Rezension verfasst vor 2 Monaten
(10)
Auf diesen Roman war ich besonders gespannt, da er offensichtlich sehr stark polarisiert. Entweder totale Begeisterung oder völlige Ablehnung. Meine Meinung ist mal wieder völlig konträr, denn ich bin unschlüssig, also in der Mitte.
Die Geschichte handelt prinzipiell um den Kampf zweier Organisationen: Eine vertritt sprichwörtlich das Gute und die andere das personifizierte Böse (Bad Monkeys) wobei sich beide derselben Methoden bedienen und Leute umbringen. Die Bösen aus Freude am Bösen und die Guten töten "Böse" als Prävention vor weiteren Untaten. Dass hier die Grenzen fließend sind und als ein Teil des Betrachtungswinkels fungieren, versteht sich von selbst. Dabei gibt es wie bei allen gegenteiligen Blöcken noch jede Menge Doppelagenten, die für beide Seiten arbeiten, was eben die Unterschiede der Systeme (Organisationen) noch weiter aufweicht.
So spannend der philosophische Ansatz zweier solcher Organisationen und die Herausarbeitung der vorhandenen/nichtvorhandenen Unterschiede zwischen Gut und Böse ist, so problematisch ist in diesem Roman meiner Meinung nach der Umstand, dass diese Geschichte in eine obskure Science-Fiction James Bond Welt mit allerlei Tricks und psychologischem Plot bzw. Krimskrams verpackt ist, die des Guten einfach viel zuviel ist. Es scheint fast als ob die SF und die Psychologie als Gagfeuerwerk abgebrannt wird, und das wiederum wirkt total aufgesetzt.
Hätte Ruff nur die Hälfte der Tricks und Anlehnungen an große SF-Romane gemacht und wäre ein bisschen dezenter vorgegangen, wäre dies vielleicht ein großer Roman geworden, der sich wirklich mal spannend mit dem personifizierten "Guten" und "Bösen" auseinandersetzt - in dieser Roman-Konstellation wäre es sogar möglich gewesen, dass herauskommen könnte, dass es gar keine Unterschiede oder nur eine Organisation gibt.
Ach ja noch was: Was ist der Unterschied zu Die feine Nase der Lilli Steinbeck , die auch ein ähnliches Thema anspricht, einen ähnlich obskuren Plot und am Ende auch kein gutes Finish hat? Ganz Klar die Sprache, diese wunderbare Sprache... das kann Matt Ruff einfach nicht.
0 Kommentare