"Mein Todestag begann schon schlecht. Und wurde leider auch nicht besser."
Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich mir eigentlich so gar nicht sicher bin, was ich von dem Buch halten soll. Dennoch trifft es wohl der Satz "Das etwas andere Vampirbuch." ganz gut.
Das Cover hat mich bisher immer abgeschreckt dieses Buch zu kaufen, da konnte auf dem Klapptext stehen was wollte. Aus der Geschichte herausgelesen habe ich, dass die Protagonistin zwar sehr Stilbewusst ist, allerdings ihr Haar nur bis auf Schulterlänge trägt, was mich widerum dazu bringt: Wer such ein solches Covermotiv aus?
Ich persönlich find es einfach schrecklich. Aber nun gut.
Nachdem ich vor einigen Wochen die Leseprobe zum Buch auf der Verlagsseite gelesen habe, war ich mir nicht mehr so sicher, ob es nicht doch meinen Geschmack treffen würde. Also klar nach dem Motto: Augen zu und durch.
Hauptfigur in diesem Roman ist Betsy, eine eigensinnige, Designer-Schuh-Süchtige, tote, arbeitslose Sekretärin. In diesem Roman erzählt sie selbst von ihrem Leben und wie sie zum Vampir wurde.
Nachdem Betsy sich doch recht schnell damit arrangiert hat, dass sie nun ein Vampir ist, will sie natürlich genau da weiter machen, wo ihr altes Leben quasi geendet hat. Sie erzählt also den ersten Menschen denen sie über den Weg läuft, dass sie nun ein Vampir sei und, dass das gar nicht schlimm sei und nimmt eignetlich alles auf die leichte Schulter. Und aus welchem Grund auch immer scheint es niemanden zu (ver-)stören. Was ich ein bisschen surreal finde, denn mal im Ernst: Ich wäre geschockt, würde mir jemand erzählen, er/sie sei ein Vampir! Ich würde es in Frage stellen und/oder die "Männer mit dem weißen Kittel" rufen wollen. Fehlanzeigen. Alle scheinen es einfach so hinzunehmen. Merkwürdigerweise.
Betsy nimmt ihre Situation irgendwie mit Humor. Manchmal ein recht fragwürdiger Humor wie ich finde, aber dennoch mit Humor, außerdem ist sie recht impulsiv. Mir einigen ihrer Sprüche nimmt sie sich selber auf die Schüppe, wohl, um die Ernsthaftigkeit und Tragweite der Geschehen zu mildern. Um sich das Leben nicht selber schwer zu machen.
Die Vampire im Roman von Mary Janice Davidson sind die ultimativen Klischee-Vampire wie sie im Buche stehen und in Filmen gezeigt werden. Alles Religiöse ist Gift für sie, sie verbrennen in der Sonne und fallen Tagsüber in einen totengleichen Schlaf. ... wie ermüdend, nur, dass Betsy ganz anders ist! Sie ist die einzige Vampirin, die in der Sonne nicht brennt, die kreuze tragen und betrühren kann, die eine Kirche betreten und wahrscheinlich auch in Weihwasser baden kann. Zum Schock aller ...
Nach beginn ihres neuen Lebens ... oder ihres Todes ... sammelt sie eine Schar von Freunden (oder die, die's noch werden wollen) um sich.
Ihre beste Freundin Jessica steht ihr mit rat und tat zur Seite. Sie kauft Betsys Haus auf, bevor es verkauft werden kann und retten ihre heißgeliebten Schuhe vor dem Stief-Monster.
Marc, der als verzweifelter Arzt einen Selbstmord begehen wollte und Betsy es schafft ihr Leben noch deprimierender klingen zu lassen, als das seine und ihn somit von dieser Schnapsidee abbringt. Sie werden Freunde und er zieht als Mitbewohner bei ihr ein.
Sinclair, der geheimnisvolle sexy Vampir, der in keiner Geschichte fehlen darf.
Und Tina, die lesbische Vampirin und Anhängerin von Sinclair, die irgendwie auf Betsy steht.
Dieser durch Humor geprägte Auftakt einer Serie, ist flüssig und schnell zu lesen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich an mehr als einer Stelle im Buch gefragt habe, ob Betsy einfach nur naiv ist oder schlichtweg dumm. Sie kommt oftmals als der typische Blond-Blauäugig-Blöd-Typ rüber und das hat hat mich beim Lesen mehr als einmal gestört.
Unter Berücksichtigung all der Kreterien, gebe ich diesen Buch insgesamt nur 3/5 Sternen.