Leser-Rezension zu „Die Süße des Lebens” von Paulus Hochgatterer
am 11.02.2011
Über den Inhalt dieses Romans ist schon so viel verraten worden, dass man ihn kaum mehr lesen muss. Dieser Krimi, eigentlich mehr ein Psychogramm des kleinstädtischen Lebens, deckt auf, wie wahnsinnig die Menschen unter der dünnen Tünche des kultivierten Anstrichs sind. Da Hochgatterer von Brotberuf Psychiater ist, dürfte einiges davon durchaus realistischen Charakter haben. Obwohl ich hoffen möchte, dass unsere Gesellschaft nicht ganz so gestört ist, wie es hier vorexerziert wird.
Das Buch lässt den Leser zwiespältig zurück. Es ist gut geschrieben und enthält viele interessante Facetten. Obwohl es einen Mord gibt, einen Kommissar und einen Mörder, der zum Schluss entlarvt wird, ist es kein echter Krimi. Der Handlung, geschildert aus der Sicht vier verschiedener Ich-Erzähler, ist schwer zu folgen. Allein schon wegen der wechselnden Ich-Perspektiven. Und zu viele, durchaus interessante Seitenstränge, lenken immer wieder von der Haupthandlung ab, sind aber für den Fall und seine Aufklärung ohne jede Bedeutung.

