Leser-Rezension zu „Bad Monkeys” von Matt Ruff

Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (7)

Simone Keil Simone Keil
Verfasst von Simone Keil
am 23.10.2011
 

„omnes mundum facismus“

Jane Charlotte sitzt in der psychiatrischen Abteilung eines Hochsicherheitstraktes und spricht mit einem Psychologen. Sie gesteht im Laufe des Gesprächs mehrere Morde, die sie im Namen einer ominösen Organisation an „bösen“ Menschen verübt hat. Mit NT-Waffen, die einen natürlichen Tod verursachen, so dass die Morde nicht als solche nachweisbar sind. Mehr will ich zum Inhalt gar nicht sagen, denn es gibt immer wieder Wendungen, die das bereits gelesene relativieren.

Der Roman setzt sich aus Szenen im Gefängnis und Rückblenden zusammen. Gespräche mit dem Psychiater (personal im Präsens) und Janes Erklärungen der Vergangenheit (Ich-Perspektive).

Matt Ruff spielt hier sehr geschickt mit veränderlichen Wahrheiten, subjektiver Wahrnehmung, und dem Leser, der immer wieder auf falsche Fährten geführt und überrascht wird. Die Story ist wie ein wahnsinniger Trip durch die menschliche Psyche. Und sie funktioniert ausgesprochen gut und macht einen riesigen Spaß!

Aber das ist nicht alles. Matt Ruff schafft es dieser schrägen, rasanten und originellen Geschichte noch viel mehr mitzugeben. Denn es geht auch um Machtmissbrauch und um Schuld. Zwischen den schrägen Bezeichnungen und aberwitzigen Wendungen liegt etwas schwer Fassbares, das gerade weil es nicht leicht zu greifen ist, umso schwerer wiegt.

Bad Monkeys ist ein wahnsinnig toller Roman, ein Roman der unterhält, aber auch viel viel mehr zu sagen hat, als das, was man auf den ersten Blick liest. Da könnte sich so manches, was Literatur sein will oder als solche in den Himmel gelobt wird, die ein oder andere Scheibe abschneiden.

 

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Bad Monkeys Bad Monkeys
Matt Ruff

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Bad Monkeys
von Matt Ruff

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