Im Leben von Airi Hoshina läuft alles seinen geregelten Gang, und warum sollte es das auch nicht? Immerhin ist Airi ein ganz gewöhnliches fünfzehnjähriges Mädchen - nun, zumindest dachte sie das immer. Allerdings sollte ihr die Begegnung mit einem kleinen siebenjährigen Jungen zeigen, dass es Dinge gibt, die nur ihren kühnsten Träumen entsprungen sein können... Aber vor allem gibt es vollkommen durchgeknallte Kinder, die einem im heutigen Jahrhundert noch mit "Euer" anreden und behaupten aus einem Spiegel gekommen zu sein!
Zu dieser Kategorie gehört auch Alam, dem sie begegnet, als sie den Schulweg noch einmal zurück läuft, weil sie ihren Spiegel sucht, der ihr kurz zuvor aus der Tasche gefallen war.
Airi ist sofort hin und weg von dem süßen Kerl, der zwar behauptet auf jemanden zu warten, aber dennoch ziemlich verloren wirkt, wie er da mitten auf der Straße steht und sich nicht vom Fleck rührt. Kurzerhand beschließt sie ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen, damit er dort auf seinen Begleiter warten kann und da sich Airi als Einzelkind schon immer einen kleinen Bruder gewünscht hat, lässt sie es sich auch nicht nehmen ihn nach allen Regeln der Kunst zu verwöhnen: frisch zubereitetes Omelette, fernsehen, ein heißes Bad zu zweit und dann auch noch ein kuscheliges Bett.
Am nächsten Morgen jedoch ist Alam verschwunden und zu Airis Schock liegt statt seiner ein großer gutaussehender Junge ungefähr ihren Alters in ihrem Bett, der dem kleinen Alam verblüffend ähnlich sieht.
Aber die beiden können doch nicht ein und dieselbe Person sein! Oder?
Als dann auch noch ein Mann ihrem Spiegel entsteigt und Airi erklärt, dass es sich bei Alam um den verfluchten Märchenprinzen aus dem Zauberreich Astelle handelt, scheint das Mädchen einer Ohnmacht nahe.
Ray, wie sich der Begleiter von Alam nennt, erzählt ihr, dass Prinz Alam von seinem Bruder Jeile mit einem mächtigen Zauber belegt wurde, der ihm die Zauberkraft stehlen und alt und gebrechlich werden lassen sollte. Allerdings ist bei dem Spruch etwas schief gelaufen und von nun an wächst Alam immer dann weiter, wenn er von tiefster Dunkelheit umgeben ist. Solange Jeile diesen Zauber nicht rückgängig macht, wächst Alam weiter - es sei denn, er erhält den Kuss seiner Geliebten, der ihn erlösen kann.
Doch welcher Siebenjährige hat schon eine Geliebte?
Alam glaubt diese in Airi gefunden zu haben, wovon diese ganz und gar nicht überzeugt ist! Alam ist ein Kind, auch wenn er nicht so aussehen mag! Ein Kind hat noch überhaupt keine Ahnung von Liebe!
Aber seit wann hört das Herz darauf, was der Kopf so von sich gibt?
"Merupuri - Der Märchenprinz" ist mein erster Manga und ich bin nicht wenig überrascht darüber, dass er mir so gut gefallen hat!
Einige Geschehnisse lassen sich in der Handlung leicht vorausahnen, was das Lesevergnügen aber keineswegs mindert...ganz und gar nicht!
Vielmehr ist es so, dass man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören möchte, geschweige denn kann. An vielen anderen Stellen treten nämlich durchaus sehr unerwartete Wendungen ein, mit denen ich vorher niemals gerechnet hätte (vor allem was die Rolle des "Bösen" betrifft) und die den Leser ein ums andere Mal vor ein weitere Rätsel stellen.
Auch die Zeichnungen sind liebevoll und detailliert angefertigt, ziehen einen vollkommen in ihren Bann und lassen einen bis zum Schluss nicht mehr los. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Autorin nach diesem Buch das ein oder andere Angebot als zukünftiger Personaltrainer erhalten hat, denn auch die Lachmuskeln müssen beim Lesen diesen Mangas schwer arbeiten!
Zwei Welten sind es, in die Matsuri Hino ihre Lese entführt, und eine davon scheint direkt aus meinen Kindheitsträumen entsprungen zu sein ein verborgenes Zauberreich, in das man nur gelangen kann, wenn man durch einen magischen Spiegel tritt.
Schnell wird jedoch klar, dass dieses Buch kein Kindermärchen ist. Es ist eine sich langsam aufbauende Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die vom Alter her nicht zueinander passen zu scheinen und sich dennoch perfekt ergänzen. Das liegt vermutlich größtenteils daran, dass Alam kein gewöhnlicher Siebenjährige ist. Er liebt zwar die Picar Rangers (eine Kindersendung), ist hier und da ein wenig unbeholfen und erfahren, aber dafür scheint er ansonsten sehr reif, entschlossen in seinem Auftreten und ganz genau zu wissen, wie es um seine Gefühle für Airi bestellt sind. Ich denke, nicht nur Airi hätte da ihre Probleme, immer im Hinterkopf zu behalten, dass Alam eigentlich acht Jahre jünger als sie selbst ist.
Airi ist eine wundervolle Hauptperson, der man gerne durch diese Geschichte folgt: sie ist sympathisch, in den Träumen von ihrer Zukunft zwar leicht naiv, doch dafür auch durchaus verantwortungsbewusst und vor allemso gut nachvollziehbar!
Sie will sich nicht eingestehen, dass sie für Alam mehr als nur Bruderliebe empfindet, mehr als den reinen Beschützerinstinkt zu einem Kind, und versucht deshalb jemanden zu finden, der als Freund besser geeignet ist. Ich vermute, dass kein Mädchen es anfangs anders machen würde, weil die Vorstellung von einem sieben Jahr jüngeren "Freund" - man kann sagen, was man will - doch befremdlich erscheint.
Aber auch die anderen Personen, die in "Merupuri" ihre Rolle finden, sind durch besondere Charakterzüge einzigartig geworden und bleiben sich in ihrem Handeln stets treu, sodass man weder die leicht Bekloppten, die Unsympathischen, noch die Mürrischen oder Eifersüchtigen missen will.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass es mich praktisch nach dem zweiten Teil dieser Traumedition der ansonsten vierteiligen Mangareihe lechzt, denn ich will unbedingt wissen, ob die Liebe zwischen Airi und Alam eine Chance hat, ob Alam von seinem Fluch befreit wird und was es mit dem Gerede auf sich hat, dass Airi durch ihre Herkunft mit dem Zauberreich Astelle in Verbindung steht...