Was lange währt.
Das Bücher und Literatur in meinem Leben irgendwann eine führende Rolle spielen sollten war in meiner Kindheit und Jugend, äußerlich betrachtet, nicht abzusehen. Grimms Märchen, ein paar wenige Geschichten der „Drei Fragezeichen“ und einige Hörspiele waren eigentlich alles, was mich bis zu meinem 17. Lebensjahr beschäftigte. Eine einzige, aber vielleicht nachhaltige Ausnahme spielten „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf die ich, mit etwa vierzehn Jahren, in einer Phase schweren Liebeskummer las und die mir eine erste Ahnung gaben, was Literatur eigentlich bewirken kann. Es sollte aber noch mal drei Jahren dauern bis ich, in erster Linie über die Geschichten Stephen Kings, Freude am Lesen fand. Somit hatte ich zwei wichtige Dinge über Bücher gelernt: sie können bei der Lebensbewältigung helfen und sie sollten Spaß machen. Selbst Geschichten zu schreiben, traute ich mir zum damaligen Zeitpunkt nicht zu. Ich glaubte weder Phantasie noch eine ausreichende Rechtschreibung zu besitzen, um das ins Augen fassen zu können. Meine miserablen Deutsch-Noten bestätigten diesen Eindruck. Dass ein guter Lektor sehr viel retten kann, daran dachte ich nicht.
In den nächsten Jahren jedoch änderten Bücher, in erster Linie die von Hermann Hesse, Albert Camus und Friedrich Nietzsche sehr wesentlich mein Leben. Ich hörte auf zu zweifeln und begann meine Gedanken und Ideen nieder zu schreiben, ohne Zensur und Deutschlehrer im Kopf, sondern allein mir zu Liebe. Das ging gute zehn Jahre.
Mittlerweile hatte ich in Nietzsches „Menschliches, Allzumenschliches“ einen schönen und Mut machenden Gedankengang entdeckt:
„Redet nur nicht von Begabung, angeborenen Talenten! Es sind große Männer aller Art zu nennen, welche wenig begabt waren (…) sie hatten alle jenen tüchtigen Handwerker-Ernst, welcher erst lernt, die Teile vollkommen zu bilden, bis er es wagt, ein großes Ganzes zu machen. (…) lasse man einige zehn Jahre vorübergehen: was dann aber in der Werkstätte geschaffen wird, darf auch hinaus in das Licht der Straße.“ („Aus der Seele der Künstler und Schriftsteller“; Aphorismus 163)
Ich begann in der Folge häufiger meine Gedichte, Geschichten und Aphorismen mit anderen zu teilen. Es zeigte sich, dass so schlecht nicht war, was da in meiner Schublade lag und ich begann mich mit dem Gedanken an eine erste Veröffentlichung zu befassen. Es sollten aber noch ein Mal etwa fünf Jahre vergehen bis ich in die Tat umsetzte, was über beinah zwanzig Jahre in mir gereift war.
Nach wenigen, zögerlichen Versuchen bei großen Verlagen Gehör zu finden, entschloss ich mich die Zeit nicht länger mit Bitten und Klinken putzen zu verbringen, sondern mein Glück in die eigenen Hände zu nehmen. Ich wählte einen Selbstverlag, ohne zu bedenken wie viel eigene Aktivität im Bereich der Werbung und Vermarktung von mir gefordert sein würde. So wurde mein erstes Buch kein Verkaufsschlager, aber wer es in die Hände bekam und las der sprach mir Mut zu und das war eigentlich alles was ich mir für den Anfang wünschen durfte.
Weil mir die gesamte Arbeit so viel Freude gemacht hatte, veröffentlichte ich ein Jahr später im gleichen Selbstverlag einen Roman. Ich tat das, dieses Mal, nicht mehr mit großer Erwartung, sondern mit dem sicheren Gefühl etwas geben zu wollen, ohne etwas erhalten zu müssen. Ich freute mich gelesen zu werden, aber ich musste nicht verkaufen. Ich besaß einen guten Erwerbsberuf, ich hatte gelernt ein Buch zu layouten, ein Cover zu gestalten, hatte eine Lektorin gefunden die den Rest übernahm, erhielt erste Rezensionen in lokalen Zeitungen und gab einem lokalen Fernsehsender ein erstes Interview. Ich konnte meine Bücher so erzählen und gestalten, wie ich es für vertretbar hielt. Kein Verlag, kein Literaturagent der mir erklärte, wie es denn geschrieben sein müsste. Kein Vampir-Roman, kein Skandinavien-Krimi, keine historische Liebesgeschichte. Die kommerzielle Niederlage lernte ich akzeptieren, dafür blieb meine Kreativität am Leben.
Seit dem sind noch ein Mal fast vier Jahre vergangen. Ich habe gelernt die Oppositionshaltung wieder auf zu geben und möchte jetzt mit neuen Ideen und Neuauflagen der alten Ideen noch ein Mal den Versuch unternehmen Öffentlichkeit zu finden. Dabei kommt mir das Angebot von amazon perfekt entgegen.
Für Sie als Leser habe ich die Tür geöffnet damit Sie sich vorstellen können, wie ich zur Literatur kam und wie sie Teil meines Lebens wurde. Ich hoffe Sie sind neugierig geworden was für Geschichten das wohl sind, die jemand schreibt, der der Literatur ganz zufällig über die Füße gestolpert ist.
Und hier noch mal in gestaffelter Form:
1970 bis 1986 Kindheit, Jugend und Schulzeit in Zweibrücken in der Pfalz.
86 bis 88 Verkäuferlehre in einem Sanitätshaus
88 bis 89 Beginn Fachabitur Wirtschaft, Schulabbruch nach einem halben Jahr.
89 bis 94 Wanderjahre (mit Reisen nach Italien, Nepal und Indien) und Selbstfindungsprozeß.
Bibliothekspraktika.
Ab dem Jahr 89, nach der Lektüre des Zarathustra von F. Nietzsche, Schreiben als wesentlicher Lebensinhalt.
94 bis 98 Fachabitur; autodidaktische Studien zu Yoga, existentialistischer und östlicher Philosophie, (kindheitskausaler) Psychologie und dem deutschen Humanismus; kurzfristiges Studium der Sozialpädagogik
98 bis 02 Ausbildung zum Yoga-Lehrer (BYV)
Im Jahr 99 Umzug mit meiner Frau an den Bodensee. Ausbildung zum Physiotherapeut (FN)
Seit 02 Angestelltentätigkeit als Physiotherapeut
Im September 2006, mit Soantà, meine erste Veröffentlichung.
Veröffentlichung der "Revolte" im Oktober 2007
Seit dem sind weitere Arbeiten in Planung, Entwicklung oder bereits in Feinarbeit.