Leser-Rezension zu „Das Buch der Illusionen” von Paul Auster
am 20.07.2009
Vor einigen Jahren habe ich das Buch in einem Antiquariat gefunden. Doch nicht, dass mich auf den ersten Blick der Klappentext neugierig gemacht hätte. Es war vielmehr der samtene, blaue Einband, der mich dazu bewog, "Das Buch der Illusionen" zu kaufen. Erst vor einigen Wochen habe ich es schlussendlich gelesen - ich hätte es ruhig vorher tun können, aber nicht unbedingt sollen: Denn für ein gutes Buch ist es nie zu spät. Wie dem auch sei, kurz zur Handlung: Der vom Schicksal gebeutelte Professor David Zimmer (seine Frau und zwei Söhnen sterben bei einem Flugzeugabsturz) gibt sich seiner tiefen Depression hin und zieht in ein einsam gelegenes Haus inmitten idyllischer Bergnatur. Eines Tages sieht er ein paar Stummfilme des relativ unbekannten Regisseurs Hector Mann. Sie ziehen in sofort in ihren Mann. Ihre Machart, die Liebe zum Detail, die ungewöhnlichen Einstellungen bewegen David Zimmer dazu, wie besessen einen Film nach dem anderen anzuschauen, bis er glaubt, sie alle gesehen zu haben. Er publiziert ein Buch über das Leben und Wirken des Herrn Man. Was ihm während seiner Arbeit besonders kurios erscheint: nach der Veröffentlichung seines zwölften Films verschwindet Hector Mann spurlos. Man findet keinen Leichnahm - und auch eine seiner einstigen Liebschaften ist wie vom Erdboden veschluckt. Eines Tages - weit nach Erscheinen des Buchs über den Regisseur - erreicht Zimmer ein Brief von der Ehefrau Hector Manns. Er liegt im Sterben, und er möchte David Zimmer kennenlernen. Ab diesem Zeitpunkt knüpft sich eine Kette dramatischer Umstände, die ein erstaunliches Ende finden ...
Ich möchte eigentlich nicht viel mehr verraten, weil der Verlauf des Buchs immer wieder Wendungen nimmt, die man gar nicht beschreiben sollte. Fazit: Sehr gut recherchiert und spannend bis zur letzten Zeile!

