Leser-Rezension zu „God's Pocket” von Pete Dexter
am 1.08.2010
Hard-boiled stuff vom Besten: Im Stadtteil God's Pocket herrscht rohe Gewalt, ein alter Kodex der stets zu kurz Gekommenen. Doch der, der gleich zu Beginn dieses Buches ins Gras beißen muss, ist selbst für diesen Stadtteil zu asozial und verkommen. Als er wie ein Hund erschlagen wird, weint ihm niemand eine Träne nach, der Mord wird als Unfall getarnt, selbst ein Polizist spielt dabei mit. Doch seine schwer gestörte Mutter und ein versoffener Journalist wittern Lunte und setzen mit ihrem hilflos-dummen Geplärre eine Kettenreaktion in Gang, die die ganze Rohheit und Verkommenheit des Stadtteils zutage treten lässt. - Dieses Buch treibt die kaltschnäuzige amerikanische Krimikultur auf die Spitze: Gewalt ist hier Normalität, Suff ein kleiner Trost, Sex eine plump-primitive Gewaltvariante, Mord eine Notwendigkeit, Korruption gehört zum Überleben und Sprache wird nur fürs Vulgäre benötigt.

