Leser-Rezensionen zu „Schlangenfutter” von Miriam Pharo
Rezension verfasst vor 2 Monaten (4)
Also zuallererst möchte ich sagen, dass ich nur die ersten achtzig Seiten dieses Werks gelesen haben. Daher möchte ich nur kurz meine Meinung dazu äußern, warum ich dieses Buch abgebrochen habe und keine absolute Bewertung dazu abgeben, denn dafür muss man es auch komplett gelesen haben. ;)
Okay, also warum habe ich abgebrochen? Weil mein Herz bereits nach dreißig Seiten über zehn Mal geblutet hat. Warum? Diese unglaublich vielen englischen Begriffe und amerikanischen Ausdrücke. Ich meine, es gibt einen ganz besonderen Grund, warum ich gerne Thriller von deutschen Autoren lese und das liegt daran, weil man dort eigentlich immer die Liebe zur deutschen Sprache spürt. Ganz im Gegenteil bei diesem Buch. Mir kam es fast so vor, als würde die Autorin die deutsche Sprache „uncool“ finden und daher alles veramerikanisieren. Ganz ehrlich, mich nervt diese Sache schon im realen Leben, wo die meisten Menschen regelrecht auf die deutsche Sprache spucken und lieber „englisch“ reden, um angesagt zu sein, aber in einem Buch?! Muss nun auch die deutsche Literatur darunter leiden? Es mag vielleicht „authentischer“ wirken, aber mich hat das einfach nur genervt.
Aber das ist nur meine Meinung, deswegen möchte ich durch diese Sache nicht ein ganzes Buch bewerten oder zerreißen, daher habe ich mich auch bis Seite 80 gequält, ehe ich endgültig das Handtuch geschmissen habe. Louann wusste ja am Anfang noch zu gefallen, aber Elias und die ganzen anderen Personen wirkten auf mich einfach zu stereotypisch und überhaupt nicht authentisch. Eher wie, die müssen das eben jetzt so machen, basta. Tut mir leid, aber dieser Thriller war wirklich nicht meins.
Warum dennoch zwei Sterne? Weil ich die Idee eines Zukunftsthriller gut fand und auch die Umsetzung, bis eben auf die Veramerikanisierung. Außerdem glaube ich, dass dieser Thriller wirklich gefallen kann, wenn man auf dieses Neudeutsch anspringt. Mehr habe ich nicht zu sagen. ;)
Rezension verfasst vor 2 Monaten (7)
Ich liebe ungewöhnliche Thriller und freue mich deshalb umso mehr, diesen Zweiteiler zu besprechen. Nur gut, dass ich mir gleich beide Bände um Detective Elias Kosloff nebst seiner Partnerin Louann Marino gekauft habe. Nicht auszudenken, ich hätte auf Band 2 länger warten müssen...
Miriam Pharo besitzt die Fantasie und vor allen Dingen die Fähigkeit, die Zukunft des Jahres 2066 absolut glaubwürdig zu schildern. Nichts, was ich ihr nicht ohne zu zögern abgenommen hätte. Es macht richtig Spaß, den Hauptakteuren bei der Aufklärung des Falles "zuzusehen". Zimperlich darf man nicht sein, die Autorin besitzt einen klaren und direkten Schreibstil, der diesen Zukunftsthriller erst zu etwas ganz Besonderem macht.
Fazit: Hart, modern, überraschend. Abseits vom Mainstream. Elias Kosloff als kompromissloser Ermittler. Ich stehe drauf und würde sehr gerne mehr von ihm lesen.
Rezension verfasst vor 2 Monaten (9)
Inhalt:
Im Jahr 2025 hat eine gewaltige Flutkatastrophe große Teile im Norden Deutschlands zerstört. Übrig blieben Hamburg und Lübeck, die sich aus der Not heraus zu einer Megacity zusammen schlossen. Hanseapolis war geboren. Fluggleiter und riesige Wolkenkratzer beherrschen das Stadtbild, technische Errungenschaften dominieren das tägliche Leben, Luft und Wasser sind verpestet und außerhalb der Stadt entwickelte sich eine undurchdringliche, gefährliche Vegetation.
Hanseapolis im Jahre 2066:
Dem Frischling im Morddezernat, genannt Sektion 3, Detektive Louann Marino und ihrem undurchsichtigen Partner Elias Kosloff wird ein grausamer Mord zugeteilt. Eine junge Panamerikanerin liegt zerfleischt in den Sümpfen vor der Stadt. Die Ermittlungen führen das ungleiche Ermittlerpaar in die Tiefen unterhalb der glänzenden Millionenstadt, in einen Morast des Verbrechens…
Kritik:
Der Debütroman von Miriam Pharo ist sicher kein alltäglicher Krimi/Thriller. Allein die Kulisse der Stadt, die die Autorin fantasievoll und detailliert zeichnet, ist nichts, was man von der gängigen Krimiliteratur gewöhnt ist. Dazu kommen ungewöhnliche Fortbewegungsmittel, merkwürdige Alltagsrituale und vor allem eine hoch technisierte Polizei.
Trotz der unglaublichen Maschinen kann aber nicht die gesamte Ermittlungsarbeit von Robotern übernommen werden. Und hier kommen die Protagonisten ins Spiel. Louann Marino, eine hübsche, intelligente, hin und wieder an sich zweifelnde Polizistin, wird frisch in die Sektion 3 von Hanseapolis, die Mordkomission versetzt. Ihr Partner, Elias Kosloff, ein mürrischer, geheimnisumwitterter Einzelgänger ist davon alles andere als begeistert und zeigt das auch sehr deutlich. Trotzdem wirken beide Charaktere sympathisch, ihre Handlungen sind nachvollziehbar, wenngleich manchmal erschreckend. Gerade die Spannung zwischen den Protagonisten verleiht dem Buch eine ganz eigene Dynamik. Dies wirkt sich auch sehr positiv auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen der Ermittlungsarbeit und den technischen Details der futuristischen Welt aus.
Besonders gut gefallen haben mir die so genannten „Info Breaks“, in kleinen Kästen vom Fließtext abgesetzte Kurzinformationen, zu unbekannten Ausdrücken oder Techniken, die man bei Bedarf aber auch überspringen und erst später nachlesen konnte. So wurde die Handlung nicht durch weit schweifende Erklärungen gestört.
Sprachlich überzeugend, entführt die Autorin den Leser in die neuzeitliche Industrie Metropole und überrascht durch unerwartete Wendungen und immer neue Ideen. Das Ende des Buches macht (nicht nur) Lust auf mehr, man muss einfach weiter lesen.
An manchen Stellen hätte ich mir zwar ausführlichere Erläuterungen gewünscht, aber dennoch ist das Buch gut verständlich geschrieben. Die Vielzahl der ungewohnten Bezeichnungen verwirrt, entgegen meiner Befürchtungen, nicht. Und falls man sich doch einmal unsicher sein sollte, ist im Anhang ein hilfreiche Glossar beigefügt.
Fazit:
Zu Anfang war ich skeptisch, ob mir der Roman gefallen würde. „Zukunftsphantasien“ sind normalerweise nicht meine literarische Spielwiese. In diesem Fall wurde ich aber mehr als positiv überrascht. „Schlangenfutter“ ist ein spannender Krimi, vor futuristischer Kulisse, der neben den genannten positiven Aspekten auch durch seinen Ideenreichtum besticht. Prädikat: Unbedingt lesen.
Rezension verfasst vor 8 Monaten (7)
Der Zukunftsthriller "Schlangenfutter" ist das erste Buch des Zweiteilers "Sektion 3 / Hanseapolis". Er besteht aus den Episoden "Das rote Pendel" und "Das Attentat".
Inhalt:
Die einst blühenden Hansestädte wurden von einer riesigen Sturmflut zerstört. Hamburg entwickelte sich seitdem zu einer Megacity namens Hanseapolis, die über 20 Millionen Einwohner hat.
Eines Tages wird im Sumpf eine verstümmelte Frauenleiche gefunden. Der Fall wird Detective Marino, die gerade erst zum Morddezernat in Hanseapolis versetzt wurde, und ihrem Partner Elias Kosloff zugeteilt und führt die beiden tief ins Gebiet skrupelloser Verbrecherbanden.
Eindruck:
Was mich von "Schlangenfutter" von Anfang an faszinierte, war der Genremix aus Science-Fiction-Roman und Thriller. Ich fand es sehr spannend zu sehen, wie die Autorin Miriam Pharo diese Genres miteinander verbunden hat. Ihre Beschreibung der zukünftigen Welt hat mir dann auch sehr gut gefallen: Die Skizzierung von Hamburg als Megacity, neuer Technologien, Ansichten und Lebensweisen, das alles wurde glaubwürdig dargestellt. Was mich allerdings zum Ende des Buches hin immer mehr störte, waren die sogenannten "Info Breaks": Eingeschobene Texte, die in Form von Lexikoneinträgen diverse Technologien erklärten. Im Haupttext selbst hätten sie mir wesentlich besser gefallen. Aber so haben sie meinen Lesefluss erheblich gestört und wirkten auf mich eher deplatziert.
Der eigentliche Kriminalfall konnte mich nicht vollkommen überzeugen. Meines Erachtens verliefen die Ermittlungen etwas zu flott und die Entwicklungen erschienen teilweise konstruiert. Generell war mir das Buch auch einfach zu actiongeladen. Aber sowas ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Zu den Charakteren: Der Klappentext verspricht den Lesern zwar "glaubwürdige Charaktere". Das kann ich allerdings nicht bestätigen. Marino und Kosloff fand ich etwas blass und stereotyp. Kosloff: Der harte Cop mit einem gebrochenen Herzen, Marino: Der intelligente, aber naive und weichherzige weibliche Part.
Eingeschobene Gedankenfetzen wie "Die Aktion kann uns den Kopf kosten!" und "Wir kriegen das Schwein!", die vom restlichen Text besonders hervorgehoben wurden, wirkten auf mich auch befremdlich, sollten aber wohl zur Glaubwürdigkeit der Charaktere beitragen.
Fazit:
Somit konnten mich weder der Kriminalfall, noch die Charaktere und der Sprachstil vollkommen überzeugen. Die Ausarbeitung der SciFi-Welt fand ich hingegen genial. Da der erste Teil mit einem gemeinen Cliffhanger endet, möchte ich auch den zweiten Teil lesen um zu erfahren, wie sich alles auflösen wird.
Rezension verfasst vor 8 Monaten (8)
Aus dem "Yahoogle Investigation Network":
"Das Healthcare Security System (HCS) ist eine sensorische Überwachungsanlage, die den Kreislauf und die Herzaktivitäten des Schlafenden überwacht, sowie Puls, Atmung und Körperbewegungen. Sobald lebensgefährliche Unregelmäßigkeiten auftreten, wird ein Notfallteam informiert. Sofern der Patient das teure Premium Care gebucht hat, trifft der Notarzt innerhalb von drei Minuten ein. Bei Standard Care Patienten kann das bis zu einer Stunde dauern."
Das ist Hanseapolis, irgendwie surreal, aber irgendwie doch gar nicht so abwegig.
Nachdem eine 30 Meter hohe Freak Wave halb Norddeutschland unter sich begraben hatte, haben sich die Stadt Lübeck und Hamburg beim Wiederaufbau zusammengeschlossen und "Hanseapolis" geschaffen.
"Er liebte diese Stadt. Ganz besonders nachts, wenn sie zur bunten Lichtgestalt wurde: ein Meer aus pixeligen Türmen, die mit ihren fluoreszierenden Lande-Plattformen wie überdimensionale Pilze aussahen. Jeder Lichtpixel ein menschliches Schicksal…"
Im Jahre 2066 hat Hanseapolis mehr als 20 Millionen Einwohner. (Ein Vergleich dazu: New York City hat gerade mal ca. 8 Millionen Einwohner - der ganze Ballungsraum um New York ca. 18 Millionen)
Einer dieser Einwohner, wird eines Tages Tod im Sumpf aufgefunden. Ein Fall für Louann, neu in Sektion 3: Morddezernat, und alteingesessener Detective Elias Kosloff.
"Angst bringt den Menschen dazu, das Richtige zu tun."
Beide zusammen sind das sympathischste Tatort Team das ich bis jetzt erlebt habe. Beide könnten verschiedener nicht sein. Elias, der gerne auch erst mal den Zeugen mit der Faust ins Gesicht springt, und Louann, die es erstmal auf die sanfte Tour versucht, bevor sie dann aber doch auch mal zur Löwin werden kann.
Miriam Pharo hat ihre ganzen Charaktere, und dabei die Hauptkommisare genauso wie die kleinen Nebenrollen, mit so viel Liebe und Detail ausgestattet, dass man von jedem auch nachdem man das Buch zugeschlagen hat, noch ein sehr lebhaftes Bild im Kopf hat.
Auch ihre Beschreibungen von der Stadt, von den Menschen darin, von den ganzen Zukunftserfindungen (die man Science Fiction zuordnen würde, wenn es sich alles nicht so real und "machbar" anhören würde), macht richtig Lust auf mehr. Auch die Skizzen und Bilder, die ab und zu in die Geschichte eingewoben sind, fand ich eine sehr tolle Idee, und machen das "Erlebnis Hanseapolis" noch realer.
Und auch der Krimi, bzw. der Thriller um die Tote aus dem Sumpf wird richtig spannend erzählt, und was ein Totes Mädchen in einer Stadt wie Hanseapolis alles lostreten kann, ist fast unfassbar. Da gibt es geheime Bruderschaften, ein unter Verschluss gehaltenes X-Team, eine große Explosion mit mehrere tausend Toten… alles und mehr was ein richtig guter Krimi braucht.
Leider wird am Ende noch nicht alles aufgelöst, sodass ich mir so schnell wie möglich den zweiten Teil kaufen werde. :)
Als Fazit kann ich Hanseapolis jedem Krimiliebhaber empfehlen, und auch jedem, dem das Bild einer Zukunftstadt mit Gleitern und Restaurants bei denen man sich während dem Essen sportlich betätigen muss und Kommunikatoren in der Hornhaut, Vorfreude darauf macht, was uns die Zukunft so alles bringen könnte.
Rezension verfasst vor 10 Monaten (9)
Zum Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2066 durch eine Naturkatastrophe die ihres Gleichen sucht ist von Hamburg nicht mehr viel an Fläche übrig geblieben, so das man eine Fusion mit Lübeck eingehen musste. Was zu einer Verschiebungen von Menschen und Lebensräumen geführt hat. Lübeck dient jetzt als Industiestandort der neuen Megacity. Und auf den Resten von Hamburg baute sich dann eine neue Stadt auf Hanseapolis mit einer Einwohnerzahl von 20 Millionen Menschen . Am Rande dieser Riesenstadt gibt es einen Sumpf mit giftigen Dämpfen und Stoffen eine weitere Folge einer etwas späteren Katastrophe, die diese Gegend heim gesucht hatte. Alles wiederum umgeben vom einem Schutzdamm, außerdem ist die Luft , wie überall im Europa des Jahres 2066 durch all das so verseucht, dass man ohne entsprechende Atemmaske und Augen -Protektionsgel auf der Null-Ebene sogar sich in Lebensgefahr begibt.
Es gibt virtuelle Guide für Reisegruppen, der Luftraum ist in verschiedene Zonen eingeteilt,Nano-Technik, es gibt einen Lust-Tower und entsprechend sind diese Sachen jetzt auch in staatlicher Hand. Desweiteren hat man immer noch mit einer Lust-Seuchen zu kämpfen und um die Ausbreitung zu verhindern, ist dieses nur an bestimmten Orten und das entsprechende Tuen dazu streng reglementiert, aber auch hier gibt es extra Lust-Diener usw. um nur einiges in der Zukunft zu nennen.
Und nach dieser kurzen Einführung in die Welt vom Morgen, kommen wir auch zu den beiden Cops(Polizisten) Lounann Marino und ihrem Partner Elias Kosloff. Die auch in dieser Welt keinen leichten Stand haben als Menschen , die für Recht und Ordnung sorgen müssen.
Bei ihrem 1. Fall machen beide Bekanntschaft mit eine verstümmelte Leiche im Sumpf , die auch noch übelst zu gerichtet ist. Wer mag so was getan haben? Bei den Ermittlungen bekommen sie es mit allen möglichen und unmöglichen Personen bzw. Orten zutun .Denn unterhalb der glitzernden Metropole gibt es eine Schattenwelt und Menschen aller übelster Sorte , die keine Hemmung und Gewissensbisse bei ihren Tuen haben. Und da setzt diese spannend , gespikt mit Zukunftstechnik bestückte Geschichte ein...
Meine Meinung :
Für mich ist Miriam Pharo ein neuer Stern am Autorenhimmel , wenn es um Science-Fiction gepaar mit einem guten Krimi geht.
Hier stimmt einfach die Mischung, denn viele Dinge..wie die Nano-Technik können/werden sich sicherlich weiter entwickeln und deshalb sind die Beschreibung von Miriam Pharo was das Leben im Jahre 2066 angeht keineswegs so unrealistisch.
Mir hat es sehr gut deshalb gefallen und da die Geschichte auch in 2 Bänden ist, bin ich klar gespannt , wie sich die Geschichte noch weiter entwickelt wird.
Ganz klar , meine Empfehlung, für Leute die Krimigeschehen gerne mit Science-Fiction verbinden ...
Schön sind auch immer die Info Break, knapp und kompakt gibt es Infos was sich in der Zukunft verändert hat im Gegensatz zu Heute, auch das Cover zeigt schon an wohin uns die Autorin entführen wird...
Rezension verfasst vor 1 Jahr (24)
Der Zukunftsthriller "Schlangenfutter" bildet den Auftakt zu einem Zweiteiler um das ungewöhnliche Ermittlerduo Louann Marino und Elias Kosloff. Miriam Pharo hat für ihren Mix aus Krimi und Sience Fiction eine mehr als atemberaubene Kulisse geschaffen. Schauplatz ist die Europäische Föderation im Jahr 2066. Hamburg und Lübeck existieren nur noch in der Erinnerung. Es geschah am 11. April 2025. Der Orkan Kumani schaffte, was Katastrophen-Experten bis dato für unmöglich hielten. Er türmte in der Deutschen Bucht, westlich von Hamburg, eine 30 Meter hohe Welle auf, welche mit einer Geschwindigkeit von 500 Stundenkilometern über das Land brach und es verwüstete.
Der Schaden war beträchtlich und die Verbindung zur Nordsee gekappt. Hundert Quadratkilometer Land wurden nicht nur zerstört - Cuxhaven und Stade existierten nicht mehr -, sondern auch durch die Verbindung von giftigen Elbschlamm und Salzwasser verseucht. Hamburg war bankrott und beklagte den Tod von 250.000 Menschen. Ein Bündnis mit Lübeck brachte die Lösung - die beiden Städte verschmolzen zu einer einzigen gigantischen Stadt: Hanseapolis ...
Im Jahr 2029 beschloss man, einen gigantischen Schutzwall gegen weitere Überschwemmungskatastrophen zu errichten. Der aus schwarzem Beton gebaute Damm erreichte eine Höhe von 50 Metern und eine Länge von 350 Kilometern. Eine weitere Katastrophe verhinderte, dass das Gebiet jenseits der Mauer erschlossen und trockengelegt wurde. Ein mit hochgiftigem Sondermüll beladener Flugcontainer stürzte über dem Gebiet ab, weshalb die Europäische Föderation beschloss, das gesamte Areal auf unbestimmte Zeit unter Quarantäne zu stellen.
2066 ist Hamburg ein Nobelbezirk von Hanseapolis, während die Industrie in gigantische Zonen um die Lübecker Region verlagert wurde. Die Menschen leben in riesigen Towern, die in einer Höhe von 60 Metern, der Flugzone 1, durch ein kompliziertes Polymer-Röhrensystem verbunden sind. Hier bewegt man sich mit dem Hauptverkehrsmittel von Hanseapolis, den Expressbahnen, mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 600 km/h zum gewünschten Zielort. Private Gleiter und Lufttaxis füllen den Luftraum in Zone zwei, in einer Höhe von 100 - 400 Metern. Bei 600 Metern beginnt die dritte Zone, welche Fracht- und Passagierschiffen vorbehalten ist. Den Erdboden betreten nur noch wenige - was auch nicht unbedingt ratsam ist. Schließlich sind die Regionen unterhalb von 50 Metern kein sicheres Pflaster mehr. Zudem ist die Luft am Boden vergiftet, wie in allen Megacitys der Europäischen Föderation. Ein Aufenthalt ohne Atemschutzmasken kann den Tod bedeuten ...
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Louann Marino ist die Neue im Morddezernat der Sektion 3. Sieben Jahre arbeitete sie als Officer in Oyten, einer südlichen Enklave von Hanseapolis. In der Hauptsache hatte sie es mit Einbrüchen zu tun, bis sie die Langeweile zwang, nach einer wirklichen Herausforderung zu suchen. Seit vier Wochen ist sie nun in Sektion 3, doch einen richtigen Fall hatte man ihr noch nicht zugeteilt. Stattdessen stehen beispielsweise Vernehmungen auf dem Programm, die im Prinzip gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Die oberen Etagen wollen aus bestimmten Gründen mit größeren Aufgaben warten, bis Elias Kosloff, ihr neuer Partner zurückkehrt. Das erste Zusammentreffen gestaltet sich sehr unerfreulich, denn Elias kann sich mit einer Zusammenarbeit mit der ihm zugewiesenen "Göre" nicht anfreunden. Eine Beschwerde bei seinem unmittelbaren Vorgesetzten verpufft jedoch ohne Wirkung, denn die Anweisungen kämen von ganz oben. Dennoch denkt Elias gar nicht daran, seine neue Kollegin freundlich zu empfangen und setzt gleich zu Beginn den Grundstein für künftige Komplikationen: "Wir spielen nach meinen Regeln, Marino. Tu einfach, was ich dir sage, dann kommen wir beide prima miteinander aus."
Wie das funktioniert, zeigt sich gleich beim ersten Mordfall. Jenseits der großen Mauer wird eine schrecklich verstümmelte Frauenleiche gefunden. Jetzt wird es ernst ...
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Miriam Pharos spektakulärer Debutroman strotzt nur so vor Ideen. Die Handlung ist energiegeladen und baut einen großartigen Spannungsbogen auf. Wir sehen staunend durch das Fenster, welches die Autorin geschaffen hat, um uns einen glasklaren Blick in die nähere Zukunft zu ermöglichen. Hierbei vergisst sie gesellschaftliche Strukturen ebenso wenig wie technische Details, denn nebenbei erfahren wir, was "Thermotrop Fenster", "S3-Implantate", eine "Wall-Flax", "Nanorouge", "Nanobots", ein "MEC-549", ein "Getränke Replikator" oder ein "Defroisseur" sind. Ebenfalls wird an dieser Stelle nicht verraten, wie ein "TacSuit" funktioniert, wozu man eine "Raupe" benötigt, wo man einen "Camino FL8" einsetzen kann, wer eine "NIP" ist oder welche ganz außergewöhnlichen Eigenschaften "Dura-Liquid" besitzt.
Man könnte durchaus die vorhandene Schublade "Zukunftsthriller" in "Utopisch-technischer-Kriminalroman" erweitern. Die beiden Episoden "Das rote Pendel" und "Das Attentat" habe ich in einem Durchgang gelesen. Der sorgsam ausgefeilte Text erzeugt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Erfreulich, dass in "Sektion 3 | Hanseapolis" das letzte Wort noch lange nicht gesprochen bzw. geschrieben ist. Im Mai 2010 dürfen wir uns auf den zweiten Teil freuen ...
© Thomas Lawall - www.querblatt.com
Rezension verfasst vor 1 Jahr (7)
Normalerweise schreibe ich ja auch bei Reihen zu jedem Buch meine Rezi, das hatte ich auch hier vor, aber als ich nur die ersten Zeilen des zweiten Buches gelesen hatte war mir klar das die Geschichte direkt weiter geht. Am Ende des ersten Buches hatte ich noch verdammt viele Fragezeichen auf der Stirn, viele Details blieben ungelöst. Diese wurden im zweiten Buch dann alle nach und nach aufgelöst. Die Schreibweise von Miriam Pharo gefällt mir sehr gut. Ich war ja bereits auf Ihrer Lesung in einem Bunker in der Nähe von Hamburg im Mai diesen Jahres (HIER könnt ihr das nochmal nachlesen). Als ich nun diese Bücher gelesen hatte, hatte ich wieder Ihre Stimme teilweise im Ohr. Ich bin auch heute noch der Meinung das sie, falls dies einmal passieren sollte, diese beiden Bücher als Hörbücher selbst einlesen soll. Denn ihre Stimme passt perfekt zu den dort nieder geschriebenen Worten. Durch die Grafiken in beiden Büchern konnte ich mir die dort beschriebenen Dinge besser vorstellen, eben mit den Augen der Autorin. Aber auch ohne diese Grafiken hätte man dies wunderbar gekonnt, da alles sehr genau beschrieben ist.
Kurzum, mir haben beide Bücher sehr gut gefallen, aber eine Sache ist mir dann doch noch aufgefallen. Auf beiden steht "Zukunftsthriller", das kann ich erstmal Unterschreiben. ABER es ist auch ein Krimi und irgendwo ist auch noch eine kleine Liebesgeschichte versteckt.
Ich für meinen Teil hoffe das Elias und Louann nochmal in Hanseapolis auf Streife gehen und wieder einen so spannenden Fall lösen.
Rezension verfasst vor 2 Jahren (36)
Im Jahr 2066 ist aus den großen nordischen Städten nach verschiedensten Überschwemmungen Hanseapolis geworden, aus der Umgebung ist eine riesige Industriezone geworden und Millionen von Einwohnern leben in einer multimedialen Welt voller moderner Möglichkeiten - die nicht immer nur positive Auswirkungen haben. Inmitten dieser glänzenden Fassade arbeitet die junge und motivierte Polizistin Louann Marino, die gerade erst in einen neuen Bezirk in der Sektion 3 versetzt wurde. Zusammen mit dem ebenfalls neuen Kollegen Elias Kosloff muss sie in einem Mordfall ermitteln: eine Frau wurde vor der Stadt brutal hingerichet - die ersten Ermittlungen deuten auf einen Zuhälterring hin. Doch die beiden wissen noch nicht mit wem sie sich da anlegen - zum Glück, denn dieser Fall wird sich tödlich & explosiv entwickeln und die wahren Täter arbeiten dort, wo man sie am wenigsten erhofft und vermutet....
Dieser Science-Fiction-Roman war samt Autorin ein wirklicher Geheimtipp und ich bin froh, beide entdeckt zu haben. Miriam Pharo hat eine tolle Zukunftsvision mit sehr realistischen Möglichkeiten entwickelt, dazu ein spannender Plot mit ernst zu nehmenden Charakteren - mehr braucht es für mein Lesevergnügen nicht und die tolle Gestaltung gibt mir dann den Rest: zwischen den einzelnen Kapiteln sind immer sogenannte "Info Breaks" zu finden, die Zusatzinfos geben, ausserdem erklärende Zeichnungen und Bilder, für mich eine perfekte Ergänzung zum Text. Leider gab es aber einen Stern Abzug weil das Buch nicht gut gebunden und die Qualität der Drucke sehr verbesserungswürdig ist. Die restlichen vier Sterne gebe ich gern und von Herzen - lesenswert Frau Pharo, bitte her mit dem zweiten Band!
Rezension verfasst vor 2 Jahren (23)
Wir schreiben das Jahr 2066. Die einstigen Hansestädte im Norden Deutschlands existieren nicht mehr. Hamburg ist zu Hanseapolis geworden - eine Megacity mit über 20 Millionen Einwohnern, die niemals schläft. Louann Marino, vor kurzem zum Morddezernat von Hanseapolis versetzt, untersucht zusammen mit ihrem neuen Partner Elias Kosloff den Mord an einer jungen Frau. Die Spuren führen sie in die Abgründe von Hanseapolis...
Miriam Pharo ist die Mischung eines spannenden Krimis mit einem ungleichen Ermittler-Duo, das in der Zukunft spielt, wahrlich gelungen. Luann Marino ist nach sieben Jahren Polizeidienst die Neue im Morddezernat. Elias Kosloff hingegen ist einer der besten Ermittler, die das Morddezernat zu bieten hat. Außerdem gehört er einer Elite an, um die sich geheimnisvolle Gerüchte ranken. Und er ist partout nicht erfreut, eine Partnerin zu bekommen, die ihm vielleicht in die Quere kommen könnte. Trotzdem verbindet die beiden ihr Tatendrang, den Fall zu lösen. Sie wollen den Mörder der jungen Frau unbedingt zur Strecke bringen. Dies schweißt sie unweigerlich zusammen.
Die Geschichte liest sich, sobald man sich eingelesen hat, sehr flüssig und ist geprägt von kurzen Sätzen, ohne viel ausschmücken zu wollen. Dies verhilft einem dazu, sich die Szenen klar und deutlich vor Augen zu führen. Es wirkt fast so, als befände man sich mitten drin. Einziges Manko dabei ist, dass die Charaktere zum Teil kühl und distanziert rüberkommen. Spannend bleibt die Geschichte aber allemal.
Futuristische Begriffe werden nicht nur im Laufe der Handlung durch kleine Info-Tafeln erklärt, sondern können auch im Glossar nachgeschlagen werden. Zudem gibt es auch einige nette Illustrationen als kleine Beigabe, so dass sich der Leser alles noch viel besser vorstellen kann und der Einstieg nicht allzu schwer fällt. Einzig die fett-kursiv geschriebenen Zeilen wirkten etwas störend. Denn mir war nicht immer ersichtlich, ob es nun ein innerer Monolog, Gedanke oder schlichtweg als Aufhänger dienen sollte.
"Sektion 3 | Hanseapolis - Schlangenfutter" ist der Auftakt eines Zweiteilers und besteht aus den Episoden "Das rote Pendel" und "Das Attentat". Der Auftakt ist wahrlich gelungen und endet mit einem raffiniertem Cliffhanger, so dass man es kaum erwarten kann, den nächsten Band in die Hände zu bekommen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht...









