art von ethischen Fragen auseinandersetzen. Ich will ja eigentlich garnicht weiter auf den Inhalt des Romans eingehen, aber die Autorin lässt den Leser hier mit Fragen zurück, auf die es keine eindeutige Antwort gibt: Wie weit darf man in der Medizin gehen? Was macht einen Menschen menschlich? Wie würden wir uns fühlen und entscheiden, wenn wir in einer ähnlichen Situation wären? Denn soweit ist Mary E. Pearsons Idee doch garnicht hergeholt, oder?
Fazit
Das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt und das finde ich bei einem Roman toll. Es hat mich gefesselt, ohne eine actionreiche Story bieten zu müssen, was meiner Meinung nach lobenswert. Ich habe zwar noch einige Fragen zur Geschichte an sich, die für mich persönlich nicht gelöst wurden, aber alles in allem ist das Buch sehr gelungen! Daher 5 von 5 Sterne von mir.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (41)
„Früher war ich jemand namens Jenna. Jenna Fox. Das erzählen sie mir jedenfalls. Aber ich bin mehr als ein Name. Mehr, als sie mir erzählen. Mehr als die Zahlen und Fakten, mit denen sie mich vollstopfen. Mehr als die Videos, die sie mich anschauen lassen. Mehr. Aber ich weiß nicht genau was.“ (Seite 7)
Inhalt: Die junge Jenna Fox hatte einen schrecklichen Unfall. Das ist jetzt über ein Jahr her. Aber sie kann sich an nichts erinnern. Alles, was sie weiß, ist, dass sie nun mit ihrer Familie in einem neuen Haus wohnt, in einer abgelegenen Gegend. Ihre Eltern schweigen und ihre Großmutter Lily behandelt sie wie eine Aussätzige. Was ist mit Jenna passiert? Verzweifelt macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und findet erschreckendes heraus: sie sollte eigentlich tot sein. Nur noch zehn Prozent ihres Gehirns sind erhalten geblieben und ihr Vater hat auf illegale Weise dafür gesorgt, dass sie „wiederhergestellt“ wird. Entsetzt und durcheinander sieht sich Jenna mit der Frage konfrontiert: Wie viel von mir selbst bin ich?
Zum Buch: Jenna Fox´ Geschichte wird garantiert keinen Leser kalt lassen. Die Autorin erzählt hier auf unnachahmliche Weise eine Unglaublichkeit, die fesselnd jegliche Moralvorstellungen infrage stellt, dabei aber niemals in eine kitschige Erzählung abrutscht, die unglaubwürdig wirkt, im Gegenteil. „Zweiunddieselbe“ besitzt einen magisch realistischen Sog, der mich als Leser beeindruckte und unterhaltsam an mögliche Formen der Entwicklungen, wie es sie in Zukunft geben könnte, denken ließ. Ja, wie lange wird es noch dauern, bis man ganze Personen „wiederbeleben“ kann mit nur ein bisschen Gehirn und der DNA? Ist das wirklich so weit hergeholt?
Die Autorin schafft hier passende wie leicht verstehbare wissenschaftliche Erklärungen, die zwar fiktiv sind, aber teilweise an heutige Erkenntnisse der Biologie angelehnt sind. So wird Jenna nicht etwa wie ein „Roboter“ aus Ersatzteilen zusammengeflickt, sondern der Prozess ihrer Wiederherstellung bedarf dem Wunsch, dass ein Mensch auch wieder ein Mensch wird und nicht eine halbe Maschine. (Hier sei aber nicht zuviel verraten)
Die Ideen dazu wurden brillant beschrieben und nehmen gerade soviel Platz in der Geschichte ein, dass noch genug Raum für die eigentlichen Fragen bleibt. Ganz besonders vertieft wird sich in dem Buch mit der Frage auseinandergesetzt, was einen Menschen selbst ausmacht. Ist es sein Charakter? Seine Individualität? Seine Seele?
Jennas Eifer, all das für sich begreiflich zu machen, wurde wunderbar intensiv und sensibel erklärt und behandelt. Ich konnte als Leser mit Jenna mitfühlen und empfand sie als großartige Protagonistin, die nichts einfach so hinnimmt und klare Vorstellungen von Menschlichkeit besitzt, die sie selbst zu einer greifbaren Persönlichkeit gemacht haben.
Auch die anderen Figuren wurden sehr gut in die Geschichte verwoben. Da ist die Mutter, die aus Liebe zu ihrer Tochter schweigt, ihr Vater, der alles in die Wege geleitet hat und mit einer enormen Last kämpft, da er ungesetzlich gehandelt hat, Jennas Großmutter, eine starke Person und Ethan, der für Jenna eine wichtige Bezugsperson wird. Natürlich lernt Jenna noch einige andere Leute kennen, die einen großen Einfluss auf ihre Entwicklung haben.
Insgesamt ist die Anzahl der Charaktere überschaubar, was das Entdecken von Jennas Welt aber gleich viel wertvoller macht, da es sich vor allem auf sie konzentriert und mit ihr auf die ethischen Fragen, die in der Geschichte aufgeworfen werden.
Das Buch ist also eine nachdenklich machende Reise, die sich nicht an der Story selbst festhakt, sondern auch noch nach dem Lesen nachklingt. Gleichzeitig überzeugt „Zweiunddieselbe“ ebenso durch tolle Charaktere, spannende Szenen und klugen Ideen.
Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch noch die Erzählweise der Autorin, die sehr klar, sehr schön und flüssig ist. Ich konnte mich regelrecht in ihre Worte „hineinfallen“ lassen. Toll waren auch die Kapitel, die wie Gedichte geschrieben waren, wodurch das Buch noch eine leichte poethische Note bekam.
„Zweiunddieselbe“ ist also eine absolute Empfehlung wert. Ein großartiges Buch!










