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Alle anzeigenLenchen94
Vor 11 Monaten
(5)Tja, Feed ist ein Buch, über das man nicht zu viel verraten darf. Jedes bisschen würde einem mehr die Spannung rauben, bei diesem Buch ein wahres Verbrechen ...
Geht, wenn möglich, ohne Vorwissen an das Buch heran! Ansonsten ist es nicht halb so spannend!
Die Story bewegt sich auf allerhöchstem Niveau. Ich glaube ich habe noch nie einen so sorgfältig ausgearbeiteten Weltenentwurf gesehen. Es gibt so viele Details, so viele Kleinigkeiten, die die Geschichte so unglaublich glaubhaft machen.
Die Geschichte beschäftigt sich nicht damit, möglichst effektiv Zombies umzubringen oder die Menschen ums Überleben kämpfen zu lassen. Feed ist eine Geschichte über Politik und Pressefreiheit, die eben in einer zombiegeplagten Welt spielt. Fast schon ein Politthriller mit Zombies.
Diese existieren hier schons seit etlichen Jahren und die Menschen haben (mehr oder weniger) gelernt, mit ihnen zu leben. Die Gesellschaft hat sich angepasst und die Menschen ebenso. Die lebenden Toten sind hier nicht das Hauptgericht, sondern eher der Teller, auf dem es serviert wurde.
Die Story ist zu jeder Sekunde absolut glaubhaft und erschreckend realistisch.
Hier gibt es keine Ausschmückungen oder Verschnaufpausen. Obwohl das Buch 500 Seiten lang ist, ist es durchgehend nüchtern und sachlich.
Das liegt wohl auch an den Hauptcharakteren: Den Geschwistern Georgia und Shaun. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Shaun ist der Draufgänger, der nichts lieber macht, als Zombies mit einem Stock zu pieksen und Georgia ist die knallharte Frau, die nach der Wahrheit sucht. Zudem ist sie der Kopf der Mannschaft und das Buch ist hauptsächlich aus ihrer Sicht geschrieben.
Georgias Sichtweise ist die einer abgebrühten Journalistin und sie bringt selten Gefühle mit ins Spiel. Stellenweise war mir ihre Sicht dann doch eine Spur zu nüchtern. Aber so ist Georgia und sie macht auch keinen Hehl daraus, oder wie sie sagen würde: "haltet eure Meinungen verdammt nochmal aus meinen Nachrichten raus!" Solche Journalisten braucht die Welt!
Wir bekommen auch einiges von ihrem Bruder Shaun mit, jedoch hat er bei mir nie die Verbundenheit geweckt, die ich Georgia habe zukommen lassen.
Sprachlich ist es (selbst auf Deutsch) nicht ganz einfach und Anfangs hatte ich doch den einen oder anderen Absatz zweimal lesen müssen, um auch nichts zu verpassen. Die Sätze sind teilweise ein wenig lang und verschachtelt. Daher läd dieses Buch nicht zum einfachen "berieseln" ein. Man sollte seinen Kopf wirklich bei der Sache haben, sonst kann sich der Charme von "Feed" erst gar nicht entfalten.
Die Geschichte baut sich recht langsam auf und hat auch im Mittelteil ihre zähen Abschnitte. Das tut der allgemeinen Spannung jedoch keinen Abbruch. Spätestens beim letzten Drittel waren meine Fingernägel nur noch Stumpen!
Mira Grant weiß, wie man einen Leser fesseln kann, auch wenn anfangs recht wenig davon zu spüren gewesen ist.
Hier kommt wieder der Appell: Lest das Ende nicht zuerst! Es würde euch alles verderben! Ich habe beim Ende Rotz und Wasser geheult und das bei einem Buch, das fast schon als nüchterner Politthriller durchgehen kann ...
Mira Grant spielt hier mit unseren Emotionen und lässt uns Seite für Seite umblättern, ohne das wir uns dem wirklich bewusst sind.
"Feed" ist im Fazit kein einfaches Buch gewesen. Es ist sachlich, nüchtern und durch seine glaubhafte Welt und der herrlich abgebrühten Protagonistin einfach nur realistisch. Das Buch hat einen zähen Anfang und auch im Mittelteil gibt es einige Längen, aber dennoch ist "Feed" einfach nur fesselnd und in allen Punkten glaubhaft. Von den Charakteren hätte ich mir im Endeffekt ein klein wenig mehr erhofft, aber es gibt ja noch zwei Folgebände ...
Ich kann "Feed" absolut jedem empfehlen, der spannende und zudem intelligente Leseunterhaltung sucht, auch denjenigen, die nicht die größten Untoten-Fanatiker sind. Ich fiebere jetzt schon der Fortsetzung entgegen! Definitiv ein Highlight!
Wertung
Story: 5/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 4,5/5
Emotional: 4,5/5
Endwertung: 4,5/5
Altersempfehlung: 16 Jahre
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