Kurzbeschreibung
Ein uralter Kampf. Eine unsterbliche Liebe. Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug? Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet.
Meine Inhaltsbeschreibung (Achtung Spoilergefahr!)
Der zweite Teil der Geschichte um Luisa und ihren „Werwolf“ Thursen geht weiter. Die Geschichte knüpft beinahe nahtlos an das Ende des Vorgängers an. Luisa und Thursen haben sich vorgenommen endlich wieder ein „normales“ Leben zu führen…abseits der Wälder und der Wölfe. Doch Luisa ahnt bereits dass dies für Thursen viel schwerer ist als er vorzugeben scheint. Als sie in der Silvesternacht eine Leiche am Waldrand entdecken wissen Beide sofort wer den jungen Mann getötet und so grausam zugerichtet hat….die Werwölfe. Während Thursen im Alleingang versucht zugang zum Wolfsrudel zu bekommen um weitere Morde zu verhindern wird der Abstand zwischen ihm und Luisa immer größer. Eines Tages lernt Luisa in der U-Bahn einen jungen Mann kennen indem sie diesen vor einer Schlägerbande bewahrt. Dass es sich hierbei nicht um einen Menschen handelt ahnt Luisa zu diesem Zeitpunkt noch nicht,…genau sowenig kennt sie das Geheimnis das Elias und Thursen miteinander „verbindet“. Da Thursen kaum noch Zeit für Luisa hat verbringt sie viel Zeit mit Elias, unterstützt ihn bei seiner ehrenamtlichen Arbeit im Krankenhaus und lernt ihn auch im Privatleben näher kennen. Doch als Thursen und Elias einander gegenüberstehen gerät die Welt von Luisa erneut aus den Fugen und sie weiß nicht mehr wem sie mehr glauben soll….Thursen, ihrem Thursen oder doch dem „überirdischen“ Elias.
Cover
Das Cover des zweiten Teils von Schattenblüte gefällt mir noch einen ticken besser als das erste. Es ist heller gestaltet und auch das abgebildete Gesicht darauf wirkt längst nicht mehr so „hart“ wie auf dem ersten Band. Das Cover spiegelt somit auch die Entwicklung des Buches wieder…denn die Geschichte ist längst nicht mehr so „düster“ wie im ersten Teil.
Charaktere
Luisa wirkt in diesem zweiten Band viel gefestigter und stabiler als noch zum Ende des ersten Bandes. Sie scheint den Tod ihres kleinen Bruders zu großen Teilen akzeptiert und eine vernünftige Trauerbewältigung für sich gefunden zu haben. Sie wirkt insgesamt geerdeter und möchte wieder ein „normales“ Leben führen. Sie geht wieder regelmäßig zur Schule und öffnet sich auch ihrer, inzwischen alleinerziehenden Mutter wieder etwas mehr.
Thursen hingegen wirkt in diesem zweiten Teil zwiegespaltener denn je. Er ist jetzt wieder ein ganz normaler Junge…doch seine Vergangenheit zerrt nach wie vor an ihm. Auf der einen Seite möchte er Luisa glücklich machen und das „normale“ Alltagsleben mit ihr bewältigen und leben und auf der anderen Seite fühlt er sich nach wie vor stark zu den Wäldern und den Wölfen hingezogen. Für ihn ist klar dass er „seine“ Wölfe schützen muss und so versucht er weitere Greultaten zu verhindern in dem er mit dem neuen Rudelführer zu reden versucht. Für mich ist Thursen in diesem Band leider sehr „blass“ und nichtssagend aufgetreten…er hat den Glanz des Helden aus dem ersten Teil deutlich verloren.
Die Liebe zwischen Thursen und Luisa steht auf „wackeligen“ Beinen, denn Beide scheinen sich im Moment in ganz verschiedene Richtungen zu begeben. Anfangs wirkt ihre Liebe noch ungebrochen und voller Zärtlichkeit doch schon bald schleicht sich langsam ein bitterer Geschmack in die Beziehung ein. Als schließlich Elias auftaucht und dann auch noch tiefere Gefühle für Luisa entwickelt wird alles noch viel schwieriger.
Der „neue Held“ in der Geschichte war für mich Elias. Fast hätte ich mir gewünscht er könnte Luisas Herz so im Sturm erobern wie er es mit meinem getan hat. Elias ist ein Nachfahre der legendären Schutzengel und der Nephilim. …und er ist der erklärte Feind der Werwölfe.
Schreibstil
Der Schreibstil ist unverkennbar Nora Melling. Wie aus dem ersten Teil schon bekannt zeichnet sich auch hier das Buch durch kurze, prägnante Sätze aus die es dem Leser leichtmachen der Geschichte zu verfolgen. Hier bleibt Nora Melling absolut ihrem altbekannten und unverwechselbaren Stil treu.
Meine Meinung
Während der erste Teil der Geschichte vor allem durch starke Gefühle wie Trauer, Wut und Hoffnung getragen wird ist dies im zweiten Teil kaum noch der Fall. Hier bestimmt vielmehr die Action und die spannende Handlung das Geschehen. Die Spannung im Buch baut sich Konstant auf und endet in einem absoluten Showdown am Ende des Buches…da hat dazu geführt das ich ab der Mitte der Geschichte das Buch einfach nicht mehr weglegen wollte.
Das magische der Werwölfe aus dem ersten Teil ist fast komplett verschwunden. Haben sich diese im zweiten Teil doch viel mehr zu dem entwickelt was im vorgänger Buch teilweise zu erahnen war…in wilde, ungezügelte Raubtiere die dem Hang zum Töten nicht länger wiederstehen können.
Mich konnte der zweite Teil genauso überzeugen wie der erste….ich fand ihn sogar einen „kleinen Ticken“ besser.
Aufgrund der negativen Kritiken das Buch hätte an „Magie“ verloren hab ich versucht sehr unvoreingenommen an „Die Wächter“ heranzugehen und wurde daher wohl positiv überrascht. Mir hat der neue Elan in der Geschichte gefallen…auch wenn viele Stimmen meinten dass gerade die traurige Grundstimmung des ersten Buches das Besondere ausgemacht hätten.
FAZIT
Der zweite Band von „Schattenblüte“ unterscheidet sich absolut vom ersten Band. Wer weiterhin auf die „traurige Tiefe“ und die schwermütige Grundstimmung des ersten Bandes hofft wird sicherlich enttäuscht werden.
Mir jedoch gefiel gerade diese Wandlung in der Stimmungslage total gut. Das Buch konnte mich schnell mitreißen und besonders der neue Charakter von Elias hat es mir angetan. Mir hat es von der Geschichte und der Dynamik sogar etwas besser gefallen als der erste Teil...daher bekommt das Buch auch ein halbes Herz mehr von mir -> Blogbewertung 4,5 Herzen
Ich bin auf jeden Fall schon sehr Neugierig auf den dritten Teil der Reihe und warte gespannt darauf ob Nora Melling auch hier nochmal überraschen kann.