Morton Rhue

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Morton Rhue

Lebenslauf von Morton Rhue

Morton Rhue wird 1950 als Todd Strasser in der Stadt New York geboren. Morton Rhue ist ein Künstlername, der aus den französischen Wörtern „Mort“ für Tod und „Rue“ für Straße konstruiert worden ist. Tod bezieht sich dabei auf seinen Vornamen Todd, die „Straße“ entstammt seinem Nachnamen Strasser. Morton Rhue wächst in Longisland auf. Nach dem High School Abschluss geht er nach Beloit in Wisconsin, um am dortigen College Literatur zu studieren. 1974 macht er seinen Abschluss. Er hält sich zunächst als Straßenmusiker über Wasser und reist quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika und durch Europa. Später arbeitet er als Journalist für den Times Herald-Record im New Yorker Vorort Middletown und als Texter für die Werbeagentur Compton Advertising. Seine ersten Kurzgeschichten veröffentlicht er in New Yorker Zeitungen. Seine Jugendbücher drehen sich vor allem um das Thema Gewalt unter Jugendlichen, Armut, autoritäre und faschistoide Erziehungsmaßnahmen und Gruppenzwang. Sein in Deutschland bekanntestes Werk ist „The Wave“ (Dt. Titel: „Die Welle“) aus dem Jahr 1981, das seit 1984 in deutscher Sprache erhältlich ist. Das Buch geht auf ein reales Experiment an einer High School in Palo Alto, Kalifornien, aus dem Jahre 1967 zurück. Damals wollte ein Geschichtslehrer seinen Schülern erklären, wie das Mitwirken der Menschen im Nationalsozialismus möglich war. Er ließ die Schüler im Rahmen eines Rollenspiels eine Gruppe aufbauen, die durch strenge Prinzipien und Disziplin aufrechterhalten wurde. Das ganze Experiment bekam eine schreckliche Eigendynamik, als die Gruppe immer faschistoidere Verhaltensweisen zeigte, indem vermehrt gegen Schüler, die sich nicht der Gruppe beugen wollten, vorgegangen wurde. Andere Lehrer schauten dabei teilnahmslos zu. Der Lehrer war letzten Endes gezwungen, das Experiment nach zwei Wochen abzubrechen. Das Beispiel zeigt, wie einfach sich auch heute Menschen für faschistoide Verhaltensweisen durch Macht und Gruppenzwang animieren lassen. Sein Buch bildet die Grundlage für Dennis Gansels gleichnamigen Kinofilm aus dem Jahr 2008. In seinem Roman „Boot Camp“ aus dem Jahr 2007 greift Morton Rhue eine ähnliche Thematik auf. Es geht um einen problematischen Jugendlichen, der von seinen Eltern in ein Umerziehungslager, ein so genanntes „Boot Camp“, gesteckt wird. Dort wird versucht, die Jugendlichen mit autoritären und erniedrigenden Methoden zu brechen, um sie dann wieder als neue Menschen aufzubauen. Ältere Häftlinge unterstützen dabei die Wärter in ihrem brutalen Handeln. Das Thema Gewalt steht auch in dem Buch „Give a Boy a Gun“ von 1999 (Dt. Titel: „Ich knall euch ab!“), das in Deutschland seit 2002 erhältlich ist, im Mittelpunkt. Morton Rhue schildert den Amoklauf eines Jugendlichen an einer US-amerikanischen High School. In „Asphalt Tribe – Kinder der Straße“ behandelt er die Problematik von Straßenkindern in New York. Ein ähnliches Thema greift er seinem aktuellsten Roman „Ghetto Kidz“ aus dem Jahr 2008 auf, der von gewalttätigen Jugendbanden handelt. Im Juni 2012 erschien sein aktuelles Buch "Über uns Stille" im Ravensburger Verlag. Morton Rhue lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in New York City.
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