Leser-Rezension zu „Der Baum des Reisenden” von Patrick Leigh Fermor
am 22.08.2010
1947 ist Patrick Leigh Fermor mit zwei Freunden in die Karibik gereist und hat dabei Reisenotizen angelegt, die zum vorliegenden Buch geworden sind. Ob in Martinique, Dominica, Guadeloupe, Trinidad, Tobago, Grenada, Barbados, St. Kitts, Puerto Rico, Kuba, Jamaika oder auf Haiti, es entstanden vielseitige und vielschichtige Bilder, dieser vielseitigen Inselstaaten in der Karibik. Mit einem offenen Ohr und Blick, mit einem historisch interessierten Forschergeist ausgestattet, reiste Fermor von Insel zu Insel, von Staatsoberhaupt zu ehemaligem Häuptling, von Historiker zu umfangreicher Bibliothek oder zur halb zerfallenen historischen Stätte, damit er uns danach die verschiedenen Welten so unglaublich spannend und detailreich nahebringen konnte, dass wir zwischenzeitlich uns beim Lesen umblicken, ob da nicht hinter uns eventuell soeben ein spanischer Grande, ein englischer Kapitän, ein französischer Zuckerrohrplantagenbesitzer oder gar ein wild aussehender Pirat aus Tortuga steht, der uns über die Schulter guckt. Eine Freude ist es zu lesen, wie Fermor auf Haiti an diversen Voodoo-Ritualen teilgenommen hat, und diese eindrücklichst und vor allem unvoreingenommenst schildert. Alle, die noch nie etwas von Patrick Leigh Fermor gelesen haben, dürfen sich freuen, noch so viel vor sich zu haben. Ich habe mir bereits das nächste gekauft, das vorläufig letzte, das bei Dörlemann erschienen ist, doch das spar ich mir noch etwas auf. 22.8.10

