Leser-Rezension zu „Tee mit Buddha” von Michaela Vieser
am 8.08.2009
Klosteralltag in Japan
Die Autorin nimmt uns mit auf eine wunderbare und herzerfrischende Reise in ein japanisches Kloster.
Sie darf als europäische Frau ein Jahr in einem japanischen Kloster leben und läßt uns an ihren Erlebnissen teilhaben.
Es beginnt bereits mit ihren Vorstellungen, Erwartungen und Wünschen auf der Hinreise.
Dann jedoch die Realität: Alles komplett anders! Kein idyllisches Kloster auf einem Berg, sondern eine Anlage mitten in einer Kleinstadt! Hochhäuser, statt traditionelle Häuser! Supermodernes Appartment - sogar mit Fernseher -, anstelle einer kargen Klosterzelle. Der Mönch Wado, von dem sie zunächst annimmt, das sei der Hausmeister!
DAS FÄNGT JA GUT AN !!!!!!!!!!
Sie wird jedoch sehr liebevoll in der Klostergemeinschaft aufgenommen. Alle freuen sich über ihr Dasein.
Wir erfahren von ihren nicht erwarteten Sprachschwierigkeiten und den Problemen und den Banalitäten des Alltags eines Klosterlebens.
Förmlich kann man ihre Ungeduld, die hohen Erwartungen an sich selber spüren und miterleben. Mit einem erfrischenden Schreibstil und einem Augenzwinkern, aber auch mit viel Respekt werden uns alle wichtigen Weggefährten vorgestellt. Irgendwie meint man schon, es sind alte Bekannten von einem selber.
Gefallen, haben mir auch die kurzen und einfachen Erklärungen der unterschiedlichen Arten des Buddhismus. Es wurden auch im Laufe der Schilderungen die christlichen Werte angesprochen.
Jederzeit konnte ich mich -mental - in Michaela Vieser Versuche hineinversetzen, um auf den Weg der Erleuchtung zu gelangen.Einfach köstlich. Gleichzeitig erlebte ich bei den Misserfolgen den Frust mit.
Es war schön, die langsam sich vollziehende Wandlung - erkennbar am Verhalten und ihren Gedankengängen - mitzuerleben. Interessant auch die philosophischen Gedankenansätze!
Erwähnenswert noch die schöne Aufmachung des Buches mit den japanischen Schriftzeichen. Alles sehr stimmig!
Ein wunderbares Buch über Japan, das Kloster und den Buddhismus!

