Leser-Rezension zu „Neurotheologie – Hirnforscher erkunden den Glauben” von Michael Blume
am 17.01.2010
„Ideologien, Philosophien, religiöse Lehren, Weltbilder, Wertesysteme und so weiter werden stehen und fallen, je nach der Art der Antworten, die die Hirnforschung enthüllt. Es kommt alles im Gehirn zusammen.“ - Roger Sperry (1913 – 1994), Nobelpreisträger Medizin
Neurotheologie, was ist das überhaupt? Dieser Frage widmet sich der deutsche Religionswissenschaftler Michael Blume. In seiner vorliegenden Dissertation „Neurotheologie – Hirnforscher erkunden den Glauben“, die mit einem zusätzlichen Kapitel im Tectum Verlag erschienen ist, zeigt er dem Leser die Neurotheologie. Er benutzt keine Fachsprache, aber auch keine einfach Sprache, so wie man sie zum Beispiel in der Schule findet. Seine Sprache ist klar, aber komplex und trotzdem verständlich, was eigentlich ein Wunder an sich ist. Mit tollen Schaubildern bringt er dem Leser den Text noch näher.
Aber Blume ist nicht nur auf die Neurotheologie fixiert, sondern erklärt dem Leser auch verschiedene Sichten der Philosophie auf das Gehirn. Und der Leser erfährt zusätzlich noch etwas über die Geschichte der Neurowissenschaften.
Ein wirklich tolles Buch, das dem Leser einen neuen Wissenschaftszweig näher bringt und über die Geschichte und Philosophie der Neurowissenschaften informiert. Ein beeindruckendes Buch!
„Warum Menschen Götter haben, beschäftigte bislang vor allem Kulturforscher. Nun haben Mediziner den Ursprung der Religion im menschlichen Gehirn lokalisiert. […] Kommen wir mit dieser Erkenntnis Gott ein Stückchen näher?“ - Klappentext zu „Der gedachte Gott“ von Andrew Newberg, 2002

