Detective Inspector Jack Caffery hat London den Rücken gekehrt und sich ins südwestenglische Bristol versetzen lassen. Dort trifft er auf die Polizeitaucherin Flea Marley, zu deren Aufgaben es gehört, Wasserleichen zu bergen. An einem Tag findet sie im Hafenbecken eine einzelne Hand. Die Suche nach dem restlichen Körper bleibt ohne Resultat. Wenig später taucht die zweite Hand vergraben unter dem Eingang eines Restaurants auf, dessen Besitzer Afrikaner ist. Der Verdacht kommt auf, dass die Hand etwas mit Muti, einem Zulu-Ritual bzw. Heilzauber zu tun hat, bei dem - in seiner extremen Form - auch menschliche Körperteile Verwendung finden.
Zwischen Caffery und Marley besteht von Anfang an eine gewisse Anziehung, obwohl sich das keiner von beiden eingestehen will. Caffery hält sich sogar für so beziehungsunfähig, dass er es vorzieht, sich der Dienste von Straßenmädchen zu bedienen. Caffery wie Marley kreisen zu sehr um sich selbst - eigene Probleme, alte Schuldgefühle, nicht aufgearbeitete Verlusterfahrungen - um sich aufeinander einlassen zu können.
So laufen auch die beiden Erzählstränge um diese Personen weitgehend separat nebeneinander her.
Marley trauert um ihre Eltern, die bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen sind, bei dem sie eigentlich auch hätte anwesend sein sollen. Sie hadert damit, dass die Leichen ihrer Eltern nie geborgen werden konnten. Mit Hilfe eines alten Universitätskollegen ihres Vaters, dem Afrikaner Kaiser Nduka, exprimentiert sie so z. B. mit einer Pflanzendroge, die einem afrikanischen Volk dazu dienen soll, Verbindung mit Verstorbenen aufzunehmen.
Caffery ist von dem Tod seines Bruders traumatisiert, der als Kind offenbar von einem Pädophilen getötet wurde, dessen Leiche man aber nie gefunden hat und dessen - mutmaßlichem - und inzwischen verstorbenen Mörder man auch nie etwas nachweisen konnte. Caffery ist nicht voll beim Fall, sondern setzt sich auf die Spur eines Landstreichers, der Tag für Tag in Bewegung ist und deshalb nur der "Walking Man" genannt wird; einem begnadigten Mörder, der sich seinerseits für den Mord an seiner Tochter grausam gerächt hat.
Mo Hayder hat für diesen Roman, durch den sie nach zwei Romanen ohne ihn ihre Figur Jack Caffery (bekannt aus "Der Vogelmann" und "Die Behandlung") wiederkehren lässt, auf verschiedene reale Vorkommnisse zurückgegriffen. So ist u. a. der Junge "Adam", dessen verstümmelte Leiche erwähnt wird (und dem der Roman gewidmet ist), traurige Realität, auch das Bushmen's Hole oder Boesmansgat in Südafrika ist durch spektakuläre Tauchgänge bzw. tödlich verunglückte Taucher bekannt.
Der Roman hat seine Schwächen - wie z. B., dass sich offenbar alle Personen irgendwie untereinander kennen bzw. miteinander verstrickt sind (selbst bei der romantypischen Verdichtung von handelnden Personen und deren Beziehungen untereinander, müsste der Handlungsort schon ein Dorf sein, um dies noch glaubwürdig sein zu lassen) oder dass die Nebenhandlung bez. ihres Bruders erst ausführlich erzählt wird und dann im Sande verläuft. Ich habe den Roman trotzdem - in wenigen Tagen - ausgesprochen gerne gelesen.