Leser-Rezension zu „Jäger in der Nacht” von Oliver Bottini
am 9.08.2011
Jeder verdient eine zweite Chance - auch (und gerade) Autoren. Nachdem ich vor ein paar Jahren das Hörbuch von "Mord im Zeichen des Zen" nicht zu Ende gehört habe, weil mich die Geschichte so gelangweilt hat, habe ich "Jäger in der Nacht", den vierten Teil der Krimireihe, mit großem Genuss verschlungen. Diesmal allerdings als Buch, was vermutlich auch mein Missfallen an Teil eins erklärt. Ich lese einfach lieber, als dass ich zuhöre oder zusehe. Die düstere, sehr bedrückende Stimmung, die Bottini in seinem Roman heraufbeschwört, seine präzise, sensible Sprache, vor allem aber seine wunderbar neurotische Kommissarin Louise Bonì haben mich so gefesselt, dass ich bis tief in die Nacht hinein gelesen habe. Die Krimi-Handlung – es geht um drei brutale Morde, die auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet, die aber doch zusammenhängen - ist klug konstruiert und spannend, und sämtliche Charaktere überzeugen durch geradezu gruselige Glaubwürdigkeit. Genervt hat mich nur, dass Bottini ständig und viel zu ausführlich Bezug auf die Handlung der früheren Bände nimmt. Die ich ja (siehe oben) nicht gelesen habe. Aber vielleicht nehm ich sie mir jetzt mal vor, bin ja jetzt Bottini -(und Bonì-)Fan
Kommentare zu dieser Rezension
Girl56 vor 9 Monaten
Tolle Besprechung! Bitte die ersten Titel auch lesen - ich bin auch ein Fan von "Louise" (außerdem spielen die Bücher in meiner alten Heimat!). Liebe Grüße


