Leser-Rezension zu „Kaltduscher” von Matthias Sachau
am 7.12.2011
Wie sieht das Leben in einer Männer-WG aus? Es gibt eine Augustiner-Zapfanlage, Fußball spielt neben Frauen die größte Rolle, das Wort Putzplan existiert nicht – sind das wirklich nur Vorurteile?
Matthias Sachau zeigt in seinem Roman „Kaltduscher – Ein Männer-WG-Roman“ deutlich, dass dies keine Vorurteile sind, sondern dass sie das Leben in einer Männer-WG wirklichkeitsnah widerspiegeln: Oliver Krachowitzer, genannt Krach, lebt zusammen mit Gonzo, Francesco, Reto und Tobi in einer Männer-WG, die oben genannte Charakteristika aufweist. Wenn Krach nicht gerade zwischen seinem Schwarm Julia und seiner besten Freundin Amelie emotional hin und her gerissen ist, er eine der Hauptstimmen von Ernie und Bert spricht oder er wie immer verplant durch das Leben stolpert, erlebt er die ein oder andere WG-Katastrophe: das Mobbing des Vermieters Herrn Wohlgemuth, die Umgestaltung der Wohnung und des gesamten Hauses in eine einzige Baustelle oder die Bespitzelung durch Stasi-Opa. Aber glücklicherweise gibt es auch die positiven Seiten der WG: der Vorrat eines kühlen Augustinerbiers, die Fußballrückblicke und die Bandprobe.
Nachdem ich Matthias Sachaus Roman „Linksaufsteher“ begeistert gelesen hatte, nahm mein Interesse für „Kaltduscher – Ein Männer-WG-Roman“ ungeahnte Ausmaße an. Ich wurde nicht enttäuscht, sondern auch „Kaltduscher“ konnte mich bestens unterhalten und mich von sich überzeugen. Ein Erkennungsmerkmal ist das Ausschreiben von Ausrufen und Geräuschen im Comic-Stil, z.B. NÄÄÄT als Ausdruck des Läutens. Das Cover ist dem Verlag ausgezeichnet gelungen, es stimmt sehr gut auf den Roman ein.
Wer humorvolle Romane mit pointiertem Witz und einer unterhaltsamen, zum Teil überzeichnet anmutenden Geschichte mag, wird Matthias Sachaus Romane lieben! Ich kann diesen Autor und seine Werke nur wärmstens weiterempfehlen und werde weiterlesen :-) . Empfehlen kann ich jedoch, zuerst „Kaltduscher“ und dann „Linksaufsteher“ zu lesen, da „Linksaufsteher“ als Fortsetzung gelesen werden kann, es ist aber auch allein in sich schlüssig.

