Leser-Rezension zu „Mord im Bergwald” von Nicola Förg
am 30.04.2011
Es handelt sich um einen gut geschriebenen Alpenkrimi. Irmi und Kathy, die Kriminalistinnen, werden an ihrem freien Tag in den Bergwald beordert, weil man den Finger und das Ohr eines Menschen gefunden hat. Eine Touristengruppe, die sich bereit erklärt hatte, Baumpflanzen in die Berge zu bringen, war darauf gestoßen. Ein Teilnehmer dieser Gruppe bekam außerdem einen Anruf, dass sein 12-jähriger Sohn verschwunden sein…
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Trotz einiger weniger bayrischer Dialoge lässt er sich flüssig lesen. Dort, wo bayrisch verwendet wird, passt es. Die Krimihandlung ist eingebettet in aktuelle gesellschaftliche Probleme. Dazu gehört insbesondere der Kampf der Milchbauern um ihre Existenz. Auf den ersten Seiten werden die dort handelnden Personen mit wenigen Worten, aber glasklar charakterisiert. Meine Sympathie hat Vitus, der im Sommer mit seinen Tieren im Naturschutzgebiet im Einsatz kommt. Er sagt wenig, aber wenn er redet, dann punktgenau. Gerade der erste Abschnitt ist insbesondere durch die Person des Vitus durch einen feinen Humor gekennzeichnet. Im Umgang mit den Touristen kommt ihm seine Menschenkenntnis zugute.
Gut finde ich, dass auch die privaten Probleme des Ermittlerduos angesprochen werden. Das macht sie menschlich.
Natürlich zeigt sich im Roman, wie im Leben: Beziehung ist alles, selbst im Umgang mit dem Militär. Empfehlenswert!

