Leser-Rezension zu „Die Einsamkeit der Primzahlen” von Paolo Giordano

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Piasbuecherregal Piasbuecherregal
Verfasst von Piasbuecherregal
am 25.07.2010
 

In die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano geht es um Mattia Balossino und Alice Della Rocca die sich beide sehr nahe stehen, aber nie so nahe, wie beide es vielleicht wollten. Beide haben in der Vergangenheit schlimme Schicksalsschläge erlebt und kommen sich dadurch nahe, aber immer, wenn sie sich wirklich nahe kommen, kommt etwas dazwischen, was Mattia, der ein Mathe-Ass ist, als die Einsamkeit der Primzahlen bezeichnet.
Giordano beschreibt ihr Leben in verschiedenen Abschnitten, zwischen dennen er immer ein paar Jahre lässt, man also Mattia und Alice von der Kindheit bis zum Erwachsensein begleitet. Er teilt das Buch in fünf größere Überschriften, die der Leser aber auch sehr gut aufnehmen kann. Man wird zwar nicht immer sofort über die Ereignisse aufgeklärt, die in den Jahren, die zwischen den Abschnitten liegen, geschehen sind, findet es aber immer mit und mit heraus, was meiner Meinung die Spannung manchmal etwas erhöht.

Leider hätte ich mir von den Charakteren ein wenig mehr gewünscht. Ich kann mich zwar gut in sie versetzen, muss mir da aber selber viele Gedanken machen, weil Herr Giordano kaum bis garnicht auf die Gefühle von ihnen eingeht. Auch wenn dieses Buch ziemlich traurig ist, spürt man an manchen Stellen fast garnichts. Wenn man sich (manchmal) also nicht vorstellt, wie sich der Mensch fühlt, scheint es so, als wäre es dem Charakter egal, was geschehen ist.
Dennoch sind die Charaktere sehr schön ausgearbeitet. Man erfährt bis auf das kleinste Detail, welche Angewohnheiten sie haben und kann sich jeden sehr gut vorstellen, kann sich aber, wie schon gesagt, nur schlecht in sie hineinversetzen.

Die Handlung ist auch, trotz den “vielen” Kritikpunkten, bewundernswert. Mattia und Alice stehen sich sehr nahe, sind aber durch Handlungen des anderen immer ein wenig voneinander entfernt. Sie sind durch ihr beides Leid zueinander hingezogen, doch immer steht irgendwas oder irgendwer zwischen ihnen.
Man ärgert sich nicht, dass dies so ist, sondern kann verstehen, wie die beiden sich nicht richtig nähern können. So baut Giordano eine hohe Spannung auf, die aber meiner Meinung nach leider manchmal unter der eben erwähnten “Gefühlsbeschreibung” Giordanos leidet.
Außerdem ist der Schreibstil von Giordano sehr schön, wenn auch außergewöhnlich. Er zieht einen in den Bann, und so lässt einen das Buch bis zum Ende nicht mehr los und regt einen sogar ein wenig zum Denken an.

Mein Fazit:

Ich weiß leider nicht recht, ob ich das Buch einem Freund empfehlen würde, da die Handlung zwar sehr schön ist und der Schreibstil einen in den Bann zieht, leidet das Buch doch darunter, dass man Gefühlstechnisch nicht wirklich bis garnicht angesprochen wird, bzw. das man sich die Gefühle selber “ausdenken” muss.
Also, wer darüber hinweg sehen kann, dem würde ich das Buch sehr ans Herz legen. Wer aber damit nicht zurecht kommen würde, dem würde ich das Buch nicht weiterempfehlen. Deswegen gibt es von mir “nur” 2,5, da ich denke, dass jeder das Buch anders sehen würde.

 

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Die Einsamkeit der Primzahlen Die Einsamkeit der Primzahlen
Paolo Giordano

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liebe, italien, einsamkeit, mathematik, magersucht

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Die Einsamkeit der Primzahlen
von Paolo Giordano

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