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Vor 3 Jahren
(17)"Gott ist ein Weißer mit einem Afro." Das sind Sätze, die nur ein Oliver Uschmann schreiben kann. Kurz, präzise, skurril.
In seinem Roman "Wandelgermanen" übertrifft sich der Autor jedoch selbst. Waren "Hartmut und ich" und "Voll beschäftigt" schon außergewöhnlich in ihrem Ideenreichtum und in ihrer Sprachbrillanz, stellt "Wandelgermanen" einen neuen Höhepunkt dar.
Die Protagonisten Hartmut und Ich ziehen gemeinsam mit ihren Frau aufs Land, in ein auf Ebay ersteigertes Haus. Dieses Haus entpuppt sich jedoch bald als hinterlistige Bruchbude, die die Frauen in die Flucht schlägt und die beiden Freunde veranlasst, wollen sie ihre Freundinnen zurück haben, möglichst schnell mit den Renovierungsarbeiten zu beginnen. Unerwartet erhalten sie Hilfe, von den Wandelgermanen, einer schrulligen Gruppe von Ökofanatikern, die Verse aus der "Edda" zitieren, Fichtennadelfußbäder nehmen und barfuß gehen. Die Renovierung kann beginnen und mit ihr eines der wohl überdrehtesten, abgefahrensten und dennoch so erschreckend wahren Abenteuer, das Hartmut und Ich jemals erlebt haben. Es reicht von Wehrsportübungen, die beinahe in den 3. Weltkrieg ausarten, zu einem Linienbus, den man rufen muss, bis hin zu dem ultimativen Kampf Mann gegen Natur.
Ja, das Buch ist wieder, wie auch die beiden anderen, hartmutesk. Es ist schrullig, beißend komisch und von zwei Protaginisten geprägt, die niemals aufgeben und allen Handlungsoptionen nachgehen. Das Leben als Videospiel. Doch dieses Buch ist auch kafkaesk. Gekonnt arbeitet Uschmann in seine skurrile Welt Motive, und Themen aus dem Roman "Das Schloss" von Kafka ein und verleiht dadurch seinem Werk eine nur noch schnonungslosere Präzision.
"Gott heißt Bob Ross."
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