Rezension verfasst vor 4 Monaten
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Ab und zu brauche ich einfach ein lustiges Buch a la Tommy Jaud, Kerstin Gier und wie sie noch alle heißen. Da kam mir „Linksaufsteher“ von Matthias Sachau gerade recht und der witzige Titel und das Cover haben mich regelrecht angesprungen. Bei lustigen Storys greife ich bevorzugt zu Hörbüchern, vor allem wenn sie von einem guten Sprecher gelesen werden. In diesem Fall ist es Simon Gosejohann, den ich bisher nur von der TV-Show Elton & Simon kannte. Er macht seine Sache wirklich gut und holt aus der mitunter kränkelnden Story das Beste heraus.
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Der Anfang gefiel mir richtig gut: Der Montag-Morgen-Muffel Oliver Krachowitz hasst seinen Job und seine Chefs und pflaumt deshalb jeden an, der es wagt, morgens seinen Weg zu kreuzen. Das erfährt auch das vermeintliche Business-Weibchen Lena, die morgens versehentlich mit ihren High-Heels Olivers Fuß martert. Zwischen den beiden entsteht ein witziges (Wort)-Gefecht. Erst später stellt Oliver fest, dass ihn die Frau nicht mehr loslässt und er beginnt sie zu suchen. Dabei gerät er in ein Internetcafe und muss sich zwangsläufig mit Dingen wie Facebook, Internetbekanntschaften, iKoffern und PC-Freaks befassen, um seiner „Flamme“ näherzukommen.
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Das Buch soll wohl ein Seitenhieb auf die Werbewirtschaft, Apple-Produkte und das moderne Internetleben sein. Leider schießt Matthias Sachau dabei aber über das Ziel hinaus und die meisten der Charaktere wirken einfach nur total überzogen, ebenso wie die Jagd nach einem iKoffer (Eigenerfindung des Autors, dem Apple-Stil nachempfunden).
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Olivers Werbe-Chefs Alvin und Adrian, sind am Anfang ja noch ganz lustig anzuhören, aber irgendwann nervt es einfach nur noch. Manche Sätze kann man getrost überhören, weil sie so mit hippen Englisch-Begriffen und Fremdwörtern gespickt sind, dass ihr Sinn sowieso unverständlich ist. Davon mal ganz abgesehen, ist die Hauptfigur auch nicht besonders glaubwürdig, denn eigentlich müsste es der Traumjob für Oliver als Ex-Ernie-aus-der-Sesamstrasse-Sprecher sein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und etliche Stimmen zu sprechen, auch wenn es nur für Bier-Werbespots von „Pinkelbräu“ und ähnlichem ist. Zumal er damit auch noch Star der Werbesprecher ist und richtig Kohle macht - das ist einfach nur Jammern auf hohem Niveau.
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Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass dem Autor im Laufe des Buchs die Ideen ausgegangen sind und sich vieles wiederholte und sinnlos breitgetreten wurde. So z.B. Olivers besonderes Supermarkt-Einkaufs-System, wonach er jedes Produkt dort 1x kaufen wollte oder auch die Auto-Quartett-Spielerunden in der Kneipe. Das ist mal ganz witzig, aber kein Füllstoff für mehrere Kapitel.
Somit war für mich das eigentliche Highlight zum einen der 7jährige altkluge Anton mit seinen Lebensweisheiten und Simon Gosejohann, der mir bei einigen verworrenen Textpassagen einfach nur leid getan hat, aber trotzdem alles souverän und witzig gelesen hat. Das hat das Hörbuch dann doch noch etwas aufgewertet, so dass ich immerhin noch 3 Sternchen vergeben möchte. Es handelt sich zwar um eine gekürzte Fassung des Buches, aber das ist in diesem Fall sicher zu verschmerzen.
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