Acht Minuten von Péter Farkas - Inhaltsangabe
Die Liebe im Alter ist stärker als das Vergessen Péter Farkas erzählt in »Acht Minuten« von den letzten Tagen eines dementen Paares, das trotz Alter und Krankheit seine Würde und vor allem die Liebe zueinander bewahren kann. Für diesen Roman wurde der in Deutschland lebende Autor mit dem Sándor-Márai-Preis ausgezeichnet und erhielt den Preis für den besten Debüt-Roman in Ungarn. Er ist ein alter Mann, und seit einiger Zeit nimmt er merkwürdige Veränderungen in seiner Wohnung wahr. Eine fremde Frau taucht eines Morgens auf und verschwindet nach einiger Zeit wieder. Von anderen, ihm fremden Menschen werden angeblich nützliche Gegenstände in die Wohnung getragen, und er muss diese Gerätschaften wieder zum Müll tragen. Jüngst sind sogar die Ehebetten, in denen er und seine Frau bisher schliefen, auf zwei Zimmer verteilt worden, eine unsinnige Maßnahme, denn nun schlafen er und seine Frau in einem Bett. Und wer glaubt, er und seine Frau könnten sich nicht mehr verständlich machen, nur weil sie mit ihrem Namen nichts mehr anfangen kann und dem Mann die Lust zu sprechen abhanden gekommen ist, der ahnt nicht, wie gut sie beide miteinander zurechtkommen. Aus ihrer ganz eigenen und eigenwilligen Perspektive hat Péter Farkas die Geschichte eines dementen Paares geschrieben, die Liebes- und Überlebensgeschichte zweier Menschen, denen die Erinnerung weggeblieben ist und die sich in ihrer immerwährenden Gegenwart innig miteinander verbunden fühlen, inniger sogar als je zuvor. Diese beiden Menschen sind auf ihre Art glücklich, solange sie nach ihren ganz eigenen Regeln zusammenleben können, wer allerdings meint, ihnen helfen zu müssen, und sich in ihr Leben einmischt, kann Katastrophen auslösen. Einfühlsam und bewegend erzählt Péter Farkas’ Roman von einem erfüllten Leben im Dunklen, von einem Leben, das seine eigene Würde hat.
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Rezension verfasst vor 3 Monaten
(8)
Eine Begegnung in Frankfurt habe ich immer wieder vor Augen, wenn ich das Buch hier im Regal stehen sehe.
Ein älteres Pärchen steigt vor mir und Mr. Rail aus dem Fahrstuhl. Ganz langsam, Hand in Hand, schweigend, die Abläufe kennend. Ein scheinbar eingespieltes Team, genau wie in "Acht Minuten". Ein schönes Bild. Wir schauten uns an und wussten genau, welche Gedanken uns zu diesem Pärchen durch den Kopf gingen...
Ein Pärchen was aus dem Verhalten und dem Händedruck des anderen weiß, was das innere Herz sagt. Verbundenheit - ein Band was bis ins hohe Alter gewachsen ist.
Auführlich gibt es auf dem Blog.Lovelybooks tiefe Worte zum Buch, emotionale Bilder und ein Interview, welches wir mit Peter Farkas führen.
http://blog.lovelybooks.de/2012/01/31/binea-mr-rail-acht-minuten-im-gesprach-mit-peter-farkas/
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Rezension verfasst vor 3 Monaten
(27)
Das Sonnenlicht benötigt genau acht Minuten, bis es die Erde erreicht. Ein langer Weg. Genau acht Minuten würden wir in trügerischer Ruhe leben, wenn die Sonne bereits aufgehört hätte zu existieren. Acht Minuten der Ahnungslosigkeit würden uns bleiben, bevor die Dunkelheit alles Sein vernichtet. Acht Minuten in scheinbarer Helligkeit… Acht Minuten nur.
Péter Farkas erzählt in “Acht Minuten” von einem dementen Ehepaar, dem genau diese acht Minuten bleiben, bevor sich der Mantel der Dunkelheit über einen langen gemeinsamen Lebensweg legt. Farkas zeichnet trotz Alter und Krankheit ein versöhnliches Bild von den letzten Momenten der Selbstbestimmung, beschreibt liebevoll die Augenblicke der letzten aufflammenden Erinnerungen der beiden Liebenden, denen nichts auf dieser Welt die Würde zu nehmen vermag und macht uns zu atemlosen Wegbegleitern der zunehmenden Verdunkelung.
Er gibt seinen Protagonisten keine Namen. Die Frau und der Mann werden somit zum Symbol einer Erkrankung, die immer weiter um sich greift. Einer Erkrankung, die unheilbar ist und die den Betroffenen ausnahmslos in die Pflegeheime dieser Welt treibt. Fremdbestimmt, medikamentös beruhigt und behandelt wie kleinen Kinder. Der alte Mann und die Frau erleben ihre Krankheit zuhause. In ihren eigenen Wänden und doch stellen sie Veränderungen fest. Man trennt ihre Betten voneinander, damit sie sich nicht so sehr stören in der Nacht. Fremdbestimmt… behandelt wie kleine Kinder… Doch in aller Umnachtung verlieren die Beiden weder die Liebe zueinander, noch ihre Menschenwürde aus den Augen.
Sie kämpfen gemeinsam gegen die schleichende Entmündigung an.
Trotz Krankheit und Schicksal seine Menschenwürde zu bewahren und die gemeinsame Liebe zum Rettungsanker eines Lebens in der Dämmerung des Tages zu erheben, diese Botschaft von Péter Farkas beruht auf der einzigartigen Perspektive seines Romans. Die Innenansicht der Betroffenen lässt uns erahnen, was in der Seele eines dementen Menschen vorgehen muss – und es zeigt, was wir in der Pflege und Behandlung wohl alles falsch machen.
Ich weiß, wovon ich rede. Mein eigener Vater starb als Alzheimer-Patient in einem Pflegeheim und ich bin dankbar für den Blickwinkel von Péter Farkas. Die Gefühlsebene geht nie unter… der kranke Mensch kämpft um den letzten Hauch seiner Selbstachtung und bemerkt sehr wohl, was um ihn herum passiert. Würde bis zum Ende…
Zum Interview mit Péter Farkas auf dem Blog.Lovelybooks:
http://blog.lovelybooks.de/2012/01/31/binea-mr-rail-acht-minuten-im-gesprach-mit-peter-farkas/
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Rezension verfasst vor 4 Monaten
(13)
Der alte Mann nimmt seit einiger Zeit Veränderungen in seiner Wohnung wahr. Fremde Besucher tauchen auf, ohne sich vorher anzukündigen und vorzustellen.
Es werden angeblich nützliche Geräte in die Wohnung geschafft und eines Tages sogar die Betten des alten Paares auf zwei Zimmer verteilt. Eine unsinnige Maßnahme, das Paar versucht das Bett wieder an den alten Platz zu stellen, was aber nicht gelingt. Von nun an schläft seine Frau mit ihm in seinem Bett.
Der alte Mann hat sich ganz der Versorgung seiner Frau verschrieben und so leben sie einen geregelten Alltag.
„Der alte Mann nahm von Tag zu Tag weniger aus seiner Umgebung wahr, und je weniger er wahrnahm, umso näher fühlte er sich seiner Existenz.“
Der Autor Peter Farkas, berichtet von den letzten gemeinsamen Tagen eines dementen Paares. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, beschreibt er, aus der Perspektive des alten Mannes, das Leben der Beiden.
Kurz, aber sehr eindringlich erzählt dieser Roman, dass dieses demente Paar mit sich selbst am glücklichsten ist, sofern ihr Alltag nicht gestört wird. Der Autor schafft es, einem die Augen für das Wesentliche zu öffnen und nebenbei eine wunderbare Liebesgeschichte zu schreiben.
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