Mit Dorian und Ashaya hat die Autorin eine mehr als gelungene Paarkonstellation kreiert, in dieser ein unberechenbarer Scharfschütze und eine kalte Wissenschaftlerin aufeinandertreffen, deren Geschichte aus lauter Spannung und Überraschungen besteht.
Dorian ist einer der stärksten und gefährlichsten DarkRiver – Leoparden, denn die Raubkatze ist in dem Mann gefangen, sodass er keine Möglichkeit hat sich zu verwandeln. Wenn er auch alle anderen Fähigkeiten einer Katze besitzt, fühlt er sich dennoch nicht vollständig. Mangels Wandlungsfähigkeit musste er daher stets härter an sich arbeiten als alle Anderen. So sieht er zwar mit seinen blonden Haaren und seinen blauen Augen aus wie ein typischer Surferboy, doch der Schein trügt. Zudem hat er immer noch mit dem Tod seiner kleinen Schwester Kylie zu kämpfen, diese von einem Medialen brutal ermordet wurde. Es fehlt nicht mehr viel und er droht in seiner Raserei zu versinken. Getrieben von unendlichem Hass hat er nur ein Ziel vor Augen: die Rasse die den Tod seiner Schwester zu verantworten hat zu vernichten. Denn trotz der Rache an dem Mörder seiner Schwester, kann er einfach nicht zur Ruhe kommen und auch die Bemühungen seiner Rudelgefährten bleiben erfolgslos. Da hilft es auch nicht gerade, dass er eine Mediale beschützen soll, diese vor ein paar Monaten zwei Kinder gerettet hat und nun den Schutz des Rudels für sich und ihren Sohn Keenan ersucht, da der Rat jagd auf sie macht. Doch Ashayas Taten um ihren Sohn zu schützen, passen nicht in das Bild dieser kalten Medialen, die völlig hinter den Mauern Silentiums versteckt zu sein scheint, sodass Dorian sich unweigerlich die Frage stellen muss, was diese Mediale verheimlicht und warum ausgerechnet sie es ist, die solche Gefühle in ihm weckt, wo sie doch der Rasse angehört die er so verabscheut. Denn er fühlt sich widerwillig zu ihr hingezogen, warum das weiß er selbst nicht, kann sich selbst nicht verstehen, denn eigentlich holt er sich bei den Medialen nur Frostbeulen so kalt und gefühlslos sie doch sind. Doch bei dieser Medialen ist alles anders. So muss er mit den immer stärker werdenden Gefühlen für Ashaya klar kommen und gleichzeitig mit der erdrückenden Schuld seiner kleinen Schwester gegenüber, da er dabei ist sich mit dem Feind einzulassen. Von sich selbst angewidert, versucht er sich nicht von seinen Instinkten leiten zu lassen, immerhin hat Ashaya selbst zugegeben sich jahrelang vor einen Psychopathen gestellt zu haben wo sie doch für den Rat persönlich gearbeitet hat. Doch er kommt nicht gegen seinen inneren Leoparden an, denn dieser ist fasziniert von dieser Medialen die sowohl „Hirn als auch Kurven“ besitzt. Während Dorian's Katze schon längst erkannt hat, dass Ashaya seine Gefährtin ist, weigert sich der Mann in ihm, sich noch hartnäckig dies zu akzeptieren.
Im Vergleich zum gefühlsbetonten Dorian, ist Ashaya Aleine, die kühle M(edizinische)-Mediale, die als Wissenschaftlerin für den Rat gearbeitet hat und so kalt und herzlos wie alle Silentium Koordinierten erscheint. So ist sie nach außen hin die perfekte Mediale, doch sie hat nicht nur zwei Unschuldigen Kindern das Leben gerettet, sondern auch ihrem eigenem Sohn Keenan, in dem sich mit den Leoparden einen Pakt geschlossen hat und nun als Abtrünnige von Rat gejagt wird. Und so etwas ist mit der Natur der Medialen eigentlich nicht vereinbar, denn Silentium verbietet jegliche Gefühle, auch die von einer Mutter zu ihrem Kind, was sich zu Beginn sehr deutlich abzeichnet, da sie sich weigert ihren Sohn zu besuchen, auch wenn dies nichts mit Silentium zu tun hat, sondern um ihn vor Gefahren zu schützen, doch all diese Gefühle kann sie mehr als perfekt unterdrücken. Eine gute Schauspielerin, diese nicht nur sich selbst, sondern auch den Rat jahrelang hinters Licht geführt hat, denn ihre Konditionierung ist immer mehr am Bröckeln und kurz davor endgültig zu fallen. Doch ohne das gemeinsame Hirn des Medialnets kann eine Mediale nicht überleben. Sie hat mehr als nur ein paar Geheimnisse, diese durch Dorian aufzufliegen drohen, denn die Katze weckt ungeahnte Gefühle in ihr, diese sie unter allen Umständen zu unterbinden versucht. Denn nicht nur der Rat hat es auf sie abgesehn, sondern auch ihre Schwester ist ihr nicht gerade freundlich gesinnt. Und so sehr sie sich auch bemüht die Risse ihrer Konditonierung zu kitten, so kann sie doch nicht umhin gefallen an dem Scharfschützen zu finden, der ihrem Sohn das Leben gerettet hat und nun eine ganz besondere Beziehung zu dem kleinen K-Man hat, einfach süß.
Eine mehr als Explosive Mischung kommt mit diesen beiden interessanten Charakteren zustande. Ashaya die ständig den Drang verspürt sich gegen Dorian zu wehren und mit kalter Offenheit zurückzuschlagen. Dorian mal wütend um Beherrschung ringend, um sie nicht wie er es gern tun würde in Stücke zu reißen und gleichzeitig von seinem Beschützerinstikt übermannt, bis er beschließt seinen Gefühlen nachzugeben um den Hunger zu stillen, sodass er nun die volle Charmeoffensive anwendet. Auch wenn Ashaya hart kämpft, hat sie kaum eine Chance. Denn wenn eine Katze sich auf die Jagd macht ist es nur schwer dieser zu entkommen, vor allem wenn diese in Form des mehr als nur charmanten Dorian auftritt. Einfach super. Es hat Spaß gemacht die Beiden miteinander zu erleben. Ich mochte Dorian bereits in den Bänden davor sehr gerne, aber jetzt hat er sich endgültig in mein Herz geschlichen und auch Ashaya war von Beginn an sehr sympatisch, vor allem aufgrund ihrer Vergangenheit und ihrer Taten für die, die ihr am Herzen liegen.
Nalini Singh überzeugt wie immer mit ihrem Facettenreichtum, ihrer Liebe zum detaillierten Ausbau der Charaktere und einer durchweg spannenden Geschichte, diese wider aus verschiedenen Perspektiven dargelgt wird. Die meisten Parts haben Ashaya und Dorian, aber man erhält auch wieder Einblicke in die Gedanken und Handlungen der anderen Rudelmitglieder wie z.B das Alphapaar Lukas und Sasha, oder auch der Ratsmitglieder. Neben der Haupthandlung, werden auch die Nebenhandlungen wie immer gut eingefädelt, der Rat und seine Machenschaften werden Aktiver und Gefahr droht nun auch noch von den Menschen.
Ein durchweg gelungenes Buch, mit wie immer genau der richtigen Mischung in perfekten Portionen ;)
Die Handlung der einzelnen Bände ist aufeinander aufbauend, man kann die Bände zwar durchaus in anderer Reihenfolge lesen, aber um die genauen Details auch zu verstehen sollte man sie der Reihe nach lesen. Der nächste Teil handelt von Riley und Mercy und verspricht ein interessantes Spiel von Hund und Katz zu werden. Ist bin gespannt.