Leser-Rezension zu „Totenmädchen” von Mary Hooper
am 5.06.2011
Oxford, 1650: Die junge Dienstmagd Anne Green wird wegen Kindstötung zum Tode verurteilt und gehängt. Tage später soll der Student Robert Zeuge der Sezierung ihrer Leiche werden, doch kurz bevor der erste Schnitt gemacht werden kann, nimmt er eine Bewegung der Augen wahr. Lebt Anne Green womöglich noch? Die Mediziner versuchen daraufhin alles Anne von den Toten zurückzuholen.
Das Buch nimmt einem in gewissen Sinne die Spannung, da gleich zu Beginn klar gemacht wird, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt und dass Anne Green tatsächlich 'von den Toten auferstand'. Spannend für den Leser ist also vorallem die Frage, wie Anne eigentlich in diese Situation geraten ist. Der Roman ist immer abwechselnd aus zwei Perspektiven geschrieben: Zum einen aus Roberts und zum anderen aus Annes, die in der völligen Dunkelheit des Sarges liegt und dem Leser ihre Geschichte erzählt. Vorallem die guten Beschreibungen von Annes Schicksal (und hier vorallem die Zeit im Gefängniss, als sie auf ihre Hinrichtung wartet) haben mir sehr gut gefallen und der flüssige Stil der Autorin ließen einen das Buch auch schnell und zügig lesen.
Alles in allem ist es sicher kein Wow-Erlebnis, aber doch ein spannender und vorallem berührender Tatsachenbericht, den man, vorallem für Freunde des historischen Settings, durchaus weiterempfehlen kann.

