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Vor 2 Jahren
(11)Rezension:
Florine verlebt eine behütete Kindheit in einem kleinen Fischerdorf, bis von einem auf den anderen Tag ihre Mutter Carlie verschwindet. Florines ganzes Leben gerät aus den Fugen. Ihr Vater beginnt, zu trinken und ihr einziger Halt ist ihre Oma. Florine klammert sich an die Hoffnung, dass ihre Mutter noch leben könnte.
Von der ersten Seite an war mir die Protagonistin Florine sehr sympathisch. Sie begeht kleine und große Fehler, ohne an die Konsequenzen zu denken. Mit dieser Einstellung kann sich sicher jeder ein bisschen identifizieren. Zumindest wünscht sich jeder, einmal den Mut zu solch einer Einstellung zu haben. Auch die Nebencharaktere waren keineswegs platt. Besonders Grand ist mir als gute Seele des Fischerdorfes positiv in Erinnerung geblieben.
Morgan Callan Rogers Schreibstil ist dazu herrlich melancholisch und sie versteht es gut, das Wechselbad der Gefühle, dass Florine durchmacht, zu umschreiben. Florine durchlebt schließlich keine normale Jugend. Sie kämpft sich durch Trauer und Angst, aber auch durch Liebe und Beziehungen. Die Autorin schafft es, dass ich selbst Taten von Florine nachvollziehen kann, die ich in der Realität niemals tolerieren würde.
Dieses Wechselbad machte mir aber ab der Hälfte des Buches zusehends Probleme. Mir war nicht mehr klar, was „Rubinrotes Herz, eisblaue See“ überhaupt sein soll: Ein Krimi, eine Schnulze oder ein Jugendroman. Mal war das Buch so spannend, dass es zum Pageturner wurde, mal musste ich lachen und mal beinahe weinen.
Natürlich ist es richtig, die Protagonistin alle Gefühle erleben zu lassen, die man als junges Mädchen eben erlebt, aber dazu hätte ein zufriedenstellendes Ende gehört. Die eigentliche Geschichte gerät in den Hintergrund und die Fragen, die man hinsichtlich des Verschwindens Carlies hat, werden kaum aufgeklärt. Mich stört es, wenn mich ein Buch mit mehr Fragen zurücklässt, als ich am Anfang hatte.
Fazit:
Mit anrührendem Schreibstil schafft es die Autorin Morgan Callan Rogers, den Leser tief in das Leben im kleinen Fischerdorf hineinzuziehen. Die Protagonistin ist mir fast zur Schwester geworden, vor allem durch ihre gewagten Entscheidungen. Umso enttäuschender ist es, dass der Leser in Ungewissheit zurückgelassen wird, wo das Buch doch so einen tollen Anfang genommen hat. Die Autorin hätte sich darüber klar werden soll, welches Genre sie bedienen will.
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