Leser-Rezension zu „Das Buch der Illusionen” von Paul Auster
am 29.07.2009
Da lächelte er mich einfach so vom Büchereiregal an und kurze Zeit später lag ich auch schon mit ihm auf der Couch - mit meinem ersten Auster...
Professor David Zimmer hat seine Familie bei einem Flugzeugabsturz verloren und hat sich aus dem Leben zurückgezogen. Als er zufällig im Fernsehen einen Bericht über den verschollenen Stummfilmkomiker Hector Mann sieht, kann er das erste Mal seit dem tragischen Unglück wieder lachen und beschließt alle Filme des Komikers, die quer über die USA und Europa verstreut in Archiven liegen, zu sehen. Diese Filme ziehen den Professor so in seinen Bann, dass er schließlich sogar ein Buch über das gesamte Werk Manns schreibt. Als er sich bereits einer anderen Aufgabe, der Übersetzung einer Biographie Chateaubriands, zugewendet hat, holt ihn Mann wieder ein, behauptet doch eine gewisse Frieda Spelling, dass Mann noch lebe und ihn gerne kennenlernen würde. Zimmer ist zuerst skeptisch. Erst ein Besuch der attraktiven Alma kann ihn - mit mancherlei Mitteln - davon überzeugen, umgehend nach New Mexico zu fliegen. Auf dem Weg dorthin erfährt David, und mit ihm die Leserschaft, die verworrene Lebensgeschichte Manns und alles in seinem Leben scheint sich zum Guten zu wenden. Auf der Ranch jedoch überschlagen sich die Ereignisse und Davids Träume zerplatzen letztendlich so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Trotz alledem haben die letzten acht Tage und Alma in Zimmer eine große Veränderung bewirkt und ihn wieder zurück ins Leben geholt.
Meiner Meinung nach eine phantastische Geschichte, die mit allerlei Wahrheiten gespickt ist. Man spürt förmlich die Trauer und Einsamkeit des Erzählers und fühlt mit ihm. Man wünscht ihm, dass er endlich wieder ins Leben zurückfindet. Auch stutzt man, dass einem Menschen all dies passiert sein soll, was Alma über Hectors Leben erzählt. Die Schilderungen der Filme könnten langweilig sein, sind es aber bei Auster weiß Gott nicht. Im Gegenteil, das Buch ist sehr spannend. Liest man über das Innenleben des Martin Frost, so meint man, man ist selbst Zuschauer im Kino und möchte dringend wissen, wie es weitergeht und so kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Wenn die anderen Bücher Austers noch besser sein sollen, so freue ich mich schon auf jedes einzelne...

