Leser-Rezension zu „Das Gedicht des Pornographen” von Michael Turner
am 30.09.2008
Ein uraltes Thema: Kunst vs. Pornographie. Oder Kunst und Pornographie. Oder Kunst oder Pornographie.
Eine sicher ewige Debatte.
Ich mag Bücher wie diese, die aus der Perspektive eines "anderen" Protagonisten erzählen, oft ein Sonderling, eher weg vom Mainstream. Und Michael Turner erzählt die Story auch via verschiedene Textsorten: neben der Ich-Perspektive der Hauptfigur gibt es Treatment-ähnliche Filmszenenbeschreibungen oder die Briefe einer weiblichen Figur. Außerdem - und das ist ein zusätzlicher Spannungsbogen- muss der Protagonist immer wieder Fragen beantworten, von Beginn an, ohne dass man weiß, wer ihn da aus welchen Grund befragt. Es könnte ein Interview sein, oder ein Verhör...
Kurzweilig, nachdenklich und inspirierend. Und auch wenn Turner oft sehr konkret wird und kein Detail auslässt, schlecht pornograpisch wird es nie, wenn man denn solche Stellen als Pornographie etikettieren will.

