Mit gemischten Gefühlen habe ich dieses Buch am Ende zugeklappt. Die Geschichte um Zoey beginnt wie ein klischeehafter Teeniefilm und bleibt es leider auch die ganze Zeit über. Recht schnell landet Zoey im House of night, dem Internat für Jung-Vampyre, für ihre Vorgeschichte bleibt da nicht viel Zeit und auch eine ziemlich wichtige Schlüsselszene, nämlich die, in der sie zur Auserwählten der Götting Nyx wird, wird vergleichsweise kurz abgehandelt. Daher fällt es schon von Anfang an etwas schwer, sich mit Zoey richtig anzufreunden, zumal sie zum Teil eine recht schwierige Persönlichkeit ist und mir nicht nur einmal auf den Senkel gegangen ist.
Die Geschichte plätschert größtenteils vor sich hin und wirft einen ganzen Haufen Fragen auf, die am Ende fast alle noch offen sind - dass hier eine Fortsetzung geplant war, ist sehr offensichtlich.
Trotzdem hat die Story um Zoey, ihre Freunde, Feinde und andere Ereignisse am Internat, etwas, was einen zum Weiterlesen animiert. Der Schreibstil ist flüssig und einfach, lediglich die niedergeschriebene Umgangssprache, die nicht selten zum Einsatz kommt, ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit blickt man darüber hinweg.
Die Charaktere sind leider nicht sonderlich tiefgehend ausgearbeitet und bleiben recht blass, vor allem aber klischeehaft. Zoey, die alles überragende Protagonistin, ihre beste Freundin, die etwas einfältig wirkt, die blonde Schöne, die Böses im Schilde führt und natürlich der Schönling, den alle verehren.
Wie schon erwähnt, erinnert das alles an einen typischen Teeniefilm. Trotzdem hat dieses Buch einen gewissen Sog, ähnlich wie der erste Harry Potter Band, obwohl man die beiden nicht annähernd vergleichen kann. Aber die Atmosphäre und das Leben im Internat und die sich langsam entwickelnden Ereignisse, haben mich letztendlich doch an das Buch gebunden und ich fand es nicht mal schlecht.
Den zweiten Band muss ich natürlich jetzt auch noch lesen, weil Band 1 mit dem fiesesten Cliffhänger endet, den ich je gelesen habe!