am 5.07.2010
Matt Ruff zu lesen, bedeutet sich in die verrücktesten, ungewöhnlichsten Situationen und Charaktere dieses Buchkosmos einzudenken, was für Uneingeübte sehr schwierig erscheint, die vor diesem Kosmos und Eruption von Ideen und Handlung förmlich kollabieren werden.
Matt Ruff schreibt in einem sehr flüssigen Stil, wenn aber wie hier viele Fremdwörter und ungewohnte Begriffe verwendet werden, wird das Lesen manchmal etwas stockend, doch wenn man sich daran gewöhnt hat, dann eröffnet sich einem eine Brillianz die sondergleichen sucht.
Die Geschichte des Buches spielt im Jahre 2023 in New York, die Erde hat sich grundlegend geändert auch durch den Ausbruch einer Pandemie, die fast alle schwarzen Mitbürger von der Erde vertilgt hat. Doch das Wirtschaftsimperium von Harry Gant hat diese Lage entscheidend ausgenutzt und Androiden herausgebracht ohne die das Leben nicht mehr vorstellbar wäre - sogenannte Elektro-Neger!!
Hier zeigt wohin das Buch geht, politisch korrekt ist dies nicht, doch Matt Ruff, verweigert sich jedweder Regeln, oder dem political Correctness. Viele Dinge hat er sogar (das Buch wurde 1997 geschrieben) vorausgesehen (Flugzeug in ein New yorker Hochhaus, Ölkatastrophe....), viele Dinge können in naher Zukunft noch folgen.
Manches mal möchte man lauthals auflachen so ironisch und treffend sind seine Ausführungen, manchmal bleiben einem die Lacher im Halse stecken.
Ein verrücktes, überborderndes, überschäumendes Buch was aber nicht für jeden geeignet ist, da das Buch keinen Regeln folgt und der eigentliche Plot, bzw. der rote Faden viel zu Gunsten der nächsten Idee geopfert wird.
Für mich war es ein Buch welches mir bestimmt noch Jahre später im Kopf bleibt und viele Ideen, die mich schlichtweg begeistert haben.

