Leser-Rezension zu „Reisen im Skriptorium” von Paul Auster
am 21.04.2009
Woran soll "Reisen im Skriptorium" gemessen werden? An Austers bisherigem Werk? Dann ist es wohl eines seiner schwächeren Bücher. Schon mit Brooklyn Follies kündigte sich an, dass Paul Auster auf der Suche nach tragfähigen Ideen ist. Die Idee des Buchs im Buch ist dabei keine schlechte, auch das Nachfolgewerk "Mann im Dunkeln" bedient sich ähnlicher Parameter. Doch letztlich ahnt der Leser worauf es hinausläuft.
Vergleicht man Paul Auster mit den amerikanischen Schriftstellern seines Ranges fällt das Urteil nicht weniger hart aus. Die Geschichte in der Geschichte hätte das Potential, wesentlich ausführlicher behandelt zu werden. Die Geschichte hätte auch über 400-600 Seiten getragen. Dann hätte Auster nicht so sehr an der Oberfläche gekratzt und seinem Kollegen Cormac McCarthy den Rang abgelaufen.
So aber bleibt es ein überdurchschnittliches Buch, das sein Potential nicht ausgeschöpft hat. Eine Zeitverschwendung ist es aber nicht, dazu steckt zu viel Auster in Auster.

