Zum Inhalt:
Brida, eine schöne 21 jährige Irin, gibt ihr bisheriges, geschütztes Leben auf, um ihrem sehnlichen Wunsch nach zugehen: Sie möchte die Kunst der Magie erlernen. Auf ihrem Weg zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, trifft sie einen Magier, der der Sonnentradition- und eine Hexe, die der Mondtradition angehört. Beide sind sich von Beginn an im Klaren, dass die junge Frau eine ganz besondere Gabe in sich trägt. Die Titelheldin Brida muss viel Mut aufbringen, um sich dem “Außergewöhnlichen“ und “Mystischen“ zu öffnen und an ihr Ziel zu gelangen. Auf ihrem spirituellen Weg muss sie sich schließlich zwischen zwei Männern entscheiden, wobei sie in Konfrontation mit ihrem Verstand und ihrem Herzen gerät.
Mein Fazit:
Im Vordergrund des Buches steht eindeutig die Auseinandersetzung mit dem Glauben, die Suche nach der wahren Liebe und der Sinn unserer Existenz auf Erden. Die Geschichte ist dennoch leicht “esoterisch“ angehaucht, da die Kunst des Tarot, die Versetzung in Trance und der Hexensabbat ausführlich beschrieben werden. Es wird zudem des Öfteren die Bibel zitiert. An dieser Stelle ist es ernennenswert beizufügen, dass er Roman bereits vor 18 Jahren entstand und Coelhos religiöse Erfahrungen seiner Zeit hinein geflossen sind. Ich konnte mich persönlich schwer in die Geschichte hineinfinden. Der Spannungsaufbau ist gering, sprachlich ist es eher einfach gehalten.
Was mich sehr beeindruckt hat, sind die Gedanken Coelhos zur Reinkarnation. In der Geschichte teilt Wicca, die Meisterin der Mondtradition Brida mit, dass jeder Mensch nach seiner großen Lieben, dem Gegenstück sucht. „Bei der Reinkarnation teilt sich unsere Seele mehrmals und verwandelt sich in einen männlichen und einen weiblichen Teil. Wir wissen nicht, wo die anderen Teile sind, die wir von Anbeginn der Zeit waren. Geht es ihnen gut, sind wir glücklich. Geht es ihnen schlecht, erleiden wir (wenn auch unbewusst) einen Teil ihres Schmerzes“. Dieses Zitat bringt mich heute noch zum Nachdenken.
Meines Erachtens nach, sollte man jedoch das Buch lesen, anstatt sich das Hörbuch anzuhören. Ich habe lange gebraucht, bis ich die 5 CDs (379 Minuten) durch gehört habe, obwohl ich die Stimme des Erzählers als sehr angenehm empfunden habe. Das Problem lag dahin, dass ich mich stets konzentrieren musste und es nicht möglich war, dem Erzähler bei einem lauten Geräuschpegel (z.B. in der Bahn) zu folgen. Außerdem finde ich es generell schön, bestimmte Passagen zurück zu blättern und erneut zu lesen. Das ist bei einem Hörbuch eher umständlich, es sei denn, man merkt sich die genaue Minutenangabe.
Kritiker unter uns würden diese Geschichte als langweiligen Hokuspokus bezeichnen. Coelho- Fans hingegen wären begeistert von der poetischen Weisheit, die sich zwischen den Zeilen verbirgt.