"Werwölfe in Berlin, die vergessen wollen …"
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Inhalt:
Luisa fühlt sich leer, tot nachdem ihr kleiner Bruder an Krebs gestorben ist. Doch anstatt zu trauern flüchten ihren Eltern in eine neu Stadt, nach Berlin. Aber für Luisa wird dadurch nur noch alles schlimmer. Sie vermisst ihren kleine Bruder Fabian und will sich schließlich umbringen, als Thursen auftaucht. Er ist geheimnisvoll, farblos und zieht Luisa weg von dem Abgrund, denn sie soll leben. Langsam begreift Luisa, wie es ist richtig zu trauern, darüber zu reden und all das verdankt sie Thursen. Ihre Gefühle zu ihm werden stärker und stärker, aber Thursen verbirgt ein Geheimnis. Er verwandelt sich in einen Wolf, um seinen Schmerz zu vergessen und er ist kurz davor für immer ein Wolf zu bleiben. Haben Luisa und Thursen eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft?
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Meinung:
“Schattenblüte 01: Die Verborgenen” ist der erste Roman der deutschen Autorin Nora Melling. “Schattenblüte” ist ein Jugendroman mit einem Schuss Fantasy, der in Berlin spielt. “Die Verborgenen” ist erst der Anfang einer Werwolf Geschichte, zu der im Frühjahr 2012 schon der zweite Teil erscheinen wird.
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Luisa und Thursen spielen die Hauptrollen in “Schattenblüte 01: Die Verborgenen”. Beide scheinen zu Beginn sehr unterschiedlich und ähnle sich dann zugleich wieder auf eine andere Art und Weise. Beide flüchten vor dem Schmerz, wodurch sie überhaupt erst zueinander finden, denn letztendlich ist es Luisa die endlich nicht mehr flüchtet, sondern richtig um ihren Bruder trauert, was vor allem durch Thursen erst möglich wird. Beide entwickeln immer stärkere Gefühle füreinander, obgleich Thursen ein düstreres Geheimnis verbirgt, denn er kann sich in einen Wolf verwandeln.
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Das schöne an der Geschichte ist die Nähe zur Realität. Die Geschichte spielt vor allem in einem Wald in Berlin. Die Menschen, die sich in Werwölfe verwandeln haben sehr gelitten oder fürchten sich vor ihren Ängsten, seelischen Schmerzen. Alle sind auf die Straße geflüchtet, oder wollten sich erst umbringen. Alle leben so zusagen am Rande der Bevölkerung, wodurch man sich einfach gut vorstellen kann, dass sich diese Menschen zusammen schließen und sich gemeinsam verwandeln.
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Dazu kommt die idee an sich, die mir richtig gut gefallen hat, denn die Menschen verwandeln sich nicht ohne Grund, sondern weil sie vergessen wollen. Das Tierdasein lässt sich vergessen, bis sie am Ende kein Mensch, sondern nur noch ein Tier sind. Natürlich bleiben Fragen offen, aber genau das macht auch wieder die Spannung aus, da Thursen und sein Rudel nicht alles wissen — sie sind im Grunde auch nur normale Menschen gewesen.
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Der Verlauf der Geschichte besticht vor allem durch sanfte Gefühle zwischen zwei jungen Menschen, die schon viel Schmerz ertragen mussten. Dennoch bleibt die Handlung spannend zu lesen, auch wenn es eher eine ruhige bzw. entschärfte Werwolfgeschichte ist. Am Ende kommt dann noch einmal Spannung auf und mir hat die Lösung um Thursen gefallen, vor allem weil es ein abgerundetes Ende gibt.
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Meiner Meinung nach müsste es auch keine Fortsetzung geben, da der Roman die Geschichte mit einem Happy End enden lässt, das zugleich aber auch noch eine mysteriöse Wirkung auf den Leser hat.
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Dennoch gefällt mir “Schattenblüte 01: Die Verborgenen” äußerst gut, weshalb ich auch gute 5 Sterne vergebe. Denn obwohl die Geschichte vor allem das Jugendgenre anspricht, erhält der Roman durch Gefühle und Schmerz eine Tiefe, die eine Atmosphäre schafft, die in so manch einem Jugendbuch vollkommen fehlt.
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Bei den Werwolfen bin ich etwas hin und hergerissen. Einerseits finde ich die Variante von Wölfen gut, andererseits auch etwas sehr harmlos. Die Wölfe werden immer wieder mit schwarzen, struppigen Hunden verglichen oder verwechselt, wodurch natürlich ihre Tarnung erhalten bleibt. Allerdings wird dadurch das ganze Werwolf Thema auch ein wenig verharmlost. Teils wird das Rudel auch relativ angriffslustig dargstellt, wobei dies eigentlich nicht das typische Verhalten eines Wolfes ist, der Begegnungen mit Menschen scheut und genau dies müssten Werwölfe ja nur noch mehr, damit sie am Rande einer Großstadt wie Berlin nicht entdeckt werden.
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Dennoch hat mir vor allem Thursen als Wolf gefallen. Es scheint bei ihm eine recht unscheinbare Verwandlung zu sein, so wie Thursen als Mensch auch wirkt. Er lebt am Rande, hält sich im Hintergrund und passt auf, dass ihn niemand zu genau anschaut, denn Menschen die sich verwandeln werden bei Nora Melling farblos. Durch die Verwandlung verlieren sie ihre Farbe, bis sie irgendwann nur noch ein grau/schwarzer Wolf sind.
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Der Schreibstil passt zum ganzen ruhigen und doch auch gefühlsvollen Verlauf der Geschichte. Nora Melling benutzt vor allem kurze Satzkonstellationen. Die Geschichte wird durchweg aus der Sicht von Luisa geschildert, die auch immer viele Fragen und Gedanken mit einbringt. Für Jugendliche ist der Roman optimal, da er sich sehr leicht und zügig lesen lässt und dennoch eine Atmosphäre schaffen kann.
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Mir persönlich fehlte jedoch ab und an ein wenig Stärke in den Worten, etwas mehr unterschiedliche Satzkonstellationen.
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Das Cover ist richtig schön, vor allem durch die Blume, die auch den Titel wieder aufgreift. Allerdings finde ich, dass das Gesicht ein wenig seltsam auf dem Cover abgeschnitten wurde, dieses eine Nasenloch mitten in der Bindung hat mich bei näherer Betrachtung geradezu angestarrt. Ansonsten finde ich aber auch das Layout im Inneren sehr stimmig. Mir gefällt vor allem, dass die Kapitel schön gekennzeichnet wurden und durchlaufen! So wird der Lesefluss nicht gestört.
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Fazit:
“Schattenblüte 01: Die Verborgenen” ist ein gefühlsvoller erster Roman. Die Werwolf Thematik erscheint hier realistisch und mythisch zugleich. Es entsteht mitten im Wald in Berlin eine schaurig zarte Stimmung zwischen romantischen Gefühlen und schmerzlichem Vergessen. Ein sehr schöner Roman für Jugendliche, der vor allem die sanfte Seite des Fatasygenre anspricht.