Der Haushalt verkommt, die Seife wird trocken und ich bin auf dem Thrillertrip ;o) Nicht dass in meinem Bücherregal da Mangel herrschen würde, aber ich habe da mit gewissen Autoren begonnen und habe gerade jetzt auch Lust, diese weiter zu lesen. In der vergangenen Woche hatte ich in meinem Bücherregal einen Roman von Patricia Cornwell aus ihrer Kay Scarpetta Reihe gefunden. Als dieser ausgelesen war, begab ich mich zu ebay, um Nachschub zu besorgen. Innerhalb kürzester Zeit ersteigerte ich die Teile 1 – 9 aus ebendieser Reihe. Nun treffen Tag für Tag bei mir Büchersendungen ein.
Die US-Amerikanische Schriftstellerin Patricia D. Cornwell wurde 1956 in Miami geboren. Nach ihrer gescheiterten Ehe mit Professor Charles Cornwell, lebt sie heute in homosexueller Ehe (2007) mit Dr. Stacy Ann Gruber. Ihr Werdegang zur Bestseller-Autorin war ein bisschen länger als bei anderen, lief dafür aber pö a pö.
Nach ihrem Studium arbeitete sie erst als Mädchen für alles bei der Zeitung und später als Feature-Autorin und Polizeireporterin. Danach schrieb sie einige autorisierte Biografien. Der Durchbruch gelang ihr im Jahr 1990 mit Ihrem Roman „Postmortem“, dem ersten Kay Scarpetta Roman, der in der deutschen Übersetzung ziemlich unspektakulär „Ein Fall für Kay Scarpetta“ heißt. Diese Reihe wird bis heute fortgesetzt. Bisher sind daraus in deutscher Übersetzung in folgender Reihenfolge erschienen:
1. Ein Fall für Kay Scarpetta
2. Ein Mord für Kay Scarpetta
3. Das fünfte Paar
4. Vergebliche Entwarnung
5. Das geheime ABC der Toten
6. Die Tote ohne Namen
7. Trübe Wasser sind kalt
8. Der Keim des Verderbens
9. Brandherd
10. Blinder Passagier
11. Das letzte Revier
12. Die Dämonen ruhen nicht
13. Staub
14. Defekt
15. Totenbuch
Ein weiterer Teil mit dem Namen „Scarpetta“ soll im Herbst 2009 auf Deutsch erscheinen. Mehr zur Autorin und weiteren Werken findet ihr auf Wikipedia oder ihrer offiziellen Homepage patriciacornwell.com.
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nachdem ich in die Reihe erst mit Teil 12 eingestiegen bin, die anderen Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Da aber Teil 1 und 2 noch nicht bei mir eingetroffen sind, ich jedoch das dringende Bedürfnis verspürte mit der Autorin weiter zu machen nahm ich mir Kay Scarpettas 3. Fall „Das fünfte Paar“ zur Hand.
Eigentlich wollte Dr. Kay Scarpetta gerade ein bisschen entspannen. Da wird sie zu einem verlassenen Jeep gerufen. Das Auto gehört einem jungen Paar. Da in den letzten 2 Jahren aber bereits 4 junge Liebespaare auf unerklärliche verschwanden und dann jeweils Wochen oder Monate später in Wäldern der Umgebung tot und stark verwest aufgefunden wurden, sind Dr. Scarpetta, Polizei und FBI in größter Alarmbereitschaft.
Außerdem ist der Fall diesmal besonders brisant. Die verschwundene junge Frau ist nämlich Deborah Harvey, die Tochter der als „Drogen-Zarin“ bekannten Politikerin Pat Harvey. In allen bisherigen Fällen ist es der Chefpathologin von Virginia, Dr. Scarpetta, nicht gelungen, an den Leichen die genaue Todesursache festzustellen. Der Verwesungsprozess war einfach schon zu weit fortgeschritten.
Doch die Körper von Deborah und Fred werden diesmal schon nach 14 Tagen gefunden. Scarpetta, die auch zum Fundort gerufen wird, ist sauer. Entgegen den allgemeinen Vorschriften wurden die Körper vor ihrem Eintreffen bewegt. Die Zusammenarbeit mit dem FBI-Agenten Benton Wesley gestaltet sich schwierig, da von dort augenscheinlich wichtige Informationen zurückgehalten werden.
Die Mutter Pat Harvey vermutet eine Verschwörung, dreht daraufhin komplett frei und begeht politischen Selbstmord. Als Detective Peter Marino und Dr. Kay Scarpetta dann auch noch entdecken, dass vor ihrem Eintreffen am Fundort wichtige Hinweise entfernt und falsche Spuren gelegt wurden, gehen sie der Sache gemeinsam mit der Journalistin Abby auf den Grund…
Beim Lesen fand ich, obwohl mich einige Sachen kurz stutzen ließen, einen schnellen Einstieg. Sofort fiel mir natürlich auf, dass dieser Roman im Gegensatz zu dem später erschienenen, den ich schon gelesen hatte, in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Allerdings ist das eine Sache, auf die ich mich im Allgemeinen sehr schnell einstellen kann und die mir, wenn sonst alles stimmt, überhaupt nichts ausmacht.
Etwas verblüfft war ich auch vom Privatleben von Kay Scarpetta. Sie wurde gerade verlassen und zwar von einem Mann, der sich als der beste Freund des Mannes herausstellte, der in Teil 12 ihr tot geglaubter Geliebter ist. Und letzterer ist, wie es aussieht, glücklich verheiratet. Aber das kommt davon, wenn man quer einsteigt und dann nicht abwarten kann. Doch das macht mir jetzt eigentlich nur noch mehr Lust, auch die anderen Teile zu lesen um dann doch alles ganz genau zu wissen.
Wieder überzeugte mich Cornwells flüssiger und anschaulicher Schreibstil. Diesmal ist mir auch kein grober sachlicher Fehler aufgefallen, das Meiste wirkt vorstellbar und real. Ich kann als Mutter nur allzu sehr nachvollziehen, wie Pat Harvey empfindet und bedaure, dass sie dann durch die Schreibereien eines Schmierfinken von Journalisten auch noch eins draufgesetzt bekommt.
Ich kann aber auch mit der in sich zerissenen Scarpetta mitfühlen, die einfach nur ihre Arbeit machen will. Als sie dann dabei so behindert wird, dass es für sie berufliche Konsequenzen haben kann, ist es nur logisch, dass sie die Sache selbst klären will. Und ich bewundere sie, wie sie Detective Marino darauf hinweist, dass er verwahrlost und ihn dazu bringt, ein bisschen mehr auf sich zu achten. Letzteres ist verdammt schwer, da man ja eigentlich auch nicht will, dass sich das Gegenüber verletzt fühlt. In diesem Punkt spreche ich aus eigener Erfahrung.
Auf jeden Fall hat mich die Geschichte gefesselt und ich konnte das Buch kaum weglegen, bis ich endlich wusste, wer der Übeltäter war. Und das hat sich die Autorin diesmal ja auch, im krassen Gegensatz zu dem von mir schon gelesenen Buch aus der Reihe, wirklich bis fast zum Schluss aufgespart. Allerdings, waren Aufklärung und Hintergründe mir dann doch noch ein bisschen zu holperig.
Für mich war dieses Buch gute Unterhaltung, untersetzt mit Spannung, ohne größere Längen. Eben genau das, was ich von einem Roman, der mich entspannen soll, erwarte. Die Figur der Kay Scarpetta ist mir sympathisch, so dass ich nach wie vor gewillt bin, in dieser Reihe weiter zu lesen. Für „Das fünfte Paar“ vergebe ich daher 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Sollte jemandem bei ebay oder so einmal der Roman „Herzbube“ von Patricia Cornwell über den Weg laufen, dann solltet ihr noch wissen, dass es sich dabei auch um dieses Buch handelt. Die Deutsche Ersterscheinung wurde nämlich unter diesem Titel veröffentlicht. Neu ist das Buch aber nur noch unter dem Titel „Das fünfte Paar“ erhältlich.