Während Caffery noch nicht weiß, wie er die Morde aufklären soll, weil der Täter, wie es scheint, keine persönlichen Spuren hinterlassen hat, hat der Vogelmann selbst seinen Auftritt. Er erzählt seine Geschichte – wie ihn seine Mutter demütigte und er schließlich entdeckte, worin seine wahre Natur liegt. Wie er zu studieren anfing und letzten Endes nicht länger widerstehen konnte – den Leichen widerstehen konnte. Dass zeitgleich eine weitere Figur die Bühne betritt, verwirrt und fasziniert gleichermaßen.
Im Verlauf der Ermittlungen gerät Caffery schließlich an die Information, dass jede der ermordeten Prostituierten vor ihrem Verschwinden einen Auftritt im Dog and Bell, einem Pub hatte. Dass sich dort auch gleich ein potenzieller Verdächtiger findet, erscheint nicht ganz überraschend – ist Cafferys neuer Kollege doch ein offener Rassist, der sich natürlich sofort auf den einzigen Anwesenden dunkler Hautfarbe stürzt.
Nach und nach werden die Opfer identifiziert und Caffery trifft auf die junge Malerin Rebecca, die früher selbst Prostituierte war, heute aber nur noch die Mädchen bei ihrem Auftritt im Dog und Bell malt – und die außerdem auch noch eine der Toten kannte. Von Anfang an knistert es zwischen den beiden. Als dann eine weitere Leiche gefunden wird, eine Frau entführt und nach dem Schema des Vogelmannes schwer verletzt wird, ist plötzlich auch noch Becky verschwunden.
Die Ereignisse überschlagen sich, da nichts mehr einen Sinn ergibt – steht doch fest, dass der Mann, der die Prostituierten ermordet hat, nicht mehr lebt. Und dennoch sieht es stark danach aus, dass er trotz allem Becky und ihre Mitbewohnerin in seiner Gewalt hat. Caffery gibt alles, um den Fall zu lösen und steht am Ende vor einer Entscheidung, die sein Leben verändern wird – so oder so.
Nachdem ich ja das unglaubliche Talent besessen habe, zuerst Zeil 4 und danach Teil 3 der Reihe rund um Jack Caffery zu lesen, war ich nun also der Meinung, auch mal den Anfang des Ganzen lesen zu müssen. Dass dieser Anfang so … nun ja, Übelkeit erregend werden würde, hätte ich mir ja denken können – aber so? Nicht wirklich.
Mir ist immer nicht ganz klar, wie Hayder das macht – ihre Leser so vollkommen gefangen zu nehmen mit ihren Büchern. Man zweifelt keinen Moment an dem Mann, der Frauen ermordet, um sich an ihren Leichen zu vergehen. Man stellt nicht infrage, dass er das wirklich tut. Man glaubt Mo Hayder … und einem wird schlecht.
Da ich aber allerdings ein ganzes Weilchen gebraucht habe, um das Buch zu lesen – sowohl aufgrund des Ekelfaktors, als auch deshalb, weil es Passagen gab, die sich buchstäblich wie Kaugummi zogen, sieht meine Endbewertung dann also wie folgt aus …