Leser-Rezension zu „Neu-Erscheinung” von Michael Gantenberg
am 13.05.2011
Es gibt Gründe zur Skepsis, wenn man einen Roman eines Autoren in die Hand nimmt, der für das Fernsehen arbeitet. Gantenberg hat Dinge wie "Nikola" oder "Ritas Welt" gemacht und dafür sogar den Grimme-Preis kassiert, was ihn allerdings noch nicht für das Genre Roman empfiehlt. Doch die Überraschung ist geglückt, der Gantenberg kann auch Roman. Und was für eine Geschichte: Litten, der Held, ist Lokalredakteur bei einem Provinzblatt. Um sich ein wenig von der nicht gerade sprühenden Routine abzulenken, schreibt er einen Fortsetzungsroman über - ausgerechnet - Hannah, die Zwillingsschwester von Jesus. Vorsichtshalber schreibt er unter Pseudonym. Dieser Stoff kommt dermaßen gut bei den Lesern an, dass es zu einigen Komplikationen und unvorhergesehenen Reaktionen kommt. Gantenberg schreibt flüssig und vor allem sehr amüsant, die Lacher kommen stoßweise und das Ganze ist rasant und hat nicht eine Zeile Leerlauf. Bis zum Schluss hält er das Tempo und die Qualität durch und schafft auch noch mit der letzten Zeile eine nicht zu erwartende Pointe. 280 Seiten allerbeste Unterhaltung und da kann man ja nur respektvoll das Hütchen ziehen.

