Rezension verfasst vor 8 Monaten
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Kurzreview:
Es wird hier nur ein kurze Review, denn 'Der Menschenfeind' erinnert mich an eins dieser Bücher, welche im Schulunterricht gelesen und besprochen wurden und meine Lesart war nicht immer die, der Lehrer und da waren die Ergebnisse nicht immer so gut. Heute und privat lese ich solche Texte ganz gerne, aber dieses Stück hat mir weniger gefallen und wenn ich auch gerne mal meckere, will ich mich hier gar nicht lange mit aufhalten.
Vorallem gefallen hat es mir nicht, weil der Titel nicht hält was er verspricht. Molière beschreibt hier keinen Misanthropen, sondern nur einen Menschen, der ein wenig von der Gesellschaft und deren Verlogenheit genervt ist. Sowas macht aber noch lange keinen Misanthropen aus, denn wir alle sind mal von den Menschen genervt oder auch gelangweilt und wünschen uns die Menschheit sonst wo hin, aber das ist doch nichts. Es fehlt einfach der Hass und das Leiden, denn Misanthropen sind zum Teil sehr kranke Menschen und sie verabscheuen alles und jeden - meist sogar nicht selbst - und sehnen sich nach Einsamkeit und nicht so wie der Alceste, der auch noch Liebe empfindet zu der ein oder anderen Frau wie die Laune ihm steht. Überhaupt seine Wankelmütigkeit hat mich genervt - da hätte ich mir lieber eine geradlinige Entwicklung gewünscht.
Zum Inhalt will ich auch gar nicht mehr viel sagen - es ist ein Stück in 5 Aufzügen, aber die verteilen sich gerade mal auf 72/73 Seiten. Zumindest bei diese Ausgabe vom Anaconda Verlag. Es liest sich also schnell weg und es passiert nicht viel. Ein paar Streitereien und Alceste lässt sich aus, aber das ist nicht alles wirklich spannend oder interessant oder wenn es eine Komödie sein soll, fand ich dort kein bisschen Humor. Würde es auch eher als Drama ansehen, aber ich vertrau mal auf das Internet und es sagt, es eine Komödie.
Dann noch kurz etwas zur Buchausgabe selbst - Anaconda bringt 'Der Menschenfeind' als gebundene Ausgabe zum kleinen Preis raus (für unter 3 € zu haben) und das ist schon eine nette Sache, weil andere Verlage bringen zwar auch Klassiker, Bühnenstücke usw. zum kleinen Preis raus, aber eine Hardcover Ausgabe liegt doch anders in der Hand und sieht schöner aus. Ist halt doch ein anderes Lesegefühl. Dies soll aber nicht weiter in die Wertung mit einfließen.
Denn es bleibt dabei, dass mir 'Der Menschenfeind' von Molière nicht gefallen hat. Es ist nichts Ganzes und nichts Halbes und oberflächlich abgehandelt und wenn die Uraufführung damals nicht so erfolgreich war, dann kann ich das gut nachvollziehen. Ist recht belanglos, aber eignet sich dennoch gut als Lückenstopfer - wenn man nur schnell mal etwas lesen will und nicht viel erwartet, kann man es sich mal ansehen.
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