Leser-Rezension zu „Timbuktu” von Paul Auster
am 16.06.2010
Paul Auster ist dafür bekannt, dass er gleich mehrere Geschichten in einer erzählen kann. Dies ist hier ein Roman, der aus der Hundeperspektive erzählt wird, eine große Kunst, auf die sich nur ganz wenige Schreiber bisher erfolgreich eingelassen haben.
Aber es ist eben nicht nur eine Hundegeschichte, sondern eine Geschichte, in dem das Verhältnis von Menschen zum Hund dargestellt wird. Und es ist eine Geschichte über die Liebe, die zwischen Tier und Mensch aus den jeweiligen Lebensumständen entstehen kann. Penner Willy und sein Hund Mr. Bones werden durch den Tod des Herrchens getrennt. Die neue Lebenssituation des Hundes beinhaltet nicht nur viele Erinnerungen, sondern er muss sich auch den neuen Gegebenheiten stellen und findet tatsächlich neue menschliche Gesellschaft, die sich allerdings in einem ganz anderen Umfeld als sein gewohntes aufhält. Veränderungen und die immer wiederkehrende Person seines geliebten Herrchens Willy m Traum machen die Tage für Mr. Bones zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Der melancholische Grundton, den Auster hier trifft, hat nicht unbedingt eine traurige Komponente, vielmehr ist es ein eher logisches Herangehen an Werte, die sonst nur oberflächlich Zugang ins Alltägliche finden. Ein zauberhaftes Buch mit zwangloser Moral.

