Leser-Rezension zu „Sieben Jahre” von Peter Stamm

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Penelope1 Penelope1
Verfasst von Penelope1
am 8.11.2011
 

Alex liebt Sonja - glaubt er zumindest. Aber so ganz sicher ist er da eigentlich ist. Und Iwona liebt Alex, und zwar mit einer Hingabe, die ihm einerseits Angst bereitet, ihn aber auch nicht loslässt. Sonja und Iwona - unterschiedlicher können zwei Frauen kaum sein - die eine hübsch, wohlhabend, gebildet, die andere hässlich, arm und scheinbar dümmlich, doch eins verbindet sie: Alex. Und Alex spürt, dass Iwona Macht über ihn und seine Gefühle hat, obwohl sie keinerlei Forderung stellt. Doch bei ihr findet er die uneingeschränkte und bedingungslose Liebe, die er bei Sonja vergeblich sucht und der er sich kaum entziehen kann, Und obwohl Iwona alles andere als seine Traumfrau ist. Denn die ist Sonja, seine Frau. Er kann und will der Wahrheit nicht ins Auge sehen, hält an seinem Ideal fest, obwohl er inzwischen gar nicht so recht weiß, was dies ist...
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Obwohl Peter Stamm komplett auf die direkte wörtliche Rede verzichtet, was oft verhindert, eine Verbindung zu den Personen aufzubauen, tritt der Leser ein in Alex' Gefühlwelt, in seine innere Zerissenheit zwischen den unterschiedlichen Arten der Liebe. In einer überraschenden Klarheit und Offenheit erzählt der Protagonist Alex als Ich-Erzähler Antje von seinen Zweifeln, von der heimlichen Macht, die Iwona auf ihn ausübt, und ist sich dabei gar nicht sicher, warum er dies tut: sucht er bei ihr eine Freisprache seiner vermeintlichen Schuld ? Auf jeden Fall aber sucht er immer noch nach dem Sinn der Liebe und fragt sich, wer der Glücklichere ist: der der liebt, oder derjenige, der geliebt wird? Während wir einerseits die aktuellen Geschehnisse rund um sein Geschäft und seine Ehe beobachten, erfahren wir über die Entstehung seiner Zerissenheit, die Suche nach dem Glück, doch da er selbst nicht sicher ist, was genau dies ist, wirkt sich diese Unsicherheit auf sein Leben und seine Beziehung aus. Er scheitert.
Ich muss gestehen, ich war anfangs skeptisch, ob ein Buch ohne wörtliche Rede, das dadurch eher nüchtern und leblos wirkt, mich fesseln kann. Aber nachdem ich mich an den eigenwilligen und wirklich leidenschaftslosen Stil gewöhnt hatte, der selbst in dramatischen Situation nicht davon abwich, konnte ich das Buch seltsamerweise nicht aus der Hand legen. Ich zweifelte, ob ich Alex mögen oder verachten soll, entschloss mich dann zu einer Mischung aus beiden, hatte wohl eher schon Mitleid mit ihm, genauso wie mit Iwona.
Dieses Buch ist jedoch eines zweifellos: Lesenswert !

 

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Sieben Jahre Sieben Jahre
Peter Stamm

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liebe, ehe, beziehung, dreiecksbeziehung, affäre

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von Peter Stamm

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