Leser-Rezension zu „Perlmanns Schweigen” von Pascal Mercier
am 17.03.2009
Wie bereits erwähnt, lebt die handlung weniger durch die äußeren ereignisse, sondern vielmehr durch die inneren spannungen des viel reflektierenden protagonisten, die kunstvoll detailliert berschrieben werden, sodass man sich gut in die rolle hineinversetzen kann. auch das zusammenspiel von determinismus und zufall lässt die handlung in immer wieder neue richtungen entfalten, sodass es schwierig ist als "naiver Leser" die folgen von ereignissen vorauszusehn. gerade dieser punkt motvierte mich wahrscheinlich zum weiterlesen, sodass mich um so mehr das unspektakuläre ende ein wenig enttäuschte. inwiefern eine tragische verkettung von äußeren umständen, das empfinden, denken, die einstellung, sogar den charatakter eines menschen ehrheblich verändern können, wird hier nach meiner meinung stark deutlich. daher hat mir gerade das wechselspiel zwischen beschreibung von äußeren dingen und deren direkte auswirkungen auf den protagonisten sehr gefallen, da sie immer sehr schön nachvollziehbar waren. verschiedene philosophische themen werden meines erachtens zu wenig im vergleich zu "nachtzug nach lissabon" angesprochen.

