Rezension verfasst vor 4 Jahren
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Warum dieses Buch? Ganz einfach: Es ist gut! Mich hat es sofort angesprochen, denn schließlich ist jetzt Winter und es ist ganz kalt hier in München, da ist es doch eine schöne Vorstellung, dass auch die Venezianer frieren müssen. Noch dazu haben sie die Gefahr, dass sie ins Wasser fallen und, noch bevor sie der Hypothermie anheim fallen, ertrinken. Keine schöne Vorstellung.
Außerdem finde ich Venedig ist eine äußerst schöne Stadt mit den vielen Brücken und den alten Palazzos. Und dann das Ganze erst im Karneval! Ich war einmal zu der Zeit dort und wenn ich heute daran zurückdenke, ist es immer noch irgendwie unwirklich. Damals war ich als Sisi verkleidet und genau diese Frau spielt eine Hauptrolle im Debüt von Nicolas Remin.
Ein neuer italienischer Commissario ist geboren, denn das Buch ist ja ein Krimi. Alvise Tron ist etwa Mitte vierzig und stammt aus einem alten, aber verarmten italienischen Adelsgeschlecht, aus dem sogar einmal ein Doge hervorgegangen ist. Nun schreibt man das Jahr 1862 – eine Zeit, in der Venedig von den Habsburgern besetzt war. Die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt und dann geschieht auch noch ein Mord. Ein hoher kaiserlicher Beamter wird auf einem Raddampfer ermordet, neben ihm die Leiche einer jungen Frau (die er am „Hafen“ kennengelernt hatte...Ein ganz ehrbares Mädchen also). Tron nimmt gerne die Ermittlungen auf, denn schließlich muss er die Passagierliste überprüfen und auf dieser befindet sich der Name der faszinierenden Principessa di Montalcino. Doch schon bald werden ihm die Ermittlungen von der österreichischen Militärpolizei entrissen. Man geht davon aus, dass ein Attentat auf die Kaiserin von Österreich geplant ist.
Eben diese Kaiserin Sisi weilt in der Lagunenstadt. Und langweilt sich. Ihres Mannes und der Stadt Wien längst überdrüssig, flüchtet sie wie so oft rastlos durch die Welt. Jetzt hält sie sich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Venedig auf. Natürlich hört sie von dem Fall, denn schließlich war der Tote Hofrat Hummelhauser, der Briefe des Kaisers an Sisi bei sich hatte. Man hat ihn getötet und beraubt – die Post ist verschwunden.
Schon bald präsentiert die österreichische Polizei den mutmaßlichen Mörder, der sich aber während einer Verhörpause erhängt.
Tron glaubt nicht an diese Geschichte und ermittelt auf eigene Faust weiter. Elisabeth hat ihre eigenen Gründe, ihn aus dem Hintergrund eifrig zu unterstützen. Da geschieht ein weiterer Mord...
Nicolas Remin hat nach eigener Aussage fast sein ganzes Leben lesend auf dem Sofa verbracht und ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass er das Buch nur geschrieben hat, da es keinen Krimi gab, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Venedig spielt.
Wie gut, dass es jetzt einen gibt!
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