Leser-Rezension zu „Damit ihr mich nicht vergesst” von Mitch Albom
am 18.10.2010
Der Glaube und was am Ende davon bleibt ...
Ich habe bisher alle Bücher von Mitch Albom gelesen und liebe den Sinn, der hinter seinem geschriebenen Wort steckt. Nicht selten lässt er Tränen fließen, weil die Zwischenmenschlichkeit bei seinen Büchern so im Vordergrund steht, dass man sich selbst total einbezogen fühlt. Auch scheint das Leben von Mitch Albom sehr aufregend und erlebnisreich zu sein. Denn wie bereits bei 'Dienstags bei Morrie' handelt es sich bei diesem Roman um eine wahre Begebenheit.
Der Rabbi Albert Lewis bittet Mitch Albom eines Tages, die Trauerrede für ihn zu halten. Nun würde ein jeder denken, dass Lewis kurz vor dem Ende seines Lebens steht, doch hat er noch Jahre Zeit damit, diese Erde zu verlassen. Zeit genug für Mitch, dem er von seinem Leben erzählt und der am Ende sehr viel von ihm erfahren wird. Und nicht nur das. Er wird auch lernen.
Parallel zu den Treffen mit Albert Lewis (die ein wenig an die Treffen mit Morrie erinnern, der übrigens ebenfalls in diesem Buch erwähnt wird), erzählt Albom die Geschichte von Henry. Einem Geistlichen, der nicht immer so heilig war, wie er am Ende scheint. Beide Männer leben nach ihrem Glauben und beide leben vor allem mit einem anderen Glauben. Und dennoch scheinen sie einiges gemeinsam zu haben.
Es handelt sich bei diesem Roman um eine sehr tiefgehende Geschichte, die man nicht 'mal eben so' lesen kann. Man muss ein wenig zwischen den Zeilen lesen und wie bei allen Albom-Romanen wird man sich auch nach dem Lesen dieser Geschichte am Ende seine eigenen Gedanken dazu machen und sicher noch eine zeitlang darüber nachdenken ...

