Rezension verfasst vor 9 Monaten
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Marco Stanley Fogg, der als Student eine Menge Bücherkisten von seinem Onkel erbt, erzählt seine Lebensgeschichte. Der Onkel war sein letzter lebender Verwandter gewesen. Fogg liest alle diese Bücher und vernachlässigt alles andere. Schließlich muss er aus seiner Wohnung ausziehen, weil er kein Geld mehr hat. Er beginnt ein Leben als Obdachloser und wenn sein einziger Freund und ein Mädchen namens Kitty ihn nicht suchen und finden würden, gäbe es keinen Grund für ihn, weiterzuleben. So aber nimmt er die erstbeste Arbeit an, um Geld zu verdienen. Er wird Gesellschafter eines uralten, schrulligen und eigensinnigen Kauzes. Und irgendwann beginnt Mr. Effing, seine Lebensgeschichte zu erzählen....doch dahinter steckt so viel mehr....
Mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen. ZB der Satz "Ich sah, wie ihr glatter Bauch sich runzelte, wenn sie sich auf die Bettkante setzte und in ihr Höschen schlüpfte". Außerdem enthält es seltsam schöne Ideen, wie zB die, dass Menschen, die das gleiche Sweatshirt tragen, Geschwister sind. Oder die vom magischen Schirm, unter dem man trocken bleibt, obwohl man nass wird. Dazu eine Menge weiterer Zeugnisse von Austers wunderbarer, manchmal auch skuriller Fantasie. Hin und wieder ging er mir damit auch zu weit....aber darum geht es nicht. Es geht darum, warum der Mensch lebt und dass es wahrhaftig wundersame Zufälle und Begebenheiten gibt, die einem helfen, zu überleben. Oder zu sterben. Und es geht darum, dass es nie zu spät ist, etwas zu beginnen, dass es aber einmal zu spät sein kann, um eine Liebe wieder zu beleben. Dies Alles und noch viel mehr erzählt uns Paul Auster so leichthin, so spannend, so kurzweilig und vor allem: immer wieder so überraschend, dass mir nur ein Wort dazu einfällt: Leselust! - Die hab ich SO schon lange nicht mehr erlebt.
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