Leser-Rezension zu „»Grüße und Küsse an alle«” von Mirjam Pressler
am 7.09.2011
In diesem Buch hat Mirjam Pressler nicht nur einfach zahlreiche Fotos und Briefe abgedruckt, sondern sie erzählt einen regelrechten Familienroman, ergreifend und bewegend.
Zunächst wird aus Sicht von Annes Großmutter Alice Frank, geb. Stern, erzählt, anschließend von ihrer Tante Leni Elias, geb. Frank und zum Schluss von ihrem Cousin Buddy Elias.
Die Briefe sind äußerst bewegend, Presslers Umrandung durch eine Erzählung fesselnd, so dass man die knapp 400 Seiten in wenigen Tagen verschlungen hat.
Besonders ergreifend sind die Briefe, welche Otto Frank nach der Befreiung von Ausschwitz schreibt. Zunächst seine Hoffnung, dass seine Familie ebenfalls überlebt hat, dann die schiere Unfassbarkeit über die schreckliche Ermordung von Anne, Margot und seiner Frau Edith Frank. Auch die Reaktionen seiner Familie sind von Fassungslosigkeit geprägt.
Das Buch verfolgt Otto Franks Leben weiter, berichtet von der Veröffentlichung des Tagebuchs, der Adaption des Stoffes durch Theater und Fernsehen.
Zum Schluss endet es mit dem letzten Überlebenden der "jungen" Generation: Buddy Elias.
Fazit: Dieses Buch ist faszinierend und einmalig. Es stellt das Leben einer außergewöhnlichen Familie dar und obwohl es eigentlich ein Sachbuch ist, liest es sich wie ein spannender, fesselnder Familienroman. Gerade denen, die sich für den Holocaust und das Schicksal von Anne Frank interessieren, möchte ich das Buch unbedingt ans Herz legen, aber auch sonst ist es wirklich für jeden lesenwert und hinterlässt einen bleibenden Einblick über die Gräueltaten während der Nazizeit.

