Leser-Rezension zu „Die Eleganz des Igels” von Muriel Barbery
am 7.12.2011
Die zwei Hauptfiguren, eine Concierge im mittleren Alter und die 12jährige Paloma, Tochter aus gutem Hause, sind eine ungewöhnliche Besetzung um über die großen Fragen des Lebens zu philosophieren. Damit positioniert sich Muriel Barberys Eleganz des Igels von Anfang an als eine Anklage gegen den Snobismus der Intellektuellen, die per Bildung und Attitüde über allem und jedem zu stehen meinen. Stattdessen suchen und zeigen uns die Concierge Renée und Paloma die eigentlichen Schönheiten des Lebens. Da wären beispielsweise die Kunst, die Sprache, die Natur und die Freundschaft zu nennen. All das konnte mein Leserherz jedoch nur wenig bewegen, da der Roman sehr direkt mit all diesen Weisheiten umgeht. Parabelhaft soll der Leser all diese Aspekte durch die Gedanken der beiden Hauptpersonen erfassen. Das ist mir in Form und Sprache zu platt und zu wenig Kunst, die es schafft diese Erkenntnisse erleb- und erfühlbar zu machen.

