Rezension verfasst vor 10 Monaten
(4)
Snow Crash ist drastisch, brutal und intelligent. Es zeichnet ein düsteres Bild von unserer Zukunft. Es hat auch kein versöhnliches Ende. Es hat überhaupt ein Ende. All das ist überhaupt nicht mein Ding und doch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.
Stephensons Roman aus dem Jahre 1992 baut darauf auf, daß Drogen, Viren und Religionen prinzipiell identisch sind, parasitäre, sich selbst reproduzierende Informationen. Der Staat existiert praktisch nicht mehr. Alle Funktionen des öffentlichen Leben sind privatisiert, auch Polizei und Justiz.
In dieser Welt machen sich Hiro Prtotagonist (Pizza-Auslieferator, Hacker und Schwertkämpfer) und Y.T. eine 15-jährige Kurierin auf die Suche nach der geheimnisvollen Droge Snow Crash, die verherende Schäden anrichtet.
Der ganze Roman ist unglaublich schnell. Ruhige oder gar schöne Momente gibt es überhaupt nicht. Ein Menschenleben ist überhaupt nichts wert, egal um wen es sich handelt. So ist die Lebensversicherung von Raven, dem Antagonisten, eine Wasserstoffbombe, die er im Beiwagen seines Motorrades mit sich führt, und die hochgehen wird, sobald es ihm richtig schlecht geht.
Wie eingangs erwähnt ist das eigentlich viel zu starker Tobak für meine schwachen Nerven, aber dennoch musste ich es einfach weiterlesen. Ich musste doch erfahren, wie alles am Ende ausgeht.
Mit einem Heile Welt Ende bin ich trotzdem nicht belohnt worden, aber das wäre dem Roman auch nicht gerecht geworden.
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