Rezension verfasst vor 11 Monaten
(6)
In Amerika ist Peter Abrahams ein bekannter Krimi- und Thrillerautor. Hier in Deutschland dagegen scheint er noch recht unbekannt zu sein.
Gerade mal sechs Bücher sind bisher auf dem Markt erschienen, wo er doch bereits 18 Stück verfasst hat. Aber ob sich sein Bekanntheitsgrad nach „Ausradiert“ steigern wird ist fraglich, auch wenn sich Stephen King bereits als Fan geoutet hat
*
„Riskier nicht dein Leben für mich. Ich sterbe sowieso.“ (S.444)
*
Anfangs liest man sich gut in das Buch hinein, schließlich lässt die Buchrückenbeschriftung einiges über den Inhalt hoffen.
Nick Petrov ist Privatdetektiv in L.A., wurde durch einen Fall so bekannt, dass eine Serie über ihn gedreht wurde und er nun eine kleine Berühmtheit ist.
Dieser Bekanntheit hat er es wohl auch zu verdanken, dass sich das Callgirl Liza Rummel an ihn wendet. Ihre Tochter ist verschwunden und Nick möge sie bitte finden.
Nach einem kurzem Gespräch in ihrer Wohnung ist der Detektiv bereit sich auf die Suche zu machen.
Doch schnell merkt er, wie das Umfeld ihm Steine in den Weg legt. Bekannte und Freunde von Liza Rummel scheu Auskunft geben oder sich gänzlich weigern zu helfen. Als er eine heiße Spur wittert wird er plötzlich zusammengeschlagen.
Zu Bewusstsein kommt er erst wieder im Krankenhaus, wo die Diagnose Amnesie lautet.
Allerdings hat diese nicht nur ihren Ursprung in der dicken Kopfnuss, die Ärzte haben einen Tumor im fortgeschrittenen Stadium, in seinem Kopf gefunden, der schleunigst behandelt werden sollte.
*
Diese Informationen muss Nick erst einmal verarbeiten.
Wichtiger ist ihm jedoch so schnell wie möglich alle Daten einzusammeln, die er vor seinem Verlust schon beisammen hatte und somit möchte er nur weg aus dem Krankenhaus, hinein in das Detektivleben um den kuriosen Fall zu lösen.
Wobei Zweitbegegnungen nicht ausbleiben, die sich nicht selten in verwirrten Gesprächen enden, da Nick sie natürlich nicht immer über seinen Zustand aufklärt.
*
„Wir alle sind Geister aus der Geisterstadt.“ (S.108)
*
Der Inhalt ist interessant. Der Schreibstil von Peter Abrahams dagegen ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Entweder kommen lange Dialoge und Gedankengänge, die selten flüssig zu lesen sind oder er benutzt einen Notizblock-Stil. Heißt, man liest was der Hauptcharakter sich aufschreibt und das unterbricht immer wieder den Lesefluss da diese Notizen natürlich bruchstückhaft sind, sodass man schnell die Lust am lesen verliert.
Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Verlorenes Wochenende, Hirnarbeit und Retardspicknick.
Im ersten Teil geht es um die erste Informationssuche mit anschließendem Gedächtnisverlust, im Zweiten betreibt er „Hirnarbeit“, sucht seine Gedankenfetzen zusammen und zieht seine Schlüsse daraus und im dritten Teil, man kann es sich schon denken: kommt das entscheidende Finale.
An der Story an sich kann man nichts aussetzen, es ist ein spannender Hintergrund, bei dem man als Leser nie weiter schauen kann als Nick Petrov. Jedoch scheiterte es am flüssigen Lesen und wenn man trotz Bemühungen das Gefühl hat, alles zieht sich wie Kaugummi, legt man das Buch entweder beiseite oder überfliegt es nur noch.
Schade ist es.
Wem so ein Schreibstil dagegen gefällt, kann hier zugreifen. Alle anderen: Finger weg!
*
Punkte: 5 von 10
Mehr
Weniger
0 Kommentare