Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Nach den lebensgefährlichen Ereignissen, die der Fund des Ossuariums Christi nach sich gezogen hat, hat sich Pater Donovan in seine Heimat Irland zurückgezogen, um dort in einem kleinen Ort den Laden seines Vaters weiterzuführen. Doch der Rückzug und die damit verbundene Ruhe ist nur von kurzer Dauer, erhält er doch Besuch von zwei zwielichtigen Gestalten, die ihm mit Waffengewalt ein gut gehütetes Geheimnis entreißen wollen, dass das Ossuarium Christis umgibt. Pater Donovan gelingt es zu fliehen, aber seine Verfolger sind ihm immer dicht auf den Fersen und manchmal sogar einen Schritt voraus.
Michael Byrnes zweiter Roman um Pater Donovan schließt sich fast nahtlos an den ersten Roman an, der mit dem Rückzug des Theologen in seine Heimat geendet hat. Rasant geht es fast von der ersten Seite an durch die halbe Welt - von Irland nach Amerika über Rom bis nach Jerusalem, wo seinerzeit die Geschichte ihren Anfang genommen hatte. Viele Mächte ziehen hier im Hintergrund die Fäden und schnell wird klar, dass nicht nur eine Organisation ein besonderes Interesse am Tempelberg in Jerusalem hat.
In einem parallelen Strang agieren die Ägyptologin Julie LeRoux und der Archäologe Mizrachi, die sich nach einem Fund weiterer Schriftrollen in Qumran und deren Entschlüsselung auf die Suche nach einem jahrtausende alten Geheimnis machen, hinter dem auch Pater Donovon und Charlotte Hennessy, die der Leser bereits aus dem ersten Band kennt, her sind. Beide Teams agieren unabhängig von einander, ihre Wege kreuzen sich erst spät in diesem Buch, als es für drei von Ihnen zu einem fulminantem Showdown auf dem Tempelberg kommt.
95 rasante und kurze Kapitel mit permanenten Szenen-Wechseln, Geheimdiensten, Auftragskillern, fanatischen Juden und Muslimen, Exkurse über das alte Testament, die Geschichte Jerusalems und die ägyptische Götterwelt lassen dem Leser keine Chance auf eine Verschnaufpause. Die Thriller-Elemente verbinden sich in diesem zweiten Roman mit einer mystischen, nicht irdischen Komponente, für deren technische Erklärung sich der Autor der laufenden Genforschung bedient hat, deren Ursprung aber letztendlich nicht erklärbar ist. Die Botschaft dahinter mag nicht neu sein, ich fand die Auslegung, die er gewählt hat, aber durchaus durchaus originell.
Der Leser bekommt hier zwar einen Verschwörungsthriller, allerdings einen, der ausnahmsweise mal wenig mit der Kirche zu tun hat. Religion und Religiosität, aber vor allem der Glaube, spielt auch hier eine übergeordete Rolle, der Vatikan aber nur eine sehr unbedeutende. Statt dessen rückt Michael Byrnes in seinem zweiten Roman den ständig schwärenden Zwist zwischen Israel und Palästina, sowie deren Streit um den Tempelberg und den Felsendom in den Mittelpunkt. Beide Seiten versuchen mit aller Macht eine endgültige Lösungs herbeizuführen und greifen dazu zu drastischen Mitteln.
Michael Byrnes hat mich auch mit seinem zweiten Buch gut unterhalten. Aufgrund des Plots vermute ich, dass es ein weiteres Buch geben wird. Man darf gespannt sein, auf welche Mission der Autor seine Protagonisten dann schicken wird.
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