In diesem Roman spielt der Verlust eine große Rolle.
Verlust jeglicher Art, lieber Menschen, der Jugend, des eigenen Willens.
Gleich auf den ersten Seiten werden wir damit konfrontiert.
Miriam, seine 47jährige Tochter, sie schläft seit 5 Jahren allein, wurde von ihrem Mann verlassen.
Katya, seine Enkelin, diese schläft sei 3 Monaten allein, früher hatte sie mit Titus geschlafen, aber der kam ums Leben.
Diese 3 Seelen leben in einem Haus der Trauer, der verletzten Seelen.
Der Ich-Erzähler, August Brill, lebt bei seiner Tochter seit seine Frau Sonia verstorben ist und er einen Unfall mit dem Auto hatte. Ihm wurde dabei sein Bein zertrümmert und seither sitzt er im Rollstuhl.
Miriam ist Dozentin und Schriftstellerin, auch hier bekommen wir Einblicke in dem der eine oder andere Absatz veröffentlich wird. Katya ist Studentin an einer Filmakademie, sie möchte mal Cutterin werden, deshalb auch die vielen Filme, die sie sich aber auch holen um ihren Schmerz zu betäuben. Die einzige Bedingung des Großvaters, keinen Schund.
Der 72jährige Brill selbst, ist Literaturkritiker im Ruhestand und auch Schriftsteller.
Paul Auster schafft es auf nicht mal 220 Seiten die Geschichte der drei zu erzählen die keine Fragen offen lässt, aber wie immer genug Raum zur eigenen Interpretation lässt. Er dringt in die Psyche des Menschen ein und erklärt uns somit das Leben und den unweigerlich darauf folgenden Tod. Dazwischen gibt es vieles zu erzählen.
Der Roman ist in drei Ebenen gegliedert, es geht um das Leben, das die drei geschundenen Seelen miteinander führen, um die Filme die er mit seiner Enkeltochter Katya anschaut und um eine Geschichte die er sich Nachts im Bett zusammen spinnt, wenn er nicht schlafen kann.
Bei Brills ersponnene Geschichte im Roman, geht es um einen Mann der sich eines Nachts in einem dunklen Loch wieder findet. Plötzlich ist er mitten in einem amerikanischen Bürgerkrieg und Soldat, in seinem anderen Leben ist er Zauberer. Den Irakkrieg und 9/11 hat es nie gegeben. Dafür aber Aufstände und viele Millionen Tote. Nach der betrügerischen Wahl George W. Bushs zum Präsidenten im Jahr 2000 hat der Kampf der Föderalisten Bushs gegen sechzehn Einzelstaaten, die ihre Unabhängigkeit erklärt haben, 13 Millionen Menschen das Leben gekostet.
Der Mann im dunkeln erfährt das ein gewisser August Brill, der diese Geschichte erfunden har, für diesen Krieg die Verantwortung trägt und das er Owen Brick auserwählt wurde Brill zu töten, sobald er wieder in seine Welt gelassen wird.
Neben dieser Geschichte geht es um Filme, Filme die eines gemeinsam haben. leblose Gegenstände. Einblick bekommen wir in Filme wie die große Illusion, Fahrraddiebe, Apus Welt und die Reise nach Tokio. Katya und ihr Großvater erzählen darüber nachdem sie sich die Filme angeschaut haben. Und unbewusst lernt Katya nebenbei mit dem Tod ihres Freundes umzugehen. Sie wäre nicht die erste die sonst an einem gebrochenen Herzen sterben würde. So wie einst Brills Schwester.
Geschickt wird dies von Auster in diesem Roman mit den anderen Geschichten verbunden.
Paul Auster übt mit diesem Roman heftige Kritik an der Politik seines Landes. Mehrfach hat er erklärt, dass es genau dieser Wahlbetrug, der Al Gore um das Amt brachte, war, der ihn zu diesem Roman inspirierte. (Zitat)"Seit George Bush an der Macht ist, bin ich aufgebracht und bis zur Weißglut wütend... Wir haben so viele Dinge getan, die ein vernünftiger Mensch nicht machen würde, dass ich wahrster Sinn des Wortes sprachlos bin."
Wie schon im Vorgänger "Reisen im Skriptorium", verknüpft Auster die traurige und nahezu aussichtslose Lebenswahrheit. Der Verlust an sich wurde hier klar gezeichnet.
Auster versteht es klar und deutlich zu werden und uns zum nachdenken zu bewegen in dem er uns Geschichten erzählt.
Für mich persönlich wird Auster mit jedem seiner Bücher besser.
Gespannt bin ich auf sein neuestes Werk und ob er die positive Wendung die Amerika gerade zu nehmen scheint mit aufnimmt.